Anfang der 30er-Jahre in einem Dorf im Fränkisch-Thüringischen. Lehrerin Klara Falk, ein "spätes Mädchen", und ihre Mutter teilen sich am Rand des Dorfes ein Haus und ein Bett. Die pazifistischen Vegetarierinnen werden als "Grasfresserinnen" verhöhnt, aber weitgehend von der Dorfgemeinschaft geduldet. Eines Tages taucht der polnische "Genosse" Herbert Kupka auf, der Mutter und Tochter gegeneinander aufbringt und so plötzlich verschwindet, wie er gekommen ist. Alles ist anders geworden.
Vom WDR produzierter Film des Theaterregisseurs Tankred Dorst, der in seinen Filmen die Kluft zwischen Wirklichkeit und dem Bewusstsein, das Menschen von der Realität haben, reflektiert, und in teils ungewöhnlicher Form umsetzt. "Klaras Mutter" lässt sich als Studie des aufkommenden Faschismus, als Reaktion auf den Deutschen Herbst 1977 und als Utopie selbstbestimmten alternativen Lebens lesen. Der Film ist in Schwarzweiß aufgenommen. Marius Müller-Westernhagen spielte den Polen ein Jahr vor dem Kinoerfolg "Theo gegen den Rest der Welt".