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Kopfgeld

Makelloser, extrem spannender Thriller von "Apollo 13"-Regisseur Ron Howard mit Mel Gibson als verzweifeltem Vater auf der Suche nach seinem entführten Sohn.


Kopfgeld (Special Edition)

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Erhältlich seit:
21.11.2002

Originaltitel: Ransom

Thriller

USA 1996
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 16

Mel Gibson
Rene Russo
Gary Sinise

Regie: Ron Howard
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Kopfgeld (Special Edition)

Tom Mullen scheint das perfekte Leben zu führen. Er ist nicht nur reich und mächtig, sondern auch ein treusorgender Familienvater. Doch als Kidnapper seinen Sohn entführen und zwei Millionen Dollar Lösegeld fordern, gerät die heile Welt plötzlich aus den Fugen. Als eine Geldübergabe scheitert, ist Mullen überzeugt, seinen Sohn nie wieder lebend zu sehen. Da dreht der Tycoon den Spieß um und verkündet via Bildschirm, daß das Lösegeld von nun an ein Kopfgeld sei - zahlbar an denjenigen, der ihm die Entführer liefert.

"Apollo 13"-Macher Ron Howard zeigt sich erneut in Bestform und inszenierte einen tempogeladenen Thriller, der dank einer Reihe von überraschenden Handlungswendungen bis zur letzten Sekunde in Atem hält. Maßgeblichen Anteil daran hat auch Kassenmagnet Mel Gibson, der sich als zu allem fähiger Vater in Topform präsentiert. Das mit Rene Russo, Gary Sinise und Lili Taylor bis in die kleinste Nebenrolle exzellent besetzte Entführungs-Spektakel weiß zu überzeugen.

Kopfgeld (Special Edition)

Aus den lichten Höhen seines patriotisch angehauchten Erfolgs-Desasters und zweifachen Oscar-Gewinners "Apollo 13" wirft sich Ron Howard mit einem packenden Drama mitten in die dunkelsten Schatten des amerikanischen Traums: "Kopfgeld" erzählt düster vom Preis des Wohlstands, von der Ohnmacht der Autoritäten und von den Grenzen familiären Zusammenhalts.

Mit Mel Gibson, der hier erneut auf seine "Brennpunkt L.A. - Die Profis sind zurück"-Partnerin Rene Russo trifft, geht "Kopfgeld" mit einem publikumserprobten Actionhelden ins Kino-Rennen um das Weihnachtsgeld, und auch der Trailer zum Film betont Gibson und den Action-Aspekt. Tatsächlich ist "Ransom" jedoch zuallererst ein Drama, und ein ausgesprochen gutes noch dazu. Der Film beginnt mit einer Party, auf der Industrie-Tycoon Tom Mullen (Gibson) den Höhenflug seiner florierenden Airline feiert. In den süßen Wein des Erfolgs mischen sich freilich auch Wermutstropfen, denn Mullen bezahlte mit Bestechungsgeldern dafür, einen drohenden Gewerkschaftsstreit in seinem Unternehmen zu unterdrücken. Niemand ist unschuldig, deutet Regisseur Howard bereits mit diesen ersten Szenen an, und als der kleine Sohn Mullen entführt wird, verdichtet sich die Geschichte in einer fast greifbaren Atmosphäre der Angst, der Verzweiflung und des Hasses. Die Entführer - eine Gruppe Krimineller um den ebenso scharfsichtigen wie skrupellosen Polizisten Jimmy Shaker (Gary Sinise) - fordern zwei Millionen Dollar Lösegeld. Eine Summe, die Mullen sofort zu zahlen bereit ist. Natürlich schaltet der desperate Vater gleichzeitig auch das FBI ein, doch eine erste Geldübergabe scheitert blutig an der schießfreudigen Einsatztruppe. In dem folgenden Nervenkrieg kommt Mullen mehr und mehr zu der Überzeugung, daß sein Sohn längst nicht mehr lebt. Seine Verzweiflung schlägt schließlich in Haß um, was dazu führt, daß er im Fernsehen jene zwei Millionen Dollar als Kopfgeld aussetzt für denjenigen, der ihm den Entführer seines Sohnes "tot oder lebendig" bringt.

Howard beobachtet sehr genau und mit einer bemerkenswerten Sensibilität für die leiseren Zwischentöne, wie der moralisch in die Enge getriebene Vater seinem Drang nach Selbstjustiz nachgibt und dabei nicht nur seine Ehe aufs Spiel setzt. Gleichzeitig mit dem Fernsehaufruf verstärken sich die Spannungen auch bei den Kidnappern, und es ist vor allem der hochklassigen Riege von Nebendarstellern wie Lili Taylor und Liev Schreiber zu verdanken, daß der menschliche Konflikt selbst die Bad Guys nicht verschont.

Daß der Showdown Vater Mullen und Jimmy Shaker noch einmal zusammenführt, ist schließlich Höhepunkt und Antiklimax in einem: Natürlich hat der Zuschauer, nachdem die Identität Shakers als gefallener Polizist schon nach den ersten 20 Minuten feststand, keinerlei Zweifel, daß der "Böse" seine gerechte Strafe bekommen wird. Gleichzeitig aber löst die Konfrontation der Opfer mit dem Täter nach einem retardierenden Happy End noch einmal einen echten Schock aus. Und wie zur Bestätigung dessen, daß diese reiche, amerikanische Familie mehr Schaden nahm, als ihr von außen je hätte zugefügt werden können, zieht Ron Howard in den letzten Bildern noch einmal alle Farbe aus dem Film und läßt die Geschichte in einem grobkörnigen Grau verschwinden. Das ist für einen Filmemacher, der bislang mit seinen frohsinnigen Epen wie "In einem fernen Land" oder "Willow" eher für intellektuelle Marginalien sorgte, beachtlich. Und litte "Kopfgeld" nicht gegen Ende hin darunter, daß einige Szenen nicht befriedigend aufgelöst werden, es hätte ein nachgerade grandioser Start ins (deutsche) Kinojahr 1997 werden können. In jedem Fall wird der Film an den Kassen erwartungsgemäß zünden, und Gibson hechtet auch über genügend Kühlerhauben, um seinem Anspruch als Mann der Tat gerecht zu werden. evo.

Darsteller:  Mel Gibson   als Tom Mullen
  Rene Russo   als Kate Mullen
  Gary Sinise   als Jimmy Shaker
  Delroy Lindo   als Agent Lonnie Hawkins
  Lili Taylor   als Maris Connor
  Liev Schreiber   als Clark Barnes
  Evan Handler  
  Donnie Wahlberg  
  Brawley Nolte  
  Dan Hedaya  
  Paul Guilfoyle  
  Michael Gaston  
  José Zúñiga  
  Nancy Ticotin  
 
Regie:  Ron Howard  
Buch:  Richard Price  
  Alexander Ignon  
Musik:  James Horner  
  Billy Corgan  
Kamera:  Piotr Sobocinski  
Produzent:  Scott Rudin  
  Brian Grazer  
  B. Kipling Hagopian  
 

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