DVD Leihvideo

Klimt

Maler-Biografie, in der Wahlfranzose Raoul Ruiz mit verschiedenen Zeit- und Wahrnehmungsebenen spielt.


Klimt

Leihvideo

Erhältlich seit:
14.11.2006

Drama

Deutschland/Österreich/Großbritannien/Frankreich 2006
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 12

John Malkovich
Veronica Ferres
Stephen Dillane

Regie: Raoul Ruiz
Ascot Elite Home Entertainment

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Erste Filmbiografie des österreichischen Malers Gustav Klimt mit John Malkovich in der Titelrolle.

Klimt verfällt der Tänzerin Lea de Castro (Foto: Arsenal (Central)) Großansicht

Klimt verfällt der Tänzerin Lea de Castro (Foto: Arsenal (Central))

Von Syphilis schwer gezeichnet und nur von seinem jungen Kollegen Egon Schiele (Nikolai Kinski) am Sterbebett besucht, erinnert sich Gustav Klimt (John Malkovich) an die wichtigsten Stationen seines Lebens.

Wie in einem Fiebertraum zieht an ihm die schwierige künstlerische Arbeit in seiner Geburtsstadt Wien vorbei, die wilden Nächte in verruchten Etablissements, die rauschhaften Erlebnisse in der vitalen Genuss-Metropole Paris und die zahlreichen Frauen, die der berühmte Jugendstilkünstler nicht nur malen durfte.

Die Damen stehen gerne Modell (Foto: Arsenal (Central)) Großansicht

Die Damen stehen gerne Modell (Foto: Arsenal (Central))

Im Farbenrausch

In dieser ungewöhnlichen, optisch ausschweifenden und prominent besetzten Biografie des chilenischen Regievirtuosen Raoul Ruiz versucht John Malkovich eine erste Annäherung an die faszinierende Persönlichkeit Klimts, der in der gelernten Schneiderin Emilie Flöge (Veronica Ferres) seine engste Vertraute und in der umschwärmten Tänzerin Lea de Castro (Saffron Burrows) das zentrale Objekt seiner erotischen Fantasien fand.

Klimt

Maler-Biografie, in der Wahlfranzose Raoul Ruiz mit verschiedenen Zeit- und Wahrnehmungsebenen

spielt.

Ob Pablo Picasso oder Egon Schiele, Vincent Van Gogh oder Amedeo Modigliani - beinahe jedem berühmten Maler

wurde bereits ein filmisches Denkmal gesetzt. Nun ist Gustav Klimt an der Reihe, faszinierender Mitbegründer der Wiener Sezession, der vor rund 100 Jahren mit seinen goldenen und vor allem erotischen Bildern so viel Empörung wie Begeisterung hervorrief. Jetzt hat sich der in Frankreich lebende Chilene Raoul Ruiz, dem Arthouse-Publikum vor

allem durch seine opulente Proust-Adaption "Die wiedergefundene Zeit" ein Begriff, dessen Leben und Wirken angenommen. Ruiz tut dies nicht in Form

eines linear erzählten Biopics, er vermischt vielmehr Reales mit Traumsequenzen und springt zwischen den Zeitebenen hin und her. Dabei beschränkt er sich auf den Zeitraum zwischen 1900, jenem Jahr, in dem Klimt (grundsolide: John Malkovich) für sein Bild "Philosophie" auf der Pariser

Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wird, und 1918, als der Sohn eines böhmischen Immigranten stirbt. Die erste Einstellung zeigt denn auch das Sterbebett

von Klimt, der in diesen letzten Stunden sein Dasein Revue passieren lässt, sich im Fieberwahn in wildeste Fantasien hineinsteigert. So trifft er in Paris mit Georges Méliès, einem der Gründerväter des Kinos, zusammen, und auch mit einer geheimnisvollen Tänzerin (betörend: Saffron Burrows), die

ihre wahre Identität nie preisgibt und wohl als Sinnbild für die sexuellen Obsessionen des Malers zu verstehen ist. Ganz im Gegensatz zur bodenständigen Figur der Emilie Flöge (eindimensional: Veronica Ferres), Freundin und Muse, die Klimt zwar Kontakte zu Wiens besserer Gesellschaft verschafft, dem Künstler jedoch nur auf platonischer

Ebene nahe kommt. Schließlich gibt es noch Begegnungen mit Kollegen wie Egon Schiele (schon ähnlich diabolisch wie der Vater: Kinski-Sohn Nikolai) und einem mysteriösen Sekretär (Stephen Dillane), der stets unvermittelt

auftaucht und so etwas wie das borniert-rückschrittliche Beamtentum verkörpert.

Ansprechende (Wiener) Originalschauplätze, erlesen fotografiert von Kamera-Veteran Ricardo Aronowich ("Nachtblende"), und die unkonventionelle Erzählstruktur sind die Pluspunkte der ansonsten klassischen, etwas zäh dahin fließenden Filmbiographie. Zwar müht sich Malkovich, der hier schon zum dritten Mal mit Ruiz zusammenarbeitet, seiner Figur besonderen Glanz zu verleihen, doch

das bleibt ebenso Stückwerk wie Ferres' Versuch, ihrer kleinen, aber wichtigen Rolle Tiefe zu verleihen. Dass man am Ende über Klimt genauso viel oder wenig weiß wie zuvor, fällt nicht mehr ins Gewicht. lasso.

Darsteller:  John Malkovich   als Gustav Klimt
  Veronica Ferres   als Emilie Flöge
  Stephen Dillane   als Sekretär
  Saffron Burrows   als Cléo de Merode
  Sandra Ceccarelli   als Serena Lederer
  Nikolai Kinski   als Schiele
  Aglaia Szyszkowitz   als Mizzi
  Miguel Herz-Kestranek   als Dr. Stein
  Paul Hilton   als Herzog Octave
  Karl Fischer   als August Lederer
  Irina Wanka   als Berta Zuckerkandl
  Antje Charlotte Sieglin   als Vally
  Joachim Bißmeier   als Hugo Moritz
  Peter Appiano   als Carl Moll
  Mark Zak   als Hevesi
  Alexander Strobele   als Bahr
  Denis Petkovic   als Loos
  Annemarie Düringer   als Klimt Mutter
  Marion Mitterhammer   als Hermine Klimt
  Martin Brambach   als Thomas
  Verena Mundhenke   als Lili
  Ariella Hirshfeld   als Kati
  Julie Bräuning   als Lissie
  Ina Kopp   als Klimts Tochter
  Alexandra Hilverth  
  Xaver Hutter  
  Klaus Ofczarek  
  Stephan Paryla  
 
Regie:  Raoul Ruiz  
Buch:  Raoul Ruiz  
  Herbert Vesely  
Kamera:  Ricardo Aronowich  
Produzent:  Matthew Justice  
  Arno Ortmair  
  Dieter Pochlatko  
  Andreas Schmid  
 

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