- Service:
- Newsletter
- RSS
- kino.de mobil
- Sitemap
- Kontakt
Kaufvideo
Erhältlich seit:
19.04.2010
Bangladesch/Deutschland 2008
FSK: ab 6
Regie: Shaheen Dill-Riaz
Indigo

Hochinformativer Dokumentarfilm über Koranschulen als Glaubensschmiede, Bildungssystem und Wirtschaftsfaktor in Bangladesch.
Für über eine Milliarde Menschen ist der Koran, das Heilige Buch des Islam, bindendes Bekenntnis. Die rund 6000 Verse auswendig zu lernen und diese Suren nicht zu vergessen, ist Ziel der Schüler von Koranschulen, sog. Madrasas. Sie legen auf die korrekte Wiedergabe der Laute soviel Wert wie auf die Ausbildung zum Hafiz (Koranlehrer), die später den Lebensunterhalt bei Hochzeiten und Todesfällen sichern helfen soll. Dem deutsch-bengalischen Filmemacher Shaheen Dill-Riaz ("Eisenfresser"), liberal erzogener Sohn eines Architekten, der im seit 1971 unabhängigen Bangladesch Moscheen baut, gelang es durch Fürsprache eines Beraters von Koranschulen, in den Madrasas von Amirabad trotz prinzipiellen Bilderverbots zu filmen, Lehrer und Schüler zu interviewen und ehemalige Schüler und Eltern vor die Kamera zu holen.
Aus den Äußerungen und Beobachtungen in den Schulen, wo die Oberkörper der Schüler rhythmisch schwingen, um Kontakt zum Jenseits zu halten, und in den Armenvierteln von Amirabad, ergibt sich ein komplexes Geflecht von Religion, Bildungssystem und Wirtschaftsfaktor. Wo liberale Mittelschichtler die Schulen wegen der Abstumpfung des Lernens ablehnen, bedeuten sie für Traditionalisten Erziehung zum gläubigen Menschen mit gutem Benehmen. Dem stellt der Film staatliche Schulen gegenüber, wegen deren Chaos viele ärmere Eltern ihre Kinder auf die durch Spenden finanzierten Koranschulen schicken. Viele wechseln später in staatliche Schulen und beklagen, dass sie in den strengen Madrasas die Lust am Lernen verloren hätten. In den Madrasas für Mädchen gilt es, 50 Euro im Monat aufzubringen.
Der sehr persönliche Film, in den Produzent, Regisseur, Autor und Kameramann Dill-Riaz die eigene Familiengeschichte einbindet, bleibt konsequent beim Thema. Er lockert die Atmosphäre gelegentlich mit schönen Bildern von Wäldern im Morgennebel auf und zeigt Spotlights von Opferzeremonien und dem jährlichen Treffen der Missionsgemeinschaft Tabligi Jamaal, eine Erweckungsbewegung, die in Dhaka mehr Gläubige anlockt als Mekka. Der sehr ergiebige Dokumentarfilm trägt viel zum Verständnis des Islam bei. ger.
Mit jedem neuem Film vollbringt der Regisseur Shaheen Dill-Riaz ein kleines Wunder. Nach seinem Dokumentarfilm "Eisenfresser" über Schiffswrackentsorger in Bangladesch zog es den in Dhaka geborenen und in Deutschland lebenden Regisseur in seine Heimat zurück. Mit seiner Kamera gelang ihm der Zugang zur Madrasa, einer Islamschule. Dort lernen die Kinder bei ihrer Ausbildung zum Hafiz die 6234 Verse des Korans auswendig. Der Film zeigt die geheimnisvolle Institution der Koranschule durch die Augen von Lehrern und gesellschaftlichen Autoritäten, vor allem aber der Schüler und Eltern. "Koran Kinder" stellt die virulenten Fragen nach dem Einfluss der Religiösen im Bildungssystem der Gesellschaft.
Quelle: Indigo
Korankinder in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Bengali
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9
Registrieren




