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Kitchen

Asiatische Variante des Generation-X-Films und zarte, ausgeflippte Liebesgeschichte in einem. In betörender Optik.


Kitchen

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Erhältlich seit:
10.05.2007

Originaltitel: Ngo oi chuifong

Drama

Hongkong/Japan 1996
Laufzeit: 121 Min.
FSK: ab 12

Jordan Chan
Yasuko Tomita
Law Kar-ying

Regie: Yim Ho
KSM

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Kitchen

Ein betörend schöner Zwitter zwischen Meditation und Melodram ist diese Adaption von Banana Yoshimotos nicht nur in Japan verehrtem Erfolgsroman "Kitchen". Erzählt wird eine etwas überdehnte Geschichte über Verlust und Neuaufbau, in der mit ausdrucksstarken Bildern Gefühle illustriert, aber Entwicklungen der Hauptfiguren zum Ende hin unnötig verschleppt werden. Eine Geduldsprobe für manchen Zuschauer, und dennoch eine sehenswerte Programmkino-Offerte für ein Publikum, das Stille und Film, als bewegte Malerei interpretiert, zu schützen weiß.

Regisseur Yim-Ho stammt aus Hongkong, aber der Stil seiner Filme ist im Unterschied zu vielen seiner häufig an Action orientierten Kollegen poetisch, nicht frenetisch. Wie schon sein 1996 für die beste Regie ausgezeichneter Beitrag "Die Sonne kann hören" lief auch sein jüngster Film im Wettbewerb der Berlinale (1997) und wies den 45jährigen Regisseur als visuellen Lyriker aus. "Kitchen" ist im wesentlichen die filmische Spiegelung seelischer Trauerarbeit, die die beiden Hauptfiguren in einem eher minimalistischen Plot zu bewältigen haben. Am Anfang steht das Ende, der Tod der Großmutter der hübschen Aggie (Yasuko Tomita). Ruhig, mit sparsamen Schnitten und einer Bildsprache, die Aggies Zustand reflektiert, begleitet der Film den Rückzug dieser Figur nach innen. Bis Friseur Louie (Jordan Chan) der jungen Frau mit sich und seiner Mutter Emma die Chance auf eine neue Familie bietet. Schließlich löst sich Aggie aus ihrer Erstarrung, freundet sich allmählich wieder mit ihren Träumen (eine Karriere als Spitzenköchin), dem Leben und ihren neuen menschlichen Bezugspunkten an. Eine unkonventionelle Kleinfamilie entsteht - mit komplizierten Bindungen. Louie begehrt Aggie, wird aber mehrfach abgewiesen, weil Liebe in ihr noch reifen muß. Erst als Emma, die Mutter Louies, die einst sein Vater war (Geschlechtsumwandlung!), ermordet wird, stellt sich Aggie ihren wahren Gefühlen. Doch bis die beiden schweigenden Liebenden aus ihrer Sprachlosigkeit erwachen, ist noch ein langer Weg, der auch für den Zuschauer nicht ohne Strapazen zu bewältigen ist. Das letzte, etwas zähe Drittel des Films spiegelt das erste Drittel mit umgekehrten Vorzeichen, denn nun verkriecht sich Louie in seiner Trauer. Eine Liebesgeschichte in Zeitlupe also, die eher mit Gestalt als Gehalt betört, aber als meditative Gefühlsmalerei atmosphärisch und visuell zum Schönsten gehört, was dieses Kinojahr zu bieten hatte.kob.

Kitchen

Der Frisör Louie (Jordan Chan) lebt in einem bemerkenswerten Umfeld. Sein Vater möchte lieber seine Mutter sein. Also lebt Louie mit einem Transvestiten zusammen. Diese Wohngemeinschaft wird plötzlich durch Aggie (Yasuko Tomita) ergänzt. Denn nach dem Tod ihrer Großmutter hat sie kein Zuhause mehr und der Schmerz über ihren Verlust hat die junge Frau stumm werden lassen. Vater und Sohn versuchen ihr Bestes, um Aggie ein neues Heim zu bieten. Schon bald offenbart sich, dass sie eine Leidenschaftliche Köchin ist. Vielleicht kann sie so ihre Trauer überwinden.

Doch kaum geht es Aggie besser, muss Louie einen gewaltigen Schicksalsschlag verkraften. Denn sein Vater, der Transvestit, wird eines Tages ermordet. Louies Welt gerät aus den Fugen und er flüchtet sich in die Einsamkeit.

Dieser Film basiert auf dem Erfolgs-Roman der Autorin Banana Yoshimoto und zeichnet ein sehr realistisches Bild der asiatischen Generation X. "Kitchen" ist ein Meisterwerk der Poesie und Bildsprache, wobei Regisseur Ho Yim das Spiel mit Licht und Schatten bis zur Perfektion beherrscht. Jetzt schon ein Klassiker der asiatischen Moderne.

Quelle: KSM

Darsteller:  Jordan Chan   als Louie
  Yasuko Tomita   als Aggie
  Law Kar-ying   als Emma
  Karen Mok   als Jenny
  Lau Siu-ming   als Mr. Chiu
  Lo Koon-lan   als Chika
 
Regie:  Yim Ho  
Buch:  Yim Ho  
Musik:  Yoshihide Otomo  
  Kazuhisa Uchihashi  
Kamera:  Poon Hang-seng  
Produzent:  Raymond Chow  
  Yokichi Osato  
 

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