Auf seiner Flucht vor den Russen strandet der 13-jährige Schlesier Thomas kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Wien. Dort läuft er auf dem Schwarzmarkt dem Wehrmachtssoldaten "Krücke", der an der Front ein Bein verloren hat, über den Weg. Obwohl der Invalide von dem Jungen zunächst nichts wissen will, entspinnt sich zwischen den beiden allmählich eine Art Freundschaft. Als das Duo gerade bei der Jüdin Bronka Unterschlupf gefunden hat, erreicht es die Nachricht, dass die Deutschen "heim ins Reich" dürfen. Eine strapaziöse Reise beginnt.
Mit seiner Adaption von Peter Härtlings Roman konnte der damalige Regie-Debütant Jörg Grünler vor rund zehn Jahren insbesondere auf Festivals Erfolge feiern. Die unter anderem mit drei Filmbändern in Gold ausgezeichnete Nachkriegs-Story enthält sowohl komödiantische als auch melancholische Elemente, krankt aber etwas an dem unausgereiften Skript. Dieses Defizit machen jedoch die exzellent agierenden Hauptdarsteller Heinz Hoenig und Martina Gedeck mehr als wett. Ein hintergründiges Werk für das anspruchsvollere Publikum.