In 80 Sekunden um die Welt - Regisseur Doug Liman möbelt das Science-Fiction-Genre auf und legt den Grundstein für eine neue Film-Saga.
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Für einen Jumper gibt es keine Ruhe, sondern nur Adrenalinkicks (Foto: Kinowelt)
Für einen Jumper gibt es keine Ruhe, sondern nur Adrenalinkicks (Foto: Kinowelt)
"Wir haben alles aus dem Science-Fiction-Film herausgepresst, was es herauszupressen gab." Dieses Verdikt stammt aus berufener Quelle - Regisseur Ridley Scott, der dem Genre mit "Blade Runner" und "Alien" zwei entscheidende Impulse verpasste. Doch Doug Liman scheint ihm mit "Jumper" eine Antwort geben zu wollen. Denn sein futuristischer Actionstreifen zeigt Szenarien, wie sie tatsächlich noch nicht auf der Leinwand zu sehen waren.
Das Konzept wirkt auf den ersten Blick einfach: Der junge Held findet zufällig heraus, dass er sich per Teleportation von einem Ort der Erde zum anderen versetzen kann - ob in den Tresorraum von Banken, die Straßen von Tokio oder auf den Kopf der Sphinx. Die Verfilmung des gleichnamigen SciFi-Romans von Stephen Gould nutzt dieses Konzept für verblüffende Sequenzen, etwa wenn eine Verfolgungsjagd in Sekundenschnelle über den ganzen Globus führt.
Doch das sind keineswegs visuelle Gimmicks. "Jumper" baut wie die Vorlage eine ganze Mythologie auf - einschließlich einer Jahrhunderte alten Organisation, die alle superheldenhaften Sprung-Begabten zur Strecke bringen will.
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Cox macht Jagd auf David (Foto: Kinowelt)
Cox macht Jagd auf David (Foto: Kinowelt)
Viel mehr als Star Wars
Hauptdarsteller Hayden Christensen ist bereits Science-Fiction-erprobt, diese neue Saga indes wirkt zukunftsträchtiger als die "Star Wars"-Prequels. Handlungsfäden werden angesponnen, die geradezu eine Fortsetzung fordern. Und anders als Jedi-Vater Lucas verfügt Doug Liman über filmische Mittel, die sich eben nicht nur auf digitale Trickbilder beschränken.
Schon in "Bourne Identität" und "Mr. und Mrs. Smith" zeigte er sich als Spezialist für temporeiche Action-Sequenzen. Die treibt er im Highspeed-Kosmos von "Jumper" auf die Spitze. So könnte seine Adaption zum Kultfilm für die Google-Earth-Generation werden, die sich per Mausklick um die Welt befördert. Wobei er klug genug ist, seinen Helden nicht nur in lebensgefährliche Kämpfe, sondern auch eine bittersüße Liebesgeschichte zu verstricken. "Jumper" ist der Beweis: Das Genre ist noch lange nicht ausgepresst.