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Karriere Girls

Porträt zweier Karrieregirls auf Nostalgietrip in London vom "Lügen und Geheimnisse"-Regisseur.


Karriere Girls

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Erhältlich seit:
22.06.2007

Originaltitel: Career Girls

Drama

Großbritannien 1996
Laufzeit: 83 Min.
FSK: ab 12

Katrin Cartlidge
Lynda Steadman
Kate Byers

Regie: Mike Leigh
Kinowelt Home Entertainment

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Karriere Girls

Die ehemaligen Busenfreundinnen Annie und Hannah haben sich seit ihrer Unizeit in den achtziger Jahren aus den Augen verloren. Jetzt treffen sie an einem Wochenende in London erstmals wieder aufeinander. Während die beiden ehemals rebellischen Studentinnen, die inzwischen längst Karriere gemacht haben, überall alten Bekannten über den Weg laufen, werden Erinnerungen wach an Wohngemeinschafts-Zeiten, den ersten Joint, die großen Ziele und Hoffnungen von damals. Doch am Ende geht schließlich jede wieder ihrer eigenen Wege.

Nach seinem Gewinn der Goldenen Palme von Cannes für "Lügen und Geheimnisse" legt Mike Leigh mit "Karriere Girls" einen kleinen, eher unspektakulären Film vor. Auch hier bleibt der Brite seinem spartanisch-effiezienten Stil treu und serviert eine gekonnte Mischung aus Drama und Komödie, in der vor allem die spritzig-witzigen Dialoge sowie die beiden unbekannten, aber vorzüglichen Hauptdarstellerinnnen Lynda Steadman und Katrin Cartlidge überzeugen. Dank zahlreicher Rückblenden entsteht somit ein einfühlsames Porträt zweier thirty-somethings. Für Liebhaber des britischen Films ein absolutes Muß.

Karriere Girls

Mike Leigh, der Chronist der britischen Unterschicht zeigt sich duldsam und verständisvoll: In seinem neuen Werk schaffen zwei 30jährige Frauen relativ unbeschadet den Sprung auf die Karriereleiter und treffen sich nach zehn Jahren wieder. Die Begegnung wird zur spannenden Rückbesinnung und zur leicht ironischen Betrachtung ihrer neuen Bürgerlichkeit.

Als Studentinnen wohnten sie in den achtziger Jahren in einer verlotterten Wohngemeinschaft, teilten Küche, Joint, Liebeskummer und einmal sogar den Liebhaber miteinander. Zehn Jahre später sind Hannah und Annie angepaßt und auf dem Weg nach oben. Für ein Wochenende kommt Annie nach London und Hannah traut ihren Augen kaum, wer da aus dem Zug steigt - aus der schüchternen, von Neurodermitis geplagten Post-Punkerin mit roten Zottelfransen ist eine dezent gekleidete junge Frau geworden. Auch in Hannahs schicker Zweizimmer-Wohnung erinnert nichts mehr an deren frühere Schlampigkeit. Doch das satuiert scheinende Leben der beiden zeigt unter der glatten Oberfläche Unsicherheiten, Verletzungen und unterdrückte Aggressionen. Langsam kommt die Vertrautheit wieder, trotz der vordergründigen Bürgerlichkeit haben sie ihre kleinen Utopien bewahrt und gegen die Realität verteidigt, auch wenn der Traum von Liebe und Geborgenheit sich für keine erfüllte. Bei einem Spaziergang durch London und bei einem Besuch "ihres" alten Hauses erinnern sie sich an die wilde Zeit der durchzechten und durchdiskutierten Nächte, an die Liebeserfahrungen und -enttäuschungen, stoßen auf alte Bekannte, die ihnen fremd geworden sind. Nichts ist mehr wie es war, auch sie haben sich verändert, aber ihre Freundschaft gibt ihnen Halt.

Mike Leigh verzichtet auf den Zynismus seiner frühen Filme, betrachtet die Neuorientierung seiner Protagonistinnen mit wohlwollender Distanz, auch wenn ein paar Seitenhiebe auf die bürgerliche Borniertheit nicht fehlen. "Karriere Girls" erreicht nicht die Kompromißlosigkeit und formale Ausdrucksstärke von "Naked" oder die Emotionalität von Palmengewinner "Lügen und Geheimnisse", auch die Zufalls-Dramaturgie wirkt aufgesetzt. Dennoch überzeugt das schlicht inszenierte, und nur an wenigen Schauplätzen spielende Kammerspiel vor allem durch entwaffnende Offenheit der Figuren, die beim Sprung von der vergammelten WG zur Eigentumswohnung ideologischen Ballast abwarfen, die nicht mehr in ihrer alten, alternativen, aber auch noch nicht in der neuen, etablierten Welt verwurzelt sind. Katrin Cartlidge als Hannah erinnert in ihrer ruppig-coolen Art an den verlorenen Großstadt-Hero David Thewlis von "Naked", an dessen Seite sie 1993 spielte. Die "Karriere Girls" bewegen sich zwischen den Fronten, sind weder fordernde "Emanzen" noch kuschelwarme Weibchen, sondern ganz normale Frauen mit Kratzern auf der Seele, die "ihren Mann" stehen. Das macht sie so sympathisch und sollte ihnen - neben dem Gütesiegel Mike Leigh - einen Bonus verschaffen. mk.

Karriere Girls

Seit sechs Jahren haben sich Hannah und Annie nicht mehr gesehen, dabei waren sie an der Uni die besten Freundinnen. Damals - in den wilden 80ern - lebten sie gemeinsam in einer gammeligen Londoner Wohnung, teilten Liebeskummer, Träume und Joints und machten die Nächte durch. Inzwischen sind aus den flippigen Freaks richtige Karrierefrauen geworden. Doch als die beiden ein gemeinsames Wochenende in London verbringen, kommen plötzlich jede Menge Erinnerungen wieder hoch ...
Warmherzig-witzige Tragikomödie von Erfolgsregisseur Mike Leigh mit der großartigen Musik der britischen Kultband "The Cure".

Quelle: Kinowelt

Darsteller:  Katrin Cartlidge   als Hannah
  Lynda Steadman   als Annie
  Kate Byers   als Claire
  Mark Benton   als Ricky
  Andy Serkis   als Mr. Evans
  Joe Tucker   als Adrian
  Margo Stanley   als Rickys Großmutter
  Michael Healy   als Dozent
 
Regie:  Mike Leigh  
Buch:  Mike Leigh  
Musik:  Marianne Jean-Baptiste  
  Tony Remy  
  The Cure  
Kamera:  Dick Pope  
Produzent:  Simon Channing Williams  
 

Karriere Girls in der Fotoshow

 

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