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Kommissar Bellamy - Mord als Souvenir

Zwischen Krimi und Familientragödie changiert Claude Chabrols 58. Film mit einem Gérard Depardieu in Hochform in der Titelrolle.


Kommissar Bellamy - Mord als Souvenir

Leihvideo

Erhältlich seit:
19.11.2009

Originaltitel: Bellamy

Kriminalfilm/ Drama

Frankreich 2009
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 6

Gérard Depardieu
Clovis Cornillac
Jacques Gamblin

Regie: Claude Chabrol
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Zwischen Krimi und Familientragödie changiert Claude Chabrols 58. Film mit einem Gérard Depardieu in Hochform in der Titelrolle.

Der Besuch des Halbbruders ist für Kommissar Bellamy kein Grund zur Freude (Foto: Concorde) Großansicht

Der Besuch des Halbbruders ist für Kommissar Bellamy kein Grund zur Freude (Foto: Concorde)

Ex-Polizeichef Paul Bellamy (Gérard Depardieu) verbringt mit seiner Frau die Ferien lieber in der Nähe von Nimes als auf dem Nil, wie von ihr gewünscht. Er mag's lieber gemütlich als aufregend und will einfach nur seine Ruhe haben.

Die wird gestört, als ein Unbekannter auftaucht und behauptet, einen Obdachlosen umgebracht zu haben, um ein neues Leben anfangen zu können. Bellamy nimmt sich des seltsamen Falles an. Dann taucht sein Halbbruder auf, ein Abenteurer, Spieler, Trinker und Dieb, und bald hängt auch noch der Haussegen schief.

Altmeister Claude Chabrol balanciert in seinem 58. Film mit Genuss zwischen Thriller und Familientragödie. Und seinem Hauptdarsteller Gérard Depardieu bietet er eine seiner besten Rollen seit Langem. Kein anderer hätte diesen bulligen und gemütlichen, gleichzeitig schlitzohrigen Titelhelden so spielen können.

Bellamy nimmt den Verdächtigen ins Verhör (Foto: Concorde) Großansicht

Bellamy nimmt den Verdächtigen ins Verhör (Foto: Concorde)

Nicht so versponnen

Verstärkt wird das Ensemble von Jacques Gamblin in drei Rollen und Clovis Cornillac. Mag der Film weniger geheimnisvoll versponnen und bissig sein als andere Chabrols, Depardieus Auftritt macht es wett.

Kommissar Bellamy - Mord als Souvenir

Gérard Depardieu als bekannter Pariser Polizeiinspektor macht Ferien auf dem Land und stößt auf einen mysteriösen Fall.

Nichts ist wie es scheint. Das ist bei Altmeister Claude Chabrol nicht neu, aber in seinem 58. Film spielt er die Ungewissheiten noch einmal so richtig aus und balanciert dabei mit Genuss zwischen Thriller und Familientragödie.

Ex-Polizeichef Paul Bellamy verbringt mit seiner Frau (Marie Bunel) die Ferien in der Nähe von Nimes. Sie träumte zwar von einer Nilkreuzfahrt statt vom sonnigen Südfrankreich, aber der Göttergatte liebt's bequem im durchgesessenen Fauteuil. Aus ist es mit der Ruhe, als ein Fremder anruft. Der Unbekannte, der sich als Noel Gentil ausgibt, behauptet steif und fest, einen Obdachlosen umgebracht zu haben, um mit seiner Geliebten ein neues Leben mit neuer Identität anzufangen und die Schulden loszuwerden. Sein Aussehen hat er durch plastische Chirurgie verändert. Aber so ganz ging der Plan, dem Toten seinen früheren Namen anzuhängen, nicht auf. Bellamys Spürnase ist gefragt, um Licht in den seltsamen Fall zu bringen. Als dann noch sein Halbbruder auftaucht, das genaue Gegenteil von ihm, ein Abenteurer, Spieler, Trinker und Dieb, hängt bald der Haussegen schief.

Ausgangspunkt des Projekts war eine kleine Zeitungsnotiz über einen Versicherungsbetrug und der Wunsch, einen Film mit Gérard Depardieu zu drehen (dessen Filmname Bellamy erweist Maupassant seine Reverenz). Und wohl kein anderer hätte diesen bulligen und gemütlichen, gleichzeitig auch schlitzohrigen Kommissar spielen können, ein bisschen behäbig und faul, aber im Kopf flink wie ein Wiesel, wenn's sein muss. Die Verknüpfung von Krimi- und der am Ende tragischen Familiengeschichte ist nicht immer voll gelungen, fein austariert dagegen der in der Kindheit verwurzelte brüderliche Zwist, der unterschwellige Neid des einen auf den anderen. "Kommissar Bellamy" ist ein Schauspielerfilm, in dem Jacques Gamblin gleich in drei Rollen schlüpft und Clovis Cornillac in großer Ambivalenz das schwarze Schaf der Familie mimt, verletzend und verletzbar. Mag die Abgründigkeit weniger geheimnisvoll versponnen sein als in anderen Chabrol-Filmen und die Bourgeoisie weniger verlogen und hinterhältig, Gérard Depardieu in einer der besten Rollen seit Jahren, wiegt jegliche Schwäche auf. mk.

Darsteller:  Gérard Depardieu   als Paul Bellamy
  Clovis Cornillac   als Jacques Lebas
  Jacques Gamblin   als Noël Gentil / Emile Leullet / Denis Lepe
  Marie Bunel   als Françoise Bellamy
  Vahina Giocante   als Nadia Sancho
  Marie Matheron   als Madame Leullet
  Adrienne Pauly   als Claire Bonheur
  Maxence Aubenas   als Gilles
  Yves Verhoeven  
  Bruno Abraham-Kremer   als Bernard
  Rodolphe Pauly   als Anwalt
 
Regie:  Claude Chabrol  
Buch:  Odile Barski  
  Claude Chabrol  
Musik:  Matthieu Chabrol  
Kamera:  Eduardo Serra  
Produzent:  Patrick Godeau  
 

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