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Korankinder

Dokumentarfilm über eine Koranschule in Bangladesh und deren gesellschaftliche Bedeutung.


Korankinder

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Erhältlich seit:
19.04.2010

Dokumentarfilm

Bangladesch/Deutschland 2008
FSK: ab 6

Regie: Shaheen Dill-Riaz
Indigo

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Dokumentarfilm über eine Koranschule in Bangladesh und deren gesellschaftliche Bedeutung.

Schon die kleinen Jungen müssen viel auswändig lernen (Foto: Mayalok) Großansicht

Schon die kleinen Jungen müssen viel auswändig lernen (Foto: Mayalok)

Eine sogenannte Madrasa, eine Koranschule in Bangladesh, deren Bildungssystem von der religiösen Erziehung bestimmt wird: Inmitten der weit verbreiteten Armut lernen die Schüler schon in der frühen Kindheit zwölf Stunden täglich über zwei Jahre hinweg die mehr als 6.000 Verse des Koran auf Arabisch auswändig.

Eine Sprache, die sie nicht verstehen und die ihnen teilweise im wahrsten Sinne des Wortes eingeprügelt wird. Ihre Kindheit opfern sie dem Ziel, "Hafiz" zu werden, also sich durch die Beherrschung aller Koranverse nach zwei Jahren einen Beruf und gleichzeitig einen Platz im Paradies zu sichern.

Vielleicht erwartet die Kinder eine bessere Zukunft (Foto: Mayalok) Großansicht

Vielleicht erwartet die Kinder eine bessere Zukunft (Foto: Mayalok)

Seltene Bilder

Regisseur Shaheen Dill-Riaz wurde 1969 in Bangladesh geboren und lebt seit 1992 in Berlin, wo er 2008 für seinen Film "Eisenfresser" bereits den "new berlin film award" erhielt. Bei seiner Dokumentation "Korankinder" wagte er sich in riskante Gefilde, da in den Madrasas absolutes Bilderverbot herrscht.

Dennoch darf er in einer dieser Koranschulen filmen und sowohl Lehrer als auch Schüler und Eltern in ihrem Alltag begleiten. Damit gelang ihm ein eindringliches Porträt über die Abhängigkeit von Bildung und Religion.

Korankinder

Hochinformativer Dokumentarfilm über Koranschulen als Glaubensschmiede, Bildungssystem und Wirtschaftsfaktor in Bangladesch.

Für über eine Milliarde Menschen ist der Koran, das Heilige Buch des Islam, bindendes Bekenntnis. Die rund 6000 Verse auswendig zu lernen und diese Suren nicht zu vergessen, ist Ziel der Schüler von Koranschulen, sog. Madrasas. Sie legen auf die korrekte Wiedergabe der Laute soviel Wert wie auf die Ausbildung zum Hafiz (Koranlehrer), die später den Lebensunterhalt bei Hochzeiten und Todesfällen sichern helfen soll. Dem deutsch-bengalischen Filmemacher Shaheen Dill-Riaz ("Eisenfresser"), liberal erzogener Sohn eines Architekten, der im seit 1971 unabhängigen Bangladesch Moscheen baut, gelang es durch Fürsprache eines Beraters von Koranschulen, in den Madrasas von Amirabad trotz prinzipiellen Bilderverbots zu filmen, Lehrer und Schüler zu interviewen und ehemalige Schüler und Eltern vor die Kamera zu holen.

Aus den Äußerungen und Beobachtungen in den Schulen, wo die Oberkörper der Schüler rhythmisch schwingen, um Kontakt zum Jenseits zu halten, und in den Armenvierteln von Amirabad, ergibt sich ein komplexes Geflecht von Religion, Bildungssystem und Wirtschaftsfaktor. Wo liberale Mittelschichtler die Schulen wegen der Abstumpfung des Lernens ablehnen, bedeuten sie für Traditionalisten Erziehung zum gläubigen Menschen mit gutem Benehmen. Dem stellt der Film staatliche Schulen gegenüber, wegen deren Chaos viele ärmere Eltern ihre Kinder auf die durch Spenden finanzierten Koranschulen schicken. Viele wechseln später in staatliche Schulen und beklagen, dass sie in den strengen Madrasas die Lust am Lernen verloren hätten. In den Madrasas für Mädchen gilt es, 50 Euro im Monat aufzubringen.

Der sehr persönliche Film, in den Produzent, Regisseur, Autor und Kameramann Dill-Riaz die eigene Familiengeschichte einbindet, bleibt konsequent beim Thema. Er lockert die Atmosphäre gelegentlich mit schönen Bildern von Wäldern im Morgennebel auf und zeigt Spotlights von Opferzeremonien und dem jährlichen Treffen der Missionsgemeinschaft Tabligi Jamaal, eine Erweckungsbewegung, die in Dhaka mehr Gläubige anlockt als Mekka. Der sehr ergiebige Dokumentarfilm trägt viel zum Verständnis des Islam bei. ger.

Korankinder

Mit jedem neuem Film vollbringt der Regisseur Shaheen Dill-Riaz ein kleines Wunder. Nach seinem Dokumentarfilm "Eisenfresser" über Schiffswrackentsorger in Bangladesch zog es den in Dhaka geborenen und in Deutschland lebenden Regisseur in seine Heimat zurück. Mit seiner Kamera gelang ihm der Zugang zur Madrasa, einer Islamschule. Dort lernen die Kinder bei ihrer Ausbildung zum Hafiz die 6234 Verse des Korans auswendig. Der Film zeigt die geheimnisvolle Institution der Koranschule durch die Augen von Lehrern und gesellschaftlichen Autoritäten, vor allem aber der Schüler und Eltern. "Koran Kinder" stellt die virulenten Fragen nach dem Einfluss der Religiösen im Bildungssystem der Gesellschaft.

Quelle: Indigo

 
Regie:  Shaheen Dill-Riaz  
Musik:  Eckart Gadow  
Kamera:  Shaheen Dill-Riaz  
 

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