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Kalt ist der Abendhauch

Zweite Ingrid-Noll-Verfilmung von Rainer Kaufmann über eine rüstige Seniorin, die für ihre große Liebe auch über Leichen geht.


Kalt ist der Abendhauch

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Erhältlich seit:
23.06.2008

Drama

Deutschland 2000
Laufzeit: 124 Min.
FSK: ab 12

Fritzi Haberlandt
August Diehl
Gisela Trowe

Regie: Rainer Kaufmann
Senator Home Entertainment

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Kalt ist der Abendhauch

Berlin in den 30er Jahren: Charlotte ist unsterblich in Hugo verliebt, der jedoch ihre ältere Schwester heiratet, die ein Kind von ihm erwartet. Dennoch fühlt sich auch Hugo zu seiner Schwägerin hingezogen. Aber Familientragödien, Krieg, Charlottes Heirat mit Bernhard und die Geburt ihrer Kinder trennen die beiden. Doch nicht für immer. Nach Kriegsende taucht Hugo unerwartet bei Charlotte auf. Da ihr Mann als gefallen gilt, genießen die beiden zum ersten Mal eine kurze Zeit des vollkommenen Glücks. Bis Bernhard vor der Tür steht...

Nach der erfolgreichen Inszenierung des Ingrid-Noll-Romans "Die Apothekerin" wagt sich Rainer Kaufmann nun drei Jahre später an die Adaption des Bestsellers der Autorin, der lange als unverfilmbar galt, da er mehrere Jahrzehnte umspannt. Zudem löst hier eine melancholische Liebesgeschichte den für die Noll typischen Krimi-Plot ab. Diese trägt Nachwuchsdarstellerin Fritzi Haberlandt ("Die Braut"), die für ihre Charlotte mit dem Bayerischen Filmpreis geehrt wurde, jedoch so mühelos, dass es ein Genuss ist - vor allem für Literatur-Fans.

Kalt ist der Abendhauch

Zum zweitenmal tun sich Regisseur Rainer Kaufmann und Deutschlands auflagenstarke Krimi-Autorin Ingrid Noll zusammen, um nach "Die Apothekerin" einen weiteren Bestseller-Stoff auf die Leinwand zu bringen. "Kalt ist der Abendhauch", Nolls bislang erfolgreichstes Werk, stellt sich dabei als schwerer zugänglich heraus. Dennoch ist die dramatische Liebesgeschichte, Familienchronik und Zeitdokument in einem, das die Lebensspanne einer ganzen Generation umfasst, nicht minder unterhaltsam als der Vorgänger.

Den Drehbuchautoren Kathrin Richter und Ralf Hertwig ist es gelungen, die in ihrer Vielschichtigkeit lange als unverfilmbar geltende Vorlage zu bändigen und ein eigenständig funktionierendes Skript zu schaffen. Regisseur Rainer Kaufmann ("Stadtgespräch") stand vor der Herausforderung, die die große Zeitspanne des Plots für die Besetzung der Hauptrollen darstellt. Er musste seine Hauptdarsteller, die Träger der Handlung, doppelt besetzen. Das birgt natürlich ein gewisses Risiko für die Erzählführung und die durchgängige Identifikation, doch Kaufmann verknüpft geschickt die Handlungsstränge. In Rückblenden erzählt die "alte" Heldin Charlotte die Geschichte ihrer Jugend in den dreißiger Jahren in Deutschland, und vor allem die ihrer zumeist unerfüllt bleibenden Liebe zu Hugo, dem Mann ihrer Schwester. Sie heiratet Bernhard, der nach dem Krieg als gefallenen gilt, bekommt drei Kinder und lebt ihr Leben, das doch immer wieder um ihre große Liebe kreist. Hugo kehrt unversehrt aus dem Krieg zurück und schlüpft bei ihr unter, doch der kurzen Zeit des gemeinsamen Glücks bereitet Bernhards überraschende Rückkehr ein vorläufiges Ende. Bernhard kommt zu Tode, Hugo kehrt zu seiner Familie zurück und Charlotte nimmt Anton, einen blinden Kriegskameraden ihres Mannes, bei sich auf. Die Beziehung zu Hugo flammt wieder auf, doch als Anton bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt, sieht sie ihren Liebhaber nicht wieder. Erst viele Jahre später - die 80-jährige Charlotte lebt noch immer in ihrer alten Villa - ist die Zeit für die späte Wiedervereinigung reif. Die beiden Alten haben noch etwas zu bereinigen: eine Leiche im Keller will entsorgt und eine erwachsene Tochter ihrem Vater zugeführt werden.

Anders als sonst bei Noll steht nicht der Krimiplot im Mittelpunkt, sondern die Liebesgeschichte einer Frau, die ihr Leben lang, gegen alle Widerstände, an ihren Gefühlen festhält. Mit dem Casting der Newcomerin Fritzi Haberlandt ("Die Braut") als Charlotte ist Kaufmann dabei der große Wurf gelungen: die Jungschauspielerin trägt mühelos den Film. Auch ihre "alte" Entsprechung Gisela Trowe überzeugt. Schwerer haben es die Männer in ihren nicht ganz so ausgebauten Rollen: August Diehl als Hugo wirkt teils abwesend, und sein alter Alter Ego Heinz Bennent, der große Mann des deutschen Theaters und Films mit so unvergessenen Rollen wie Lucas Steiner in "Die letzte Metro", bleibt seltsam autark in seinem Spiel.

Der Film überzeugt in der packenden Emotionalität seiner starken Frauenfigur und als Zeitdokument, das vor allem Wert legt auf die Schilderung der Nachkriegszeit - einer Phase, die bislang im deutschen Film wenig Beachtung fand. Dabei sind es die Beobachtungen am Rande, die "Kalt ist der Abendhauch" stimmig machen: Wie die Familie um den strengen Vater Hoffmann (Vadim Glowna), der ein Schuhgeschäft betreibt, funktioniert - oder eben nicht: unfähig, sein starres Korsett von Konventionen abzulegen, treibt er den jüngsten Sohn in den Selbstmord. Das große Plus des Films sind, neben Kaufmanns unbestrittener Regieleistung, die hervorragende Ausstattung von Knut Loewe in seinem vierten Teamplay mit dem Regisseur, die fein abgestimmte Kameraarbeit von Klaus Eichhammer, der auch schon die anderen Kaufmann-Filme drehte, und die detailversessene, aufwendige Produktion unter der Ägide von "Die Apothekerin"-Produzent Günter Rohrbach. Ein episches Werk, groß angelegtes Kino, das die Elemente Leidenschaft, Tragik, Spannung und Humor vereint und damit genügend Emotionen beim Zuschauer hervorrufen sollte. boe.

Kalt ist der Abendhauch

Berlin in den 30er Jahren: Hugo (August Diehl) und Charlotte (Fritzi Haberland) wären eigentlich das perfekte Paar, und trotzdem finden die beiden nicht zueinander. Hugo heiratet ihre Schwester, als diese schwanger wird und das Schicksal führt die zwei irgendwann auseinander.
Charlotte lebt ihr eigenes Leben, übersteht den Krieg, Ehemann und Liebhaber, wird dreifache Mutter, hat im wahrsten Sinne des Wortes eine Leiche im Keller und trifft nach Jahrzehnten, mit fast über 80, ihre große Liebe wieder. Und für Charlotte ist eines klar: das ist der Mann, auf den sie ihr ganzes Leben gewartet hat.

Die Erfüllung dieser Leidenschaft liegt in der Bestätigung: Auch Hugo hat - zu spät - erkannt, dass es nur eine wirkliche Liebe in seinem Leben gab.

Quelle: Senator

Darsteller:  Fritzi Haberlandt   als Charlotte (jung)
  August Diehl   als Hugo (jung)
  Gisela Trowe   als Charlotte (älter)
  Heinz Bennent   als Hugo (älter)
  Fabian Busch   als Felix
  Ingo Naujoks   als Anton
  Gisela Schneeberger   als Regine
  André Hennicke   als Bernhard
  Georgia Stahl   als Ida
  Vadim Glowna   als Vater
  Elisabeth Trissenaar   als Mutter
  Devid Striesow   als Ernst-Ludwig
  David Stoy   als Albert
 
Regie:  Rainer Kaufmann  
Buch:  Kathrin Richter  
  Ralf Hertwig  
Musik:  Niki Reiser  
Kamera:  Klaus Eichhammer  
Produzent:  Prof. Dr. Günter Rohrbach  
 

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Fritzi Haberlandt

Ihre natürliche Art zu spielen, das markante energische Kinn, das sie mit Barbara Sukowa gemein hat, und die verträumt wirkenden...

 

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August Diehl

Gleich seine erste Filmrolle brachte August Diehl den Deutschen Filmpreis 2000 ein. Als passionierter Computer-Hacker und...