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Knallhart


Knallhart

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Erhältlich seit:
22.10.2010

Drama

Deutschland 2006
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 12

David Kross
Jenny Elvers-Elbertzhagen
Erhan Emre

Regie: Detlev Buck
Universum Film

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Schluss mit lustig! Detlev Buck taucht ab in den urbanen Dschungel, in dem unter den Kids das Faustrecht regiert und Happy Slapping gepflegt wird.

Polischka findet Trost bei Lisa (Foto: Delphi) Großansicht

Polischka findet Trost bei Lisa (Foto: Delphi)

Er kann auch anders. Ganz anders. Detlev Buck, seit "Erst die Arbeit und dann" bekannt für seinen unterkühlten Humor, hat sich mit "Knallhart" - nomen est omen! - einem ernsten Sujet zugewandt.

Nach dem gleichnamigen Roman von Gregor Tessnow erzählt er von Michael Polischka (hoch talentiert: David Kross), der sich mit seiner vom Liebhaber fallen gelassenen Goldgräber-Mama (Besetzungscoup: Jenny Elvers-Elbertzhagen) über Nacht im Berliner Problembezirk Neukölln wiederfindet.

Die Gangs haben hier das Sagen und wer nicht zahlt, kriegt schnell ein paar aufs Maul. Heftig. Gnadenlos. Von Erol (fieser Checker: Oktay Özdemir) und seinen Jungs etwa, die niemanden fürchten - außer den mächtigen Drogenboss Hamal (aalglatter Ehrenmann: Erhan Emre).

Neuköllner Form des Kinderspiels "Topfschlagen" (Foto: Delphi) Großansicht

Neuköllner Form des Kinderspiels "Topfschlagen" (Foto: Delphi)

Gnadenlos und schmerzhaft

Und ausgerechnet den gewinnt der aufgeweckte Polischka zum Freund. Wegen seines "ehrlichen Gesichts", seines Muts und Talents als Rauschgiftkurier...

Ein eiskalter "Großstadtfilm", bei dem Buck wie immer ganz nah dran ist an seinen Figuren. Gestik, Mimik und Sprache stimmen. Authentizität, die fast schmerzt. Gnadenlos peitscht der Soundtrack die Handlung voran. Treten oder getreten werden - andere Optionen gibt es nicht. Beweglich, schnell muss man sein, wie Kolja Brandt mit seiner Kamera. Immer auf der Hut, immer auf der Flucht. Das trifft den Nerv der Zeit, das ist knallhartes Kino.

Knallhart

Detlev Buck, bekannt für seinen trockenen Humor, mal ganz anders: Im rauen Berliner Bezirk Neukölln steht ein Fünfzehnjähriger vor der Entscheidung, Täter oder Opfer zu sein.

Hoher Ausländeranteil, mangelnde Integration, brutale Bandenkriminalität, Drogenmafia - du hast keine Chance, aber nutze sie. Die Krawalle der Pariser Banlieue lassen grüßen. In dieses Milieu kommt Michael Polischka an seinem 15. Geburtstag mit seiner Mutter (Jenny Elvers-Elbertzhagen). Deren Liebhaber im schicken Zehlendorf hat sie rausgeschmissen, ab geht's in die neue schäbige Wohnung im Hinterhof. Während die Lady sich nach solventen Lovern umschaut und doch nur Loser aufs Laken schleppt, muss sich der Sohn gegen eine türkische Gang und deren skrupellosen Anführer wehren, die ihn nicht nur zusammenschlagen, sondern auch Handy und Schuhe abnehmen. Falls er nicht weiterhin zahlt, drohen die Typen ihm Schlimmeres an. Um an das nötige Geld heranzukommen, bricht Michael mit zwei Kumpels aus der Nachbarschaft in das ihm bekannte Haus in Zehlendorf ein. Beim Verscherbeln der Ware trifft er Hamal, einen gefürchteten Drogenboss und Paten des Viertels. Dem gefällt sein "ehrliches Gesicht". Und schon bald ist er als Drogenkurier dick im Geschäft. Beim Szenario von alltäglicher Gewalt und Gegengewalt spart Buck nicht an harten Situationen, "Happy Slapping" inklusive. Die Figuren sind keine klischeebeladenen Pappkameraden, sondern Personen mit Hintergrund. Auf Schwarz-weiß-Zeichnung wird verzichtet, selbst der abgebrühte Quäler schiebt mal als besorgter Papa den Kinderwagen (den sein "Opfer" sogar noch die U-Bahn-Treppe mit hinaufträgt), kauft Windeln und winselt bei seiner Freundin um Wohlwollen. Buck bricht den sozialen Realismus mit manchmal befreiendem, manchmal auch bitterem Humor, ohne von der insgesamt unerbittlichen Linie abzuweichen. Geborgenheit gibt es nicht. Die Heranwachsenden schlittern auf der schiefen Bahn dem Abgrund entgegen, trinken "auf die Gefahr". Dass alles seinen Preis hat, merkt der Junge, als sein "Chef" eine Geste der "Loyalität" verlangt. Da geht es plötzlich um das tödliche Dilemma "der andere oder ich". Eine Entdeckung ist David Kross in seiner Mischung aus Naivität und Cleverness, Trotz und Verletzbarkeit, der sich wünscht, dass es "mal still ist" in seinem Kopf. Alexander Mitscherlichs beschworene "Unwirtlichkeit unserer Städte" und seine Anstiftung zum Unfrieden erhalten hier eine neue Dimension. Etwas aufgesetzt wirkt das beliebte Berliner "Wir sind Bronx"-Gefühl, das einen falschen Ton in die Bemühung um Authentizität bringt. Was aber letztlich in diesem düsteren Großstadtfilm zählt, ist die Geschichte vom Ende einer Kindheit, vom Ende der Unschuld. Und die ist stark. mk.

Knallhart

Ausgerechnet an seinem 15. Geburtstag muss Michael mit seiner Mutter Miriam in den rauen Berliner Bezirk Neukölln umziehen. Miriams Liebhaber im schicken Zehlendorf hat sie rausgeschmissen und ab geht's in eine schäbige Wohnung im Hinterhof. Während sich seine Mutter nach solventen Lovern umschaut, muss sich Michael gegen eine türkische Gang wehren. Er sieht sich zu einem Einbruch gezwungen und ist schon bald als Drogenkurier im Geschäft.

Quelle: Universum Film

Darsteller:  David Kross   als Michael Polischka
  Jenny Elvers-Elbertzhagen   als Miriam Polischka
  Erhan Emre   als Hamal
  Oktay Özdemir   als Erol
  Kida Ramadan   als Barut
  Arnel Taci   als Crille
  Kai Michael Müller   als Matze
  Hans Löw   als Kommissar Gerber
  Jan Henrik Stahlberg   als Dr. Klaus Peters
  Amy Mußul   als Lisa
  Georg Friedrich   als Holger Hagenbeck
  Marc Zwinz   als Strippe
  Henriette Müller   als Jule
  Eva Löbau   als Elke
  Fabian Krüger   als Rainer der Künstler
  Stephan Grossmann   als Hotte
  Roland Florstedt   als Captain Nemo
  Franziska Jünger   als Simone
  Stefan Konarske   als Dirk
  Roman Kaminski   als Stubenwilli
  Christian Ulmen   als Mann
 
Regie:  Detlev Buck  
Buch:  Zoran Drvenkar  
  Gregor Tessnow  
Musik:  Bert Wrede  
Kamera:  Kolja Brandt  
Produzent:  Claus Boje  
 

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