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Juno

Smart beschwingte Girl-Power-Antwort auf "Beim ersten Mal" mit einer hinreissenden Ellen Page in ungeplanter Schwangerschaft.


Juno
Start: 18.07.2008

Komödie/ Drama

USA 2007
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 6

Ellen Page
Michael Cera
Jennifer Garner

Regie: Jason Reitman
Fox

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Bleeker und Juno - ein seltsam schönes Paar (Foto: Fox) Großansicht

Bleeker und Juno - ein seltsam schönes Paar (Foto: Fox)

Gestatten: Juno MacGuff (Ellen Page) - eine selbstbewusste, offenherzige Teenagerin, die sich mit ihrer lässigen, unkomplizierten Einstellung durch ein neunmonatiges Abenteuer ins Erwachsenenleben kämpft. Clever und einzigartig, wie sie ist, tanzt sie auf der Dancing Elk High School niemandem nach der Pfeife - außer vielleicht der Band Stooges. Doch unter dieser rauen Schale verbirgt sich eine Jugendliche auf der Suche nach ihrem Weg im Leben.

Juno ist selbstbewusst und offenherzig, hat für jeden und alles immer einen obercoolen Spruch parat, und Shopping-Ausflüge oder MySpace sind einfach nicht ihr Ding. Ein typisch langweiliger Nachmittag endet sehr aufregend, als Juno beschließt, mit dem charmanten, unaufdringlichen Bleeker (Michael Cera) zu schlafen.

Den dicken Bauch hat Juno nicht vom Schulessen (Foto: Fox) Großansicht

Den dicken Bauch hat Juno nicht vom Schulessen (Foto: Fox)

Suche Eltern, biete Kind

Juno wird ungewollt schwanger, doch anstatt Trübsal zu blasen, nimmt die taffe junge Frau ihr Schicksal selbst in die Hand und arbeitet gemeinsam mit ihrer besten Freundin Leah (Olivia Thirlby) einen Plan aus, um ein perfektes Elternpaar für das ungeborene Baby zu finden. Die beiden konzentrieren sich bald auf Mark (Jason Bateman) und Vanessa Loring (Jennifer Garner), ein wohlhabendes Pärchen aus der Vorstadt, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ein Kind zu adoptieren.

Zum Glück unterstützen ihr Vater (J.K. Simmons) und die verständnisvolle Stiefmutter (Allison Janney) die werdende Mama. Sie stellen Nachforschungen an über die zukünftigen Adoptiveltern, und während Junos Geburtstermin näher und näher rückt, zeigen sich erste Risse im idyllischen Leben von Mark und Vanessa ...

Die Lorings kommen als potenzielle Eltern in Frage (Foto: Fox) Großansicht

Die Lorings kommen als potenzielle Eltern in Frage (Foto: Fox)

Überraschende Sensation

"Juno" ist schon eine kleine Sensation - ein Überraschungserfolg, der in den USA über 100 Millionen Dollar einspielte und unzählige Preise und vier Oscar-Nominierungen - inklusive Oscar für das beste Drehbuch - eingeheimst hat. Ein Verdienst vor allem der großartigen Darsteller - allen voran die zierliche Powerfrau Ellen Page ("Hard Candy") als Titelheldin, aber auch Michael Cera ("Superbad"), der als Bleeker nicht nur im Sport-Dress eine gute Figur macht.

Für seine zweite Regiearbeit wählte Jason Reitman ("Thank You for Smoking") ein Drehbuch von Diablo Cody. Ihr Erstlingswerk gewinnt der ungeplanten Teenager-Schwangerschaft neue Seiten ab und ist so herrlich lässig und unkompliziert wie seine hinreißende, bereits preisgekrönte Hauptdarstellerin. Ein Juwel voll mitreißender Girl-Power.

Juno

Regie:  Jason Reitman  
Buch:  Diablo Cody  
Musik:  Mateo Messina  
Kamera:  Eric Steelberg  
Produzent:  Manson Novick  
  Lianne Halfon  
  Russell Smith  
  John Malkovich  
 
Darsteller:  Ellen Page   als Juno MacGuff
  Michael Cera   als Paulie Bleeker
  Jennifer Garner   als Vanessa Lorring
  Olivia Thirlby   als Leah
  Jason Bateman  
  Allison Janney  
  Daniel Clark   als Steve Rendazo
  Valerie Tian   als Pershanti

"So gut war George Clooney noch nie"

Er kam, zeigte und siegte: Jason Reitmans Comedy-Überflieger "Up in the Air" mit George Clooney als Prämien- und Meilenjunkie war auf dem Filmfestival von Toronto Publikums- und Kritikerliebling und gilt als vielversprechender Oscar-Kandidat.

Jason Reitman war bereits mit seinen ersten beiden Komödien "Thank Your for Smoking" und "Juno" erfolgreich. Großansicht

Jason Reitman war bereits mit seinen ersten beiden Komödien "Thank Your for Smoking" und "Juno" erfolgreich.

Drei Filme, drei Erfolge...
JASON REITMAN: Ja, ich habe wirklich Glück. Andererseits heißt das aber auch, dass mir Flops noch bevorstehen. Dessen bin ich mir durchaus bewusst. Ideal wäre vermutlich, wenn ich jetzt sterben würde, idealerweise bei einem Flugzeug-Absturz. Stellen Sie sich mal die ungeheure Publicity für "Up in the Air" vor. Ich würde jeden nur erdenklichen Oscar bekommen. Sogar den fürs beste Make-up.

Sie, respektive George Clooneys Ray Bingham, fliegen mit American Airlines. Haben Sie bewusst diese Fluglinie ausgesucht?
Nein. Wir haben bei verschiedenen Fluglinien nachgefragt, und American Airlines war am kooperativsten. Ich wollte eine Airline, die wirklich existiert, nichts Fiktives, beispielsweise Sunshine Airlines, sonst wäre mein Film ja zur Satire geraten.

Entsprechend sind Sie auch in "Thank You for Smoking" vorgegangen. Da wurde Marlboro geraucht.
Filme wie "Thank You for Smoking" und "Up in the Air" müssen realistisch sein. Hier wollte ich in richtigen Flugzeugen und echten Terminals drehen. American Airlines flog uns sogar mit einer Boeing 757 nach St. Louis, damit ich an Bord filmen konnte.

Wie kamen Sie darauf, einen Film über einen Vielflieger zu drehen?
Die Idee zu dem Film hatte ich schon als 25-Jähriger vor rund sieben Jahren, denn ich bin selbst Meilenjunkie. Dann war da noch dieses Buch, "Der Vielflieger" von Walter Kirn. Aber die Vielfliegergeschichte macht ja nur einen der sechs oder sieben Handlungsstränge aus. Es geht um Massenentlassungen, Wirtschaftskrise, Familie und Liebe.

Haben Sie die anderen Erzählstränge auch so nahe an der Realität angesiedelt?
Absolut. Nehmen Sie die Hochzeit. Wir haben da, wenn Sie so wollen, eine richtige Hochzeit gefeiert, vor Ort einen Hochzeitsplaner engagiert, einen Priester, eine Band. Dann haben wir Schauspieler und Crew in eine Kirche verfrachtet und die ganze Feier mit drei Videokamerateams aufgenommen. Realistischer kann man gar nicht vorgehen.

Realismus ist die eine Sache, die andere, dass die Figuren Ihrer Filme in gewisser Weise Kontrollfreaks sind.
Ja, das trifft wohl zu. So habe ich das zwar noch nie gesehen, ich würde mich aber sicher auch als Kontrollfreak bezeichnen. Sogar auf "Juno" traf das zu: Sie wollte die Schwangerschaft zu ihren Bedingungen durchziehen. Lassen Sie es mich so sagen: Alle meine Figuren haben eine klare Meinung zu den Dingen, die sie tun, gehen ihre Probleme konkret an und denken nicht wie die Allgemeinheit in vorgefassten Kategorien.

Ihre Figuren stehen gern am Scheideweg. Bingham steht vor einer existentiellen Frage: Soll er, und wenn ja, wie soll er sein Leben ändern?
Das ist ein entscheidender Grund für mich, Filme zu machen: die Frage, wie der Mensch in der Welt steht, wie die Verbindung zu seinen Mitmenschen aussieht. Ich stelle in meinen Filmen gern Fragen. Ich zeige, wie Leute lernen, Dinge erkennen. Aber, und das ist ganz wichtig, ich gebe keine Antworten. Die zu finden, ist Aufgabe meiner Zuschauer.

George Clooney funktioniert als sich infrage stellender Sunnyboy-Siegertyp hervorragend. Vielleicht hat man ihn noch nie besser gesehen als hier.
Ich glaube, das wirkt so, weil George den Charakter, den er hier spielt, perfekt versteht, bis zu einem gewissen Punkt diesem sogar wesensverwandt ist. Darauf achte ich auch. Ich versuche keine Schauspieler zu besetzen, die privat 100 Prozent anders sind als die Rolle, die sie spielen. Ich suche immer nach echten Schnittstellen zwischen Rolle und Darsteller.

Es fällt auf, dass bei Ihnen Männer und Frauen auf gleicher Augenhöhe operieren.
Sind wir doch ehrlich, in der kurzen Geschichte des Kinos wurden die meisten männlichen Geschichten schon erzählt. Ich erzähle gern neue Geschichten. Mit Frauen ist das einfacher. Mich interessieren starke, kluge Frauen, ich habe so eine geheiratet (2004 heiratete Reitman Michele Lee; Anm. der Red.). Nicht zu vergessen meine Mutter. Die Figur der Natalie, die ist toll, die ist schlauer als die ganzen Jungs in ihrer Umgebung. Hat Ihre Frau Sie zu Natalie inspiriert? Sie scheinen diese Figur wirklich ins Herz geschlossen zu haben.
Natürlich. Meine Frau ist Natalie. Sie kommt aus der Geschäftwelt, ist tüchtig, taff und zupackend. Nein, natürlich ist sie viel herzlicher. Aber in der Szene, in der sich Ryan, Alex und Natalie über ihre Traumpartner unterhalten, meiner Ansicht nach die Schlüsselszene des Films, habe ich quasi wortwörtlich für Natalie ins Drehbuch geschrieben, was mir meine Frau - sie ist heute 36 - über ihren Wunschmann als 18-Jährige erzählt hat.

Noch einmal Familie. Wie weit mischt sich Ihr Vater Ivan Reitman in Ihre Arbeit ein?
Eigentlich gar nicht. Ivan steuert immer nur kleine Ideen bei, erinnert mach daran, dass die Geschichte reichhaltig und dicht sein muss. Am wichtigsten vielleicht aber ist, dass er mich gelehrt hat, mich nie an Material zu klammern. Wenn etwas nicht funktioniert - weg damit. Film ist Rhythmus und Spannkraft.

 

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