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Leihvideo
Erhältlich seit:
27.10.2004
Originaltitel: Salmer fra kjokkenet
Norwegen 2003
Laufzeit: 91 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)
Joachim Calmeyer
Tomas Norström
Bjørn Floberg
Regie: Bent Hamer
Sunfilm Entertainment

Mit "Elling", der schrägen Ballade um zwei etwas andere WG-Bewohner, landete Arsenal 2002 einen Überraschungshit, der knapp eine halbe Million Besucher in die Kinos lockte und bewies, dass Norwegen mehr zu bieten hat als erfolgreiche Wintersportler. Verwandt im Ton, nicht minder skurril und ebenso kurzweilig darf derselbe Verleih nun auf "Kitchen Stories" bauen, einer ebenfalls norwegischen (Ko-)Produktion, der - mit entsprechender Mundpropaganda - ähnliche Erfolgszahlen zuzutrauen sind. In Skandinavien jedenfalls begeisterte der Film so sehr, dass Norwegen ihn ins Rennen um den Auslands-Oscar 2004 schickt.
Norwegen ist auf der Kinolandkarte ein weißer Fleck. Schaffen es doch zumindest hierzulande höchst selten dort entstandene Arbeiten - sieht man von den häufig in Koproduktion mit Schweden entstandenen Kinderfilmen ab - in die Lichtspielhäuser. Aber vielleicht ändert sich das jetzt, denn mit "Elling" ist die Neugier geweckt und "Kitchen Stories" eine kleine Sensation. Dabei erzählt Autor und Regisseur Bent Hamer eine einfache Geschichte, eine Geschichte von Einsamkeit und Freundschaft, von individuellen Unterschieden und universellen Gemeinsamkeiten.
Die Story führt zurück in die frühen 50er Jahre. Norwegen leidet noch unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs, während das neutrale Nachbarland Schweden nach US-Vorbild hemmungslos dem Fortschritt huldigt. Rationalisierung heißt das Schlagwort der Stunde. Ein schwedisches Feldforschungsinstitut hat das Verhalten der Hausfrau in ihrer Küche untersucht. Geräte wurden daraufhin ideal platziert, die Wege optimiert - schließlich liefen die Damen bislang jedes Jahr eine Strecke, die der zwischen Stockholm und dem Kongo entsprach.
etzt gilt es eine andere Spezies kochtechnisch zu erforschen: den männlichen Junggesellen. Den kauzigen Isak beispielsweise, der in einem kleinen norwegischen Dorf wohnt. Also positioniert sich sein Beobachter Folke auf einem speziell für diesen Zweck konstruierten Hochstuhl im Kücheneck und führt penibelst Buch über sämtliche Aktivitäten seines Probanden. In persönlichen Kontakt dürfen die beiden nicht treten, miteinander sprechen keinesfalls und den anderen um eine Zigarette bitten schon gar nicht.
Willkommen in Absurdistan, in einem Film, der zunächst so konstruiert wirkt wie die Versuchsanordnung, von der er erzählt. Aber nur auf den ersten Blick. Hat man sich einmal in die Charaktere hineingefühlt, hat man sich auch schon in sie verliebt. Zwei Schweiger, die zu reden anfangen, zu kommunizieren, die Worte noch ernst nehmen und deswegen sorgsam mit ihnen umgehen. Hamer weiß, dass ein Film nur so stark ist wie seine Figuren und so lässt er sich viel Zeit für die Personenentwicklung. Klar definiert er Ort und Zeit, Lebensumstände und Seelenzustände. Ohne Aufwand tut er das, er reduziert sich aufs Notwendige, fast wie in einem Stummfilm.
Seine Bilder, vorzüglich fotografiert von Philip Øgaard, sprechen für sich. Kinematografie wird hier wortwörtlich genommen. Nichts ist Staffage, nichts überflüssig. Er berichtet von zwei Männern, die sich allmählich annähern, sich anfreunden. Punkt. Und ganz nebenbei lernt man über Land und Leute, ein bisschen über Skandinavien und das Verhältnis der benachbarten Länder. Das ist anrührend und witzig, voller Situationskomik, skurril und auch ein wenig traurig. Getragen von den beiden vorzüglichen Darstellern, Joachim Calmeyer und Tomas Norström, folgt man dieser Tragikomödie gerne, die voller überraschender Einfälle steckt, in die Vergangenheit führt und doch von heute handelt. geh.
| Darsteller: | Joachim Calmeyer | als Isaak | |
|---|---|---|---|
| Tomas Norström | als Folke | ||
| Bjørn Floberg | als Grant | ||
| Reine Brynolfsson | als Malmberg | ||
| Sverre Anker Ousdal | als Dr. Benjaminsen | ||
| Lennart Jähkel | als Green | ||
| Leif Andrée | als Dr. Ljungberg | ||
| Gard B. Eidsvold | als Bakkemann | ||
| Regie: | Bent Hamer | ||
| Buch: | Bent Hamer | ||
| Jörgen Bergmark | |||
| Musik: | Hans Mathisen | ||
| Kamera: | Philip Øgaard | ||
| Produzent: | Bent Hamer | ||
Kitchen Stories in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch dts, Deutsch DD 5.1, Norwegisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1/dts
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:1,85/16:9
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