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Kebab Connection

Culture-Clash-Komödie vom Hamburger Kiez: Ein verhinderter türkisch-deutscher Kung-Fu-Regisseur träumt vom Actionfilm - und muss die Vaterrolle spielen.


Kebab Connection

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Erhältlich seit:
07.01.2011

Komödie

Deutschland 2004
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 12

Denis Moschitto
Nora Tschirner
Güven Kiraç

Regie: Anno Saul
Universum Film

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Wie passen Kebab, Kinderkriegen und Kung-Fu zusammen? Die großartige Multikulti-Komödie aus der Feder von Fatih Akin zeigt, wie's geht!

Ibo hält nicht viele Traditionen aufrecht - aber die Wasserpfeife ist ok (Foto: timebandits films) Großansicht

Ibo hält nicht viele Traditionen aufrecht - aber die Wasserpfeife ist ok (Foto: timebandits films)

Everybody is Kung-Fu-Fighting - zumindest im Kopf von Martial-Arts-Fan Ibo (Denis Moschitto). Der junge Türke aus dem Hamburger Schanzenviertel träumt davon, den ersten deutschen Kung-Fu-Film zu drehen. Als Vorbereitung auf den großen Kinocoup inszeniert er einen Werbespot für die Dönerbude seines Onkels.

Tatsächlich avanciert sein Kurzfilm schnell zum Kultclip, und Onkel Ahmets Imbissstube boomt. Voller Stolz sieht Ibo sich bereits als neuen Steven Spielberg, da eröffnet ihm seine Freundin Titzi (MTV-Moderatorin Nora Tschirner), dass sie schwanger ist. Windeln wechseln statt Bruce Lee?

Hilfe, wir werden Eltern! Titzi und Ibo (Foto: timebandits films) Großansicht

Hilfe, wir werden Eltern! Titzi und Ibo (Foto: timebandits films)

Gut gewürzt

Ibo ist ensetzt. Ein cooler Kerl wie er schiebt doch keinen Kinderwagen! Titzi sieht das anders und zeigt dem missmutigen Ibo prompt die rote Karte.

Zu allem Übel setzt ihn auch noch sein traditionsbewusster Vater vor die Tür, weil er kein Enkelkind von einer Deutschen will. Um Titzi zu besänftigen, macht Ibo widerwillig einen Crahskurs in Sachen Pampers, Brei und Krabbelgruppen.

Herrlich schräger Schnulleralarm im Hamburger Hip-Hopper-Milieu - gespickt mit Gags, so deftig wie ein guter Döner. Mit der frechen Situationskomik rund um türkisch-deutsche Missverständnisse trifft Co-Autor Fatih Akin ("Im Juli", "Gegen die Wand") den Puls der Zeit.

Der abgedrehte Spaß liegt irgendwo zwischen Komödien wie "My Big Fat Greek Wedding" und "Lammbock". Eine Feel Good-Komödie mit klasse Darstellern und guter Laune-Garantie.

Kebab Connection

Die Erfolgswellen um Fatih Akins Überflieger "Gegen die Wand" sind kaum abgeebbt, da präsentiert Wüste Filmproduktion, bisher für alle Akin-Kinofilme verantwortlich, bereits das nächste Werk. "Kebab Connection" ist eine klassische Culture-Clash-Comedy im griechisch-türkisch-deutschen Milieu Hamburgs, die nebenbei auch noch eine Love Story erzählt und bei der die Kampfsportart Kung Fu eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Die dank Hits wie "Kick It Like Beckham" oder "My Big Fat Greek Wedding" beliebte Thematik könnte Anno Sauls zweiter Leinwandarbeit nach "Grüne Wüste" durchaus einen kommerziellen Schub geben.

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Fatih Akin einst den Wüste-Produzenten Ralph Schwingel mit der Idee genervt hat, den ersten deutschen Kung-Fu-Film machen zu wollen. Aus dieser Ausgangssituation entstand das Drehbuch zu "Kebab Connection", das Akin dann aus Zeitgründen nicht selbst verfilmen konnte und deshalb Anno Saul für den Regiestuhl vorschlug. Saul, im Umgang mit sensiblen Themen - "Grüne Wüste" handelt von Leukämie - ebenso bewandert wie mit dem Inszenieren von Komödien (siehe etwa der TV-Film "Zur Zeit zu zweit"), überrascht das Publikum gleich mit einem Einstiegsgag: Zwei Schwertkämpfer liefern sich in einem Döner-Laden einen erbarmungslosen Kampf. Dann fährt die Kamera zurück und wir sehen ein paar Menschen in einem Kinosaal. Die wiederum kamen gerade in den Genuss eines Werbespots, inszeniert vom Türken Ibo (Denis Moschitto), der hier eine Auftragsarbeit für seinen Onkel, den Imbissbuden-Besitzer Ahmet (Hasan Ali Mete), ablieferte. Doch Werbung ist für Ibo nur Mittel zum Zweck. In Wirklichkeit träumt der Filmfreak davon, mal ein richtig actionreiches Kung-Fu-Spektakel hinzulegen. Diese Pläne erhalten jedoch einen heftigen Dämpfer, als ihm seine deutsche Freundin Titzi (Nora Tschirner) eines Tages eröffnet, sie sei schwanger. Ibo, in Sachen Familie und Kinder eher ein altmodischer Typ, ist wie vor den Kopf gestoßen, zumal Titzi nicht daran denkt, wegen des Babys ihre Ausbildung als Schauspielerin aufzugeben und deshalb von ihrem Freund volle Unterstützung, sprich Hausmann-Qualitäten, verlangt.

Der Beziehungs-Zwist zwischen Ibo und Titzi dient Anno Saul als roter Faden, als Schnur, an die er nun nach und nach eine Perle an die andere reiht; sprich: verschiedene Nebenhandlungen integriert, neue Figuren einführt, visuelle Gags einbaut und natürlich immer wieder den Zusammenprall der Kulturen augenzwinkernd aufs Korn nimmt. Da gibt es eine köstlich-komische Fehde zwischen Onkel Ahmet und dem Wirt der griechischen Taverne von gegenüber, den dieser boshaft nur "Klitoris" nennt. Da entpuppt sich Bruce-Lee-Fan Ibo als versierter Kung-Fu-Kämpfer und schließlich versuchen drei schräge Gestalten, die sich besonders cool vorkommen, reichlich erfolglos Schutzgeld von den diversen Imbissbudenbesitzern zu erpressen. Auch wenn dabei der Handlungsfaden manchmal reißt und optische Spielereien wie etwa die Eisenstein-Referenz mit dem Kinderwagen auf einer Treppe die Geschichte nicht immer vorantreiben, schafft es "Kebab Connection", 90 Minuten lang gute Laune zu verbreiten. Was nicht zuletzt an den schrillen Charakteren liegt, und jenen, die sie verkörpern, allen voran der türkische Ausnahme-Akteur Güven Kirac als Ibos Vater, der in seine Rolle Deutsch meistert - lautmalerisch, denn er beherrscht die Sprache nicht! Zudem stimmt die Chemie zwischen dem talentierten Denis Moschitto, zuletzt Hauptdarsteller im ähnlich gelagerten "Süperseks", und der agilen MTV-Moderatorin Nora Tschirner, die schon in "Soloalbum" schauspielerische Qualitäten an den Tag legte. Fazit: Die deutsche Antwort auf "Jalla Jalla", "East is East" und Co. kann sich mehr als nur sehen lassen. lasso.

Darsteller:  Denis Moschitto   als Ibo
  Nora Tschirner   als Titzi
  Güven Kiraç   als Mehmet
  Hasan Ali Mete   als Onkel Ahmet
  Adnan Marel   als Kirianis
  Adam Bousdoukos   als Valid
  Cem Akin   als Altan
  Nursel Köse   als Hatice
  Tatjana Velimirov   als Stella
  Fahri Yardim   als Lefty
  Romina Fütterer   als Ayla
  Sibel Kekilli   als Die Italienerin
  Kida Ramadan   als Özgür
 
Regie:  Anno Saul  
Buch:  Fatih Akin  
  Ruth Toma  
  Jan Berger  
  Anno Saul  
Musik:  Marcel Barsotti  
Kamera:  Hannes Hubach  
Produzent:  Stefan Schubert  
  Ralph Schwingel  
 

Kebab Connection in der Fotoshow

 

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