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Kleine Wunder in Athen

Komödie um einen alternden Kioskbesitzer, der stolz darauf ist, Grieche zu sein, und entdeckt, dass er albanische Wurzeln hat.


Kleine Wunder in Athen

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Erhältlich seit:
28.01.2011

Originaltitel: Akadimia Platonos

Komödie/ Drama

Griechenland/Deutschland 2009
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)

Antonis Kafetzopoulos
Anastasis Kozdine
Titika Sarigouli

Regie: Filippos Tsitos
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Kleine Wunder in Athen

Ein etwas heruntergekommenes Stadtviertel in Athen: Der alternde und von seiner Frau verlassene Kioskbesitzer Stavros hängt den ganzen Tag mit seinen Freunden an seinem Kiosk herum und lästert über Albaner und Chinesen. Zu Hause muss er sich um seine senile Mutter kümmern. Die hat ausgerechnet einen Albaner bei sich aufgenommen, den sie für ihren verlorenen Sohn hält und mit dem sie fließend Albanisch spricht. Stavros schmeißt ihn zwar sofort raus, doch sein Selbstbild ist schwer erschüttert.

Bedächtige, lakonische Komödie, die mit ihrem Setting in einem baufälligen Athener Stadtviertel auf den ersten Blick wie ein Beitrag zur Griechenland-Krise wirken mag, aber vor allem zielsicher Fremdenfeindlichkeit aufs Korn nimmt. Der in Athen geborene und in Berlin lebende Regisseurs Filippos Tsitos stellt seiner stoisch wirkenden Hauptfigur Stavros dessen emotionale Mutter (wundervoll: Titika Saringouli) entgegen. Eine weise Komödie über Nächstenliebe und den Mut zum Wandel, die Nationalismus ad absurdum führt.

Kleine Wunder in Athen

Humor entspringt der Verzweiflung in dieser griechischen Komödie über einen apathischen Fremdenfeind, der sich plötzlich mit seinen albanischen Wurzeln konfrontiert sieht.

Diesen Schock verträgt der alternde Kioskbesitzer Stavros (Antonis Kafetzopoulos) nicht. Er wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, dass sein Weltbild zusammenbricht. Dabei weiß der schlaflose Melancholiker längst, dass sein Leben verpfuscht ist: Verlassen von seiner Frau Dina pflegt er seine trübsinnige, senile Mutter (wundervoll: Titika Saringouli), mit der er in einer kleinen Wohnung über seinem Laden haust in einem schäbigen, baufälligen Straßenzug Athens. Das Viertel heißt ausgerechnet "Akadimia Platonos" (übersetzt Platons Akademie), so der bitter-ironische Originaltitel. Stavros und seine Kumpels bilden ein Quartett abgewirtschafteter Verlierer, sitzen jeden Tag vor dem Laden herum und geben sich Ressentiments hin. Sie wähnen sich als stolze Griechen und pflegen ihre Abneigung gegenüber Albanern und Chinesen, die vor ihrer Nase um die Wette arbeiten.

Soweit kann man den Film des in Athen geborenen, seit 1991 in Berlin lebenden "Tatort"-Regisseurs Filippos Tsitos auch als Beitrag zur Griechenlandkrise betrachten, auch wenn er schon 2009 entstand. Doch Tsitos hat mit zielsicherem Spott eine Parabel im Sinne, die von Fremdenfeindlichkeit, Globalisierung und Menschlichkeit handelt. So hält Stavros Mutter den Albaner Marengelen (Anastas Kozdine) für ihren verlorenen Sohn und spricht in fließendem albanisch mit ihm. Stavros wirft ihn postwendend hinaus und stürzt in eine schwere Identitätskrise: Ist er nun Grieche oder Albaner? Mit lakonischem Understatement wird eine in ausgeblichenen Farben schimmernde, abrissreife Welt ohne Himmel und Natur geschildert, ein komisches Panorama, das längst nicht so bedrückend ist wie Stavros selbst. Er und seine Freunde wirken so angestaubt und verwaist wie ihre Kioske. Ein desolater Zustand, den Kafetzopoulos mit stoischer Mine ohne jede Gefühlsregung darstellt. Der herausfordernd gemächliche Film hingegen kennt sehr wohl Emotionen, etwa in der um ihr Glück gebrachten Mutter, und findet Gemeinsamkeiten bei Menschen, die nur ihre Unterschiede wahrnehmen. Die Menschen verbindet etwa auch die Liebe zum Classic Rock, der prominent im Soundtrack vertreten ist. So feiert Tsitos mit der Weisheit eines Platons durchwirkte Arthouse-Komödie über falsche Identitäten die Tugenden Nächstenliebe, Brüderlichkeit und den Mut zum Wandel und führt den Nationalismus ad absurdum. tk.

Kleine Wunder in Athen

Stavros betreibt einen kleinen Laden in einer mehr als ruhigen Straße von Athen. Das heißt eigentlich besteht seine Tätigkeit daraus, morgens einen Tisch mit vier Stühlen vor den Laden zustellen, um zusammen mit seinen drei Freunden dem Tag beim Verstreichen zuzusehen. Mit gespieltem Interesse nehmen sie das emsige Treiben der Chinesen zur Kenntnis, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen kleinen Laden umbauen oder empören sich, weshalb ausgerechnet in ihrer kleinen Straße ein Denkmal für die "Interkulturelle Solidarität" gebaut werden soll. Doch als eines Tages ein Mann namens Marengelen (was die Zusammenziehung von "Marx, Engels, Lenin" ist) auftaucht und Stavros' betagte und demente Mutter in ihm ihren lang verlorenen Sohn wiederzuerkennen glaubt, gerät Stavros Leben aus dem Gleichgewicht...

Eine wundervoll warmherzige Komödie um einen alternden Kioskbesitzer, der seine Identität verliert und dafür einen Bruder gewinnt. Ein Meisterwerk des skurrilen Humors und ganz nebenbei eine ausgesprochen gelungene Einführung in die griechische Ökonomie.

Quelle: good!movies

Making OF, Trailer

Quelle: good!movies

Darsteller:  Antonis Kafetzopoulos   als Stavros
  Anastasis Kozdine   als Marenglen
  Titika Sarigouli   als Mutter
  Giorgos Souxes   als Nikos
  Kostas Koronaios   als Argyris
  Panagiotis Stamatakis   als Thymios
  Maria Zorba   als Dina
 
Regie:  Filippos Tsitos  
Buch:  Alexis Kardaras  
  Filippos Tsitos  
Musik:  Nikos Kypourgos  
  Costa Varibopiotis  
  Vangelis Zelkas  
Kamera:  Polidefkis Kirlidis  
Produzent:  Konstadinos Moriatis  
  Thanassis Karathanos  
 

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