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Kein Science Fiction

Lustig-melancholische Charakterstudie, in der bei einem Motivationsseminar Teilnehmer und Leiter in einer abgeschnittenen Parallelwelt landen.


Kein Science Fiction

Leihvideo

Erhältlich seit:
12.06.2008

Drama/ Komödie

Deutschland 2003
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 12

Jan Henrik Stahlberg
Arved Birnbaum
Nicole Marischka

Regie: Franz Müller
epiX Media AG

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Lustig-melancholische Charakterstudie, in der bei einem Motivationsseminar Teilnehmer und Leiter in einer abgeschnittenen Parallelwelt landen.

Jörg sucht eine neue Motivation im Leben (Foto: Exit) Großansicht

Jörg sucht eine neue Motivation im Leben (Foto: Exit)

Jörg (Arved Birnbaum) ist ein frustrierter Unternehmer aus Ostdeutschland. Die Geschäfte laufen mies, das hat sich nach der Maueröffnung auch nicht geändert.

Von der Verzweiflung getrieben, nimmt er an einem Motivationsseminar teil. Dort lernt er den diabolisch smarten Seminarleiter Marius (Jan Henrik Stahlberg) näher kennen. Marius versucht, Jörg die Prinzipien seiner "Mental Syntax"-Theorie beizubringen - zum Beispiel, eine Tür "mit der richtigen Einstellung" zu öffnen. Prompt landen beide in einem Zeit-Raum-Kontinuum fern vom Rest der Welt.

Marius bringt Jörgs geregelten Alltag durcheinander (Foto: Exit) Großansicht

Marius bringt Jörgs geregelten Alltag durcheinander (Foto: Exit)

Wunderbarer Versuch

Erstlingsregisseur Franz Müller entwickelte die Geschichte seiner Low-Budget-Produktion gemeinsam mit den Schauspielern, insbesondere den wunderbaren Hauptdarstellern Arved Birnbaum und Jan Henrik Stahlberg in den Rollen zweier ungleicher Typen, die das Schicksal zum Zusammenhalt zwingt.

Ein lustiger, melancholischer und präzise beobachteter Film mit absurder Versuchsanordnung.

Kein Science Fiction

Dem Titel gemäß entsteht in Franz Müllers Debütfilm zwar ein Paralleluniversum, aber die Welten, die beschrieben werden, sind deutscher Alltag mit seinen skurrilen und schrägen Seiten. Als Abschlussarbeit an der Kunsthochschule für Medien in Köln entstanden und spät im Verleih, spielt die komische Odyssee im letzten Jahr, in dem mit DM bezahlt werden konnte, was zusätzliche Verfremdung schafft.

In einem Motivationsseminar für Unternehmer trifft der intelligente Seminarleiter Marius (Jan Hendrik Stahlberg) auf den sich unverständig gebenden Ossi Jörg (Arved Birnbaum), der die Leitformeln der "Mentalen Syntax" nicht begreift. Als ihm Marius beibringt, wie man eine Tür mit der richtigen Einstellung öffnet, indem man den Raum erobern will, kann sich keiner der Teilnehmer mehr an sie erinnern. Sie sind von der Welt vergessen, aufeinander angewiesen. Marius entdeckt, dass Türenöffnen im Paralleluniversum ihnen unverhoffte Möglichkeiten schafft, nach Belieben Orte zu wechseln, ungezwungen zu leben. Aber das Leben zu zweit bringt Spannungen mit sich.

Von der Grundidee originell und variationsreich in den Situationen, die mit Türen, Verschwinden, Bezahlen und Konsumrausch zu tun haben, folgt "Science Fiction" den absurden Helden auf der Suche nach den Dingen des Lebens, die sie im richtigen Leben kaum verstanden hatten: Freundschaft, Liebe und Moral werden auf die Probe gestellt, als die beiden den Frauen ihres Lebens begegnen. Auf Digitalvideo gedreht, entsteht formal der beabsichtigte Eindruck des Flüchtigen. Jan Hendrik Stahlberg, der in "Muxmäuschenstill" eine ähnliche Rolle spielt, legt den smarten Marius mit seiner unverkennbar kehligen Tonlage virtuos als Artisten auf der Zirkuskuppel des alternativen Lebens an. Witzig und nur eine Spur zu lang. ger.

Darsteller:  Jan Henrik Stahlberg   als Marius
  Arved Birnbaum   als Jörg
  Nicole Marischka   als Anja
  Heidi Ecks   als Barbara
  Thomas Wittmann   als Hotelier
  Sarah Meyer   als Studentin auf der Bank
  Angela Menzel   als Studentin am Tisch
  Siegfried Antonio Effenberger   als Art Director Werbeagentur
  Nadja Becker   als Rezeptionistin Werbeagentur
  Christoph Kottenkamp   als Gast in der Kneipe
  Bettina von Kolbeck   als Frau im Imbiss
  Kali Zmugg   als Mann im Restaurant
  Mark Weigel   als Verkäufer Modegeschäft
  Sybille Schedwill   als Verkäuferin Musikgeschäft
  Jost Meyer   als Verkäufer Musikgeschäft
  Christiane Olivier   als Kellnerin Kneipe
  Rainer Knepperges   als Mann im Reihenhaus
  Kathrin Leutert   als Frau im Reihenhaus
  Silke Natho   als Seminarteilnehmerin
  Claudia Mischke   als Seminarteilnehmerin
  Edith Höltenschmidt   als Klofrau
  Klaus Ebert   als Seminarteilnehmer
  Henning Grübel   als Autoverkäufer
  Ingrid Kaltenegger   als Polizistin
 
Regie:  Franz Müller  
Buch:  Franz Müller  
Musik:  Tobias Ellenberg  
Kamera:  Frederik Walker  
Produzent:  Franz Müller  
 

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