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Erhältlich seit:
21.08.2009
Originaltitel: Kinsey
USA 2004
Laufzeit: 114 Min.
FSK: ab 12
Liam Neeson
Laura Linney
Chris O'Donnell
Regie: Bill Condon
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

Obwohl oder vielleicht gerade weil "Das sexuelle Verhalten des Mannes" sich häufig auf eine Minutenaffäre reduziert, war es Alfred C. Kinsey die gleichnamige Marathon-Studie wert. Sie und vor allem der Pionier, der sie im repressiven Klima der Vierzigerjahre veröffentlichte, stehen im Mittelpunkt eines Films, der sensibel und mutig den Weg eines nicht unumstrittenen Wissenschaftlers nachzeichnet. Kinsey öffnete Amerika und dem verklemmten Rest der Welt die Augen, war Wegbereiter der sexuellen Revolution und bietet auch im neuen Jahrtausend Reizthemen genug, um nach dem Kinobesuch zu diskutieren, ob seit Kinseys Studie wirklich über 50 Jahre vergangen sind oder die Zeit in mancher Hinsicht stehen geblieben ist.
Obwohl der neue Film von Bill Condon wie sein Vorgänger "Gods and Monsters" mit einem kleinen Budget unter dem Event-Radar Hollywoods blieb, erregte er bereits Aufmerksamkeit, wurde für drei Golden Globes nominiert, darunter auch als Bestes Drama. Ebenfalls vorgeschlagen wurden Liam Neeson und Laura Linney, die als Alfred und Clara Kinsey die Inkompatibilität von Verstand und Gefühl deutlich machen. Das schlägt sich vor allem im Konzept der freien Liebe nieder, das als Befreiung von Zwängen eine theoretische Sehnsucht ist, in der Praxis aber an emotionalen Empfindlichkeiten scheitert. Das gilt für Kinseys Ehe wie auch für die Beziehungen seiner Mitarbeiter. Diese Unvereinbarkeit ist genauso Teil der menschlichen Natur wie das Lustempfinden selbst, formuliert der Film eine seiner Thesen, ist dabei aber nicht akademisch-spröde, sondern zeigt oft auch Humor.
Kinseys Interviewstrategie, die mit einem ausgefeilten Fragenkatalog sexuelles Verhalten wertfrei durchleuchtete, von den biographischen Hintergründen bis hin zu den Details der Ausübung, integriert Condon in sein Drehbuch. Der Forscher selbst wird Gegenstand der Untersuchung, womit der Zuschauer die prägenden Ereignisse seines Lebens kennen lernt. Die Kindheit unter einem bigotten Vater. Die frühen sexuellen Wünsche, die verdrängt oder bei Auslebung mit Selbstvorwürfen bestraft wurden. Die Abnabelung durch berufliche Neuorientierung. Die akademische Karriere als Zoologe, der spät in der menschlichen Natur ein weitaus bedeutenderes, von der Wissenschaft total vernachlässigtes Forschungsgebiet entdeckte. Die Ehe mit Clara McMillen, eine Affäre mit Mitarbeiter Clyde Martin (Peter Sarsgaard), mit dem später auch seine Frau experimentierte. Das Beziehungschaos im Kinsey-Umfeld, das die freie Liebe anrichtete. Die überraschend positive Reaktion über den ersten Kinsey-Report und der vernichtende konservative Konter, als Kinsey Amerika auch die Frau als sexuelles Wesen mit eigenen Wünschen vorstellt. Das alles ist Gegenstand einer Biographie, die sich nicht frecher gibt, als es die Zeit, in der sie spielt, oder auch die Kontrollinstanz der MPAA erlaubt.
Mit guten Dialogen sorgt Condon für verbale Eleganz, mit dosiertem Humor für Entspannung, mit Einfallsreichtum für Auswege aus einem beschränkten Budget (ein Highlight: die mit Köpfen übersäte "sprechende" Landkarte). Die kontroversen Aspekte von Kinseys Untersuchung, die etwa im Dienst der Wissenschaft auch Extremfälle wie Pädophilie einbezog, werden teilweise angesprochen, aber nicht vertieft. Condon geht es um Versöhnung mit einem oft missverstandenem Pionier, nicht um Diskussion seiner wissenschaftlichen Fragwürdigkeiten. Am Ende lässt er in einem "Vertigo"-Zitat (selbst ein Film über eine sexuelle Normabweichung) Kinseys Frau hinter mächtigen Sequoias verschwinden. Die Natur definiert und dominiert den Menschen, nicht umgekehrt. Ein schöneres Bild lässt sich für ein solches Fazit nicht finden. kob.
Alfred C. Kinsey war weltberühmt, ist heute aber fast vergessen. Mit einem leidenschaftlichen, sensiblen und humorvollen Porträt bringt Bill Condon diesen Wegbereiter der sexuellen Revolution, diese komplexe Persönlichkeit und ihre Zeit, in Erinnerung.
Dabei kann der für sein Drehbuch zu "Goods and Monsters" (1998) mit dem Oscar[r] ausgezeichneten Autor und Regisseur auf eine herausragende Besetzung bauen. In Nebenrollen gibt sich amerikanische Bühnenprominenz die Ehre. In den Hauptrollen glänzen Liam Neeson ("Schindler's Liste", "Tatsächlich ... Liebe") und Laura Linney ("Mystic River", "Das Leben des David Gale"), unterstützt von Shooting-Star Peter Sarsgaard ("Boys Don't Cry", "Shattered Glass") und preisgekrönten Charakterdarstellern wie Timothy Hutton ("Eine ganz normale Familie").
Quelle: Fox
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Quelle: Fox
| Darsteller: | Liam Neeson | als Alfred Kinsey | |
|---|---|---|---|
| Laura Linney | als Clara McMillen | ||
| Chris O'Donnell | als Wardell Pomeroy | ||
| Peter Sarsgaard | als Clyde Martin | ||
| Timothy Hutton | als Timothy Hutton | ||
| John Lithgow | als Alfred Seguine Kinsey | ||
| Tim Curry | als Thurman Rice | ||
| Oliver Platt | als Herman Wells | ||
| Dylan Baker | als Alan Greg | ||
| Julianne Nicholson | als Alice Martin | ||
| William Sadler | als Kenneth Brown | ||
| Heather Goldenhersh | als Martha Pomeroy | ||
| John McMartin | als Huntington Hartford | ||
| Veronica Cartwright | als Sara Kinsey | ||
| Kathleen Chalfant | als Barbara Merkle | ||
| Dagmara Dominczyk | als Agnes Gebhard | ||
| Lynn Redgrave | |||
| Regie: | Bill Condon | ||
| Buch: | Bill Condon | ||
| Musik: | Carter Burwell | ||
| Kamera: | Frederick Elmes | ||
| Produzent: | Gail Mutrux | ||
Kinsey - Die Wahrheit über Sex in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch dts 5.1, Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: dts
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Audiokommentar, Entfallene Szenen, Behind the Scenes, Outtakes
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