
In den niederländischen Kinos ein ausgemachter Hit, ist "Kreuzzug in Jeans" ein spannendes und recht aufwändiges Jugendabenteuer, das seinen Helden aus dem Heute in die Zeit der Kinderkreuzzüge katapultiert.
Die Bestseller-Vorlage von Thea Beckman bietet etliches, was nicht nur die Jugend fasziniert. So nutzt sie etwa das seit H.G. Wells' Klassiker immer wieder variierte Zeitreise-Motiv, um jungen Menschen eine spannende Geschichte aus dem Mittelalter zu erzählen: Der 15-jährige Dolf (gespielt von Newcomer Joe Flynn) versucht eine Schlappe im Fußball wieder rückgängig zu machen und experimentiert mit der von seiner Mutter (Emily Watson gehört zu den recht prominent besetzten Nebendarstellern) erfundenen Zeitmaschine. Statt auf dem Spielfeld findet er sich im Wald und, was viel schlimmer ist, im Jahr 1212 wieder. Die hübsche Jenne (Stephanie Leonidas) entdeckt den komischen jungen Mann in der blauen Trainingsjacke und nimmt ihn unter ihre Fittiche. Sie ist Teil des Kinderkreuzzugs, der sich gerade formiert, um nach Jerusalem zu ziehen. Weil er nicht weiß, wie er zurückkommen kann, schließt sich auch Dolf an und aus dem verantwortungslosen Jungen wird ein fürsorglicher Jungritter, der alsbald auch in den historischen Dokumenten auftaucht, die seine Mutter in der Hoffnung, ihn wieder zurück zu bringen, wälzt.
Während "Die Besucher" und "Die Zeitritter" dem Zusammenprall von heute und dem Mittelalter vor allem deftig-komische Seiten abgewinnen, geht Regisseur Ben Sombogaart, der für "Die Zwillinge" (2002) für den Oscar nominiert war, mit mehr Ernst heran, allerdings nicht ohne auch ab und an Humor zuzulassen. So macht er den Überlebenskampf der Kinder recht drastisch deutlich, von denen viele an Krankheiten sterben oder verhungern, bevor sie überhaupt an den Stadtmauern von Speyer bzw. am Meer angekommen sind. Spannend und actionreich wird es, wenn die Ritterkinder versuchen, einige der Ihren aus den Fängen von Barbaren zu befreien. Gelungen ist auch eine Szene, in der Dolf mit einer Fackel gegen Wölfe kämpft. Eine Portion Romantik wird auch geboten, denn Dolf und Jenne kommen sich näher. Geschickt werden Historie, Action und Science Fiction miteinander verwoben, doch insgesamt ist der Film etwas zu lang geraten. Es ist fraglich, ob er bei der deutschen Jugend so gut wie in Holland ankommt, die mit "Die wilden Kerle" zwar an wilde Genre-Mixturen gewöhnt ist, doch von Thea Beckman vielleicht nicht gehört hat. hai.