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Jungfrau (40), männlich, sucht ...

Komödie um eine vierzigjährige männliche Jungfrau, dessen Freundin partout keinen Sex will.


Jungfrau (40), männlich, sucht ... (XXL-Version)

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Erhältlich seit:
09.02.2006

Originaltitel: The 40 Year Old Virgin

Komödie

USA 2005
Laufzeit: 127 Min.
FSK: ab 12

Steve Carell
Catherine Keener
Paul Rudd

Regie: Judd Apatow
Universal Pictures Germany

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Knackige Entjungferungskomödie um einen enthaltsamen Monsieur in den besten Jahren, dem gleich drei selbst ernannte Date-Doktoren raten, wie er am schnellsten seine Unschuld verlieren soll.

Hilfe, eine Frau! (Foto: UIP) Großansicht

Hilfe, eine Frau! (Foto: UIP)

Im Jahr der deftigen Sexkomödien folgt nach "Die Hochzeits-Crasher" und "Deuce Bigalow: European Gigolo" bereits der dritte Anschlag im Stil der seligen Farelly-Brothers auf die Lachmuskeln.

Was sich das Gespann Judd Apatow und Steven Carell (über deren "Freaks And Geeks" sich ganz Amerika amüsiert) ausgedacht hat, folgt einer originellen, im konservativen Bible Belt fast schon erstrebenswerten Prämisse: Waren es bei Josh Hartnett lediglich 40 Tage und 40 Nächte, so lebt Andy Stitzer (Carell) seit geschlagenen 40 Jahren ohne Sex.

Chefin Paula bietet selbstlos Erotikfortbildung (Foto: UIP) Großansicht

Chefin Paula bietet selbstlos Erotikfortbildung (Foto: UIP)

Angst vor der Weiblichkeit

Das unfreiwillige Mönchstum zu beenden, wäre zwar der größte Wunsch des biederen Versagers, aber die Jahre des Junggesellentums und eine ausgewachsene Phobie vor dem anderen Geschlecht haben den passionierten Comicfigurensammler als Auslaufmodell abgestempelt.

Drei eilfertige Kollegen aus seinem Unterhaltungselektronikladen springen beherzt in die Bresche und verpassen ihm einen mit Fettnäpfchen gepflasterten Schnellkurs in brünftiger Viagra-Mentalität. Sogar die Abteilungsleiterin hat Mitleid mit dem (a)sexuellen Phänomen, dem gleich eine Pornosammlung in aphrodisischer Absicht vererbt wird.

Bei Trish verliert Andy seine Scheu (Foto: UIP) Großansicht

Bei Trish verliert Andy seine Scheu (Foto: UIP)

Die Jungfrau und das Kind

Als sich ihm Trish, die gleichaltrige Verkäuferin vom Laden gegenüber, vorstellt (Catherine Keener aus "Being John Malkovich"), ist der Klosterknabe prompt heillos überfordert und schiebt das erste Date auf die lange Bank. Weil die sympathische Lady allein erziehende Mutter ist, raten seine Freunde dringend ab.

Es dauert eine ganze Reihe von Gags, bis sich der verschreckte Liebestöter zum unersättlichen Kuschelmaniac ausgewachsen hat, der weiß, was Frauen wollen - und vor allem, was er selbst will. Denn es ist fast wie im richtigen Leben: Seine unreifen Mitarbeiterchaoten können zwar Sex in allen Variationen durchbuchstabieren, doch von Romantik und Partnerschaft haben sie nicht den blassesten Schimmer.

Jungfrau (40), männlich, sucht ... (XXL-Version)

"Besser spät als nie" lautet das Motto in der, nach "Die Hochzeits-Crasher" und "Deuce Bigalow - European Gigolo", diesen Sommer bereits dritten deftigen Sexkomödie mit R-Rating. Das Regiedebüt vom "Freaks and Geeks"-TV-Regisseur Judd Apatow amüsiert sich ebenso hemmungslos wie herzerwärmend über die zunächst leidlichen Liebesmühen seines jungfräulichen Protagonisten, der sich in einem Alter befindet, in dem sich die meisten Männer bereits mit ihrer Midlife-Crisis herumschlagen. Apatow verfasste das clevere Drehbuch zusammen mit Hauptdarsteller Steve Carrell ("Anchorman"), der im Stil eines Ben Stiller perfekt den liebenswerten Losertyp abgibt.

Schon mit dem Prolog wird klar etabliert, dass es sich beim 40-jährigen Titelhelden Andy Stitzer um einen schrägen Vogel handeln muss: Seine penibel aufgeräumte Wohnung quillt über mit sorgfältig aneinander gereihten Actionfiguren, er kleidet sich wie ein braver College-Nerd und zum Job in einem Elektronikgeschäft strampelt er in Ermangelung eines Führerscheins auf einem alten Fahrrad. Dort ist der umgängliche Berufsjugendliche ein gelittener Außenseiter, dennoch laden ihn eines Tages seine Kollegen David (Paul Rudd), Jay (Romany Malco) und Cal (Seth Rogen) zum Pokerspielen ein. Beim Austausch von Sexstorys kommt Andys Geheimnis, noch unerfahren zu sein, ans Licht. Fortan machen es sich seine neuen Buddys zur Aufgabe, ihn unter ihre Fittiche zu nehmen und ihm zu helfen, seine Unschuld zu verlieren. Nach einigen fehlgeschlagenen Anläufen wie mit einer im Nightclub aufgelesenen stockbesoffenen Mieze (Apatows Ehefrau Leslie Mann), die sich versehentlich in sein Gesicht erbricht, verliebt sich Andy in die gleichaltrige Trish (Catherine Keener aus "Being John Malkovich" versprüht ihren gewohnt natürlichen Charme). Sie beschließen ihre Romanze langsam anzugehen, was ganz nach dem Geschmack des nervösen Andy ist und diversen präkoitalen Komplikationen Vorschub leistet.

Im Gegensatz zu Rob Schneiders "Deuce Bigalow"-Figur ist der Antiheld dieses ebenfalls mit einigen kruden Bad-Taste-Gags angereicherten Sexspaßes ein schrulliger Sympathieträger. So hat er zwar seine eigenwilligen Macken, wird jedoch nicht als enervierender Vollidiot abgestempelt. Man lacht mehr mit als über ihn und selbst dann fallen die Gags nie hämisch aus. Carrell, der bislang immer die zweite Gag-Geige spielte (u.a. in "Bruce Allmächtig", als Korrespondent in "The Daily Show" und zuletzt als Hauptdarsteller der US-Version der Serie "The Office"), schafft unter Einsatz seiner eigenen Brustbehaarung (die ihm in einer urkomischen Szene tatsächlich abgewachst wurde) den Wandel zum urkomischen Leading Man. Unterhaltsam unterstützt wird er von seinen drei neuen Freunden, die, wie sich im Verlauf herausstellt, allesamt ihre eigenen Frauenprobleme haben. Dabei wird der ansteckende Humor weniger von den vulgären visuellen Gags als den oft gepfeffert absurd-albernen und gesalzen obszönen Dialogen gefüttert. Da werden Aufreißer-Ratschläge verteilt, sich so zu geben wie "David Caruso in ,Jade'", oder aufschlussreiches verbales Beschnuppern beim Speed-Dating betrieben. Als vielleicht einziger Wermutstropfen des fast zweistündigen Jungfernulks schleicht sich gegen Ende eine gewisse Überlänge ein. Hier wäre eindeutig mehr Würze in der Kürze gelegen. ara.

Darsteller:  Steve Carell   als Andy Stitzer
  Catherine Keener   als Trish
  Paul Rudd   als David
  Seth Rogen   als Cal
  Romany Malco   als Jay
  Elizabeth Banks   als Beth
  Leslie Mann   als Nicky
  Jane Lynch   als Paula
  Kat Dennings   als Marla
 
Regie:  Judd Apatow  
Buch:  Judd Apatow  
  Steve Carell  
Kamera:  Jack N. Green  
Produzent:  Judd Apatow  
  Clayton Townsend  
  Shauna Robertson  

Jessica Alba in "Zehn Gebote"-Spoof

Zeige mir deine Feinde, und ich sage dir nicht, wer du bist, sondern wie viel Geld du mit einem Film machen kannst!

Die Sünderin: Jessica Alba (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Die Sünderin: Jessica Alba (Foto: Kurt Krieger)

Schlechte Nachrichten für die selbst ernannten Hüter des christlichen Glaubens, deren Blut schon beim "Da Vinci Code" ordentlich in Wallung geriet. Erwies sich die katholisch-mythologisch verbrämte Schnitzeljagd mit Tom Hanks als harmlos, geradezu religionsbejahend, kündigte Hollywood nun ein Werk an, das tatsächlich das durch den säkular-kommerziellen Fleischwolf drehen wird, was die christliche Welt im Innersten zusammenhält: die Zehn Gebote!

Hollywoods meist leicht geschürzte "Into The Blue"-Badenixe Jessica Alba, die nicht minder knackige Amanda Peet und Comedy-Ass Paul Rudd ("Der Anchorman", "Jungfrau (40), männlich, sucht…") spielen die Hauptrollen in dem Film, den Regisseur David Wain selbst als Spoof, also als völlige Verhohnepipelung, bezeichnete.

"Pharao, let my people go!"

Wer sich also noch an Charlton Hestons gottgefälligen Moses samt Teilung des Roten Meeres erinnert, braucht sich bei der Neuverfilmung nicht zu wundern, sollte sich der rührige Israelitenführer mehr an in der Brandung badenden Bikinigirls erbauen als am Wort Gottes aus dem brennenden Dornbusch.

Und wenn man Jessica Albas laszive Bühnenperformance aus "Sin City" noch im Kopf hat, kennt man wohl bereits die Grundchoreografie für den Tanz ums Goldene Kalb. Regisseur David Wain behauptet übrigens standhaft, dass er mit seinem Film nicht auf das "Religionsskandal macht Kinos voll"-Trittbrett von "Da Vinci Code" aufspringen wollte. Er habe die Idee bereits viel früher gehabt. Ja, ja, wer's glaubt, wird seelig.

 

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