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Kai Rabe gegen die Vatikankiller

Spaßiges, mit Comic-Gewalt und -Humor bestückte Genre-Spiel über den Dreh eines Genre-Films.


Kai Rabe gegen die Vatikankiller

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Erhältlich seit:
12.07.2001

Komödie/ Kriminalfilm

Deutschland 1998
Laufzeit: 89 Min.
FSK: ab 16

Steffen Wink
Klaus J. Behrendt
Sandra Speichert

Regie: Thomas Jahn
Warner Home Video Germany

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Kai Rabe gegen die Vatikankiller

Drei Erzählstränge - ein Film. Story 1: Ein Regisseur möchte den Film "Die Vatikankiller" realisieren, bekommt aber seinen hochgradig alkoholkranken Hauptdarsteller Kai Rabe einfach nicht in den Griff. Story 2: Ein mysteriöser Serienkiller, der mit Vorliebe blutjungen Nachwuchsdarstellerinnen den Garaus macht, treibt hinter den Kulissen sein Unwesen. Story 3: Ein dem Hochprozentigen keineswegs abgeneigter Kommissar verliebt sich in eine überaus zickige Leinwand-Diva.

Nach seinem Hit "Knockin' On Heaven's Door" erweist sich Thomas Jahn erneut als als Meister der Film-Gentechnologie. Auch hier klont der Regisseur so ziemlich alles zusammen, was eigentlich überhaupt nicht zusammenpaßt. Da prallt Edgar Wallace auf Quentin Tarantino, eine zärtliche Love Story kollidiert mit einer bitterbösen Satire auf das Filmgeschäft und derbe Dialoge unterhalb der Gürtlellinie lockern stakkatoartige Actionsequenzen auf. Getragen von guten Darstellern, etwa Ex-"Schimanski"-Assi Steffen Wink oder "Campus"-Girl Sandra Speichert, wird hier das Vorurteil von der "miefigen deutschen Klamotte" trefflich widerlegt.

Kai Rabe gegen die Vatikankiller

In einem Blitzstart nach Maß legte Thomas Jahn sein Regiedebut "Knockin' on Heaven's Door" hin. Mit seinem zweiten Film beweist er, daß er keine Eintagsfliege ist. In einer Mischung aus Sex, Crime und schwarzem Humor decouvriert er die glamouröse Filmbranche als Hort des Bösen, in der jeder gegen jeden kämpft und im wahrsten Sinne des Wortes die Messer wetzt. Schließlich geht es nicht um das Gute im Menschen, sondern nur um Geld.

"Film ist Krieg, mein Freund" hieß es in Helmut Dietls "Rossini", bei Thomas Jahn geht es schon rabiater ans Eingemachte, lautet die Devise "Film ist Mord". Im wahrsten Sinne des Wortes. Am Set von Regisseur Rufus Lindner (Stefan Jürgens) geht es zu wie im Irrenhaus. Ein deutscher Star namens Kai Rabe ("Noch"-Schimanski-Assi Steffen Wink), der mehr Jack Daniels im Blut hat als rote Blutkörperchen, bringt durch Nuschelei den Tonmann zur Verzweiflung, eine junge Nachwuchsdarstellerin wird bestialisch ermordet, Kommissar Krüger (als liebenswerter Loser Klaus J. Behrendt) führt die Ermittlungen, kann aber nicht verhindern, daß Kai Rabe vor laufender Kamera mit scharf geladener Waffe für einen zweiten Mord sorgt. Damit nicht genug, heuert der um sein Leben fürchtende Rabe zwei israelische Bodyguards an, die nichts Besseres zu tun haben, als zwei Groupies ins Jenseits zu befördern. Produzent und Sex-Maniac Lütter (Heinz Hoenig) reibt sich die Hände, Mord belebt das Geschäft, da spart man Werbung, auch wenn Rabes Agentin (Hannelore Elsner) den letzten Pfennig aus ihm herauspreßt. In diesem Sodom und Gomorrha erscheint der versoffene Kommissar Krüger, der sich mit roten Ohren und klopfenden Herzen in die Hauptdarstellerin (Sandra Speichert) verliebt, noch als hehre Lichtgestalt. Ob die Vatikankiller, die schon Marilyn Monroe, Malcom X, Jim Morrison und Janis Joplin abmurksten, ihre Hände im Spiel haben, der berühmte Gärtner, oder ein Crew-Mitglied, bleibt bis zum Ende offen.

Thomas Jahn haut fest auf den Putz, benutzt Klischees und führt sie gleichzeitig ad absurdum, seine Typen sind Prototypen. Dabei schlachtet er genußvoll Heilige Kühe, kennt keine Tabus - vor allem nicht sprachlich. Da wimmelt es von "Kultkrähen", "four letter words" und von Sprüchen wie "Wer was werden will, geht immer durchs Unterholz". Besonders Heinz Hoenig läßt kein verbales Fettnäpfchen ungenutzt, kommt auch taktil schnell zur Sache. "Kai Rabe" gewinnt sicherlich keinen Preis für subtile Zwischentöne, sondern startet einen populären Angriff auf das Zwerchfell mit einer Mischung aus Klamauk und Komik, die sich teilweise zur Satire und zur zynischen Abrechnung mit dem Filmgeschäft entwickelt - außen hui, innen pfui. Hervorragend die Schauspieler: Allen voran Hannelore Elsner, die - hier mehr Beast als Beauty - alle raffiniert finanziell über den Tisch zieht, Heinz Hoenig, der als skrupelloser Produzent nur Dollarzeichen sieht und über Leichen geht, und Klaus J. Behrendt, der als ehrliche Haut aus seiner Tatort-Vergangenheit schöpft. Die Melange aus bekannten Stars und Newcomern (Sönke Wortmann hat einen Cameo-Auftritt) verleiht der kruden Komödie neben schrägen Dialogen den notwendigen Pep. Rund 50 Prozent des Stabes waren schon bei "Knockin'" mit von der Partie, auch Knockin'-Veteranen wie Thierry von Werveke, Huub Stapel oder Jan Josef Liefers geben sich ein Stelldichein. Feinsinnigen Zeitgenossen bereitet dieses 100%ige Popcorn-Movie unter dem Motto Tarantino meets Rodriguez sicherlich Qual, bei den Kids im Saturday-Night-Fever sollte es einschlagen wie eine Bombe. Lütters alias Hoenig im Film geäußerte Prognose "Die Kinokassen tanzen Tango" könnte in Erfüllung gehen. mk.

Darsteller:  Steffen Wink   als Kai Rabe
  Klaus J. Behrendt   als Bernd Krüger
  Sandra Speichert   als Maria Rall
  Stefan Jürgens   als Rufus Lindner
  Heinz Hoenig   als Egon Lütter
  Hannelore Elsner   als Hilde Strassburger
  Jan Josef Liefers   als Marc Hohlmann
  Mirco Nontschew   als Salomon
  Ercan Durmaz   als Hesekiel
  Edgar Selge   als Michael Walner
  Anna Loos   als Esther
  Thierry van Werveke   als Aufnahmeleiter
  Markus Knüfken   als Kurzte
  Dietmar Bär   als Produzent
  Bernd Michael Lade   als Autor
  Huub Stapel   als Karl Bresser
  Brion James   als Mönch
  Gunda Ebert   als Carla Kralski
  Andreas Schmidt   als F/X-Mann
  Steffen Schult  
  Ellen ten Damme   als Stefanie Rabe
  Jeanne Tremsal  
  Camilla Renschke   als Freundin
  Robert Stadlober   als Junge 1
  Roman Sauer   als Junge 2
  Maurice Kumar   als Junge 3
  Wolfgang Kaven   als Pathologe
  Christopher Zumbült   als Kadettfahrer
  Gottfried Vollmer   als Gerichtsvollzieher
  Mazerinné Holskamp   als Franz Krüger
  Tom Jahn   als Taxifahrer 1
  Jürgen Bierfreund   als Taxifahrer 2
  Lolita Wopendzik   als Groupie
  Falko Freitag   als Nachtportier
  Rachael Crawford   als Maskenbildnerin
  Thomas Huber  
  Nicole Ansari   als Redakteurin
  Christof Wackernagel   als Arzt
  Oliver Kalkofe   als Oliver Kalkofe
  Peter Kloeppel   als Peter Kloeppel
  Sönke Wortmann   als Sönke Wortmann
  Cherno Jobatey   als Cherno Jobatey
  Roger Willemsen   als Roger Willemsen
  Susan Atwell   als Susan Atwell
  Andreas Lukoschik   als Andreas Lukoschik
  Bärbel Schäfer   als Bärbel Schäfer
  Kai Böcking   als Kai Böcking
  Tito Larriva   als Bandmitglied
  Nadine Krüger   als Nadine Krüger
 
Regie:  Thomas Jahn  
Buch:  Thomas Jahn  
Musik:  Tito Larriva  
Kamera:  Piotr Lenar  
Produzent:  Oliver Stoltz  
  Michael Souvignier  
  Thomas Jahn  
 

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Features

 

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