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Kurz und schmerzlos

Spannendes Buddy-Movie um drei gegensätzliche Freunde zwischen Sozialdrama, Komödie, Thriller und Tragödie.


Kurz und schmerzlos

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Erhältlich seit:
16.10.2000

Drama

Deutschland 1998
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 16

Mehmet Kurtulus
Aleksandar Jovanovic
Adam Bousdoukos

Regie: Fatih Akin
Universal Pictures Germany

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Kurz und schmerzlos

Der Türke Gabriel, der Serbe Bobby und der Grieche Costa sind seit ihrer Kindheit unzertrennliche Freunde und bildeten eine Jugend-Gang. Eines Tages wird Gabriel verhaftet. Als er aus dem Gefängnis kommt, nimmt er einen Job als Taxifahrer an, während Bobby und Costa immer tiefer in den Strudel der Kriminalität gezogen werden. Bei einem Waffendeal für den albanischen Mafia-Paten Muhamer wird Bobby getötet. Costa ist fest entschlossen, seinen Freund zu rächen. Davon kann ihn auch der besonnene Gabriel nicht abhalten...

Atmosphärisch an Martin Scorseses frühes Meisterwerk "Hexenkessel" erinnernd, zeichnet dieser exzellente Thriller nicht nur ein realitätsnahes Bild der Hamburger Unterwelt, er besticht auch durch sein bewegendes Porträt einer ungewöhnlichen Männer-Freundschaft. Die überwiegend nächtlichen Szenen verleihen dem Regie-Debüt des 24jährigen Hamburgers Fatih Akin eine Abgründigkeit, wie man sie selten im deutschen Film sieht. Unterstützt durch erstklassige Schauspieler-Leistungen; neben dem Hauptdarsteller-Trio sticht vor allem Ralph Herforth als Muhamer hervor.

Kurz und schmerzlos

Noch vor dem Abitur schrieb Fatih Akin das Skript zu "Kurz und schmerzlos", das er mit der Hand gekritzelt auf einem Kellnerblock der Wüste Filmproduktion vorlegte. Bevor dann 1997 die erste Klappe fiel, drehte er erst einmal zwei Kurzfilme "Sensin - Du bist es", der nach seinem Erfolg in Hof von Premiere gekauft wurde, und "Getürkt", der Preise in Chicago und Lünen einheimste. "Das "Üben" hat sich gelohnt, der erste Spielfilm des "deutschen Türken" über drei Freunde unterschiedlicher Nationalität, die in die Klauen des organisierten Verbrechens geraten, beeindruckt durch Intensität und Authentizität.

Fatih Akin wurde in Hamburg geboren und zeigt die Hansestadt von ihrer düsteren Seite - nicht die schicken Elbvillen oder in teures Tuch gewandete Bürger, sondern die rauhe Ausländer-Szene in Altona. Dort leben der Türke Gabriel (Mehmet Kurtulus, beeindruckend als stolzer Asphaltcowboy), der Serbe Bobby und der Grieche Costa. Die Kleinkriminellen gehen gemeinsam durch dick und dünn, fühlen sich als Kings des Kiez. Aber Gabriel will nach einem Knastaufenthalt kein Risiko mehr eingehen und steigt als Taxifahrer in das Unternehmen seines Bruders ein, träumt von einem Strandcafe in der Türkei. Bobby dagegen macht Geschäfte mit dem albanischen Paten Muhamer, und Costa knackt weiter Autos. Sie sind Loser, die mit aller Kraft nach oben wollen. Dabei haben sie null Chancen, zahlen einen tödlichen Preis. Der erst 24jährige Akin verzichtet auf üblichen Sozialkitsch und entwickelt eine lebensnahe Handlung ohne Larmoyanz und Schuldzuweisungen, in der auch eine Portion Liebe und Erotik nicht fehlen darf. Regula Grauwiller (beweist ihr Talent als ernsthafte Schauspielerin) spielt Bobbys Freundin, die sich dem verständnisvollen Gabriel zuwendet, nachdem Bobby als Bonsai-Mafioso abdriftet. Nur die Grundkonstellation der drei Freunde basiert auf autobiografischem Hintergrund, der Rest ist Fiktion. Zwischen Sozialdrama und Komödie, Thriller und Tragödie bewegen sich die Figuren, sukzessive ersetzen gewalttätige Szenen die anfänglich skurrilen Momente mit Komik und Wortwitz. Interessant das visuelle Konzept: Zu Beginn gibt es sehr bunte Farben und viel Licht. Je mehr sich die Protagonisten in den Netzen ihrer eigenen Biografie verfangen, um so mehr dominieren dunkle Töne und klaustrophobische Locations. Auch die Kamera setzt in diesem Buddy-Movie der ganz anderen Art unterschiedliche Akzente, schnelle Schnitte bei Costa, nervöse Handkamera bei Bobby, ruhige Aufnahmen bei Gabriel. "Kurz und schmerzlos" wirft ein Schlaglicht auf den Alltag junger Männer, die in zwei Kulturen aufgewachsen sind und sich in keiner heimisch fühlen. Die unbehausten Seelen stehen zwischen allen Fronten, sie mimen harte Machos, sind aber dabei so verletzbar. Nach kleinen Durchhängern erzählt Akin eine spannende Geschichte mit Sympathie für seine hilflosen Helden. Es git zwar kein Happy-End, aber doch so etwas wie ein Prinzip Hoffnung. Bleibt zu hoffen, daß die anvisierte Klientel, vor allem (ausländische) Großstadtjugendliche, diesen schonungslosen Hamburg-Film, der auch in der Bronx oder in Pariser Vorstädten spielen könnte, annimmt. Ein mehr als nur kurzes oder schmerzloses Intermezzo im Kino hätte er verdient. mk.

Darsteller:  Mehmet Kurtulus   als Gabriel Yenilmez
  Aleksandar Jovanovic   als Bobby Matic
  Adam Bousdoukos   als Costa Doukous
  Regula Grauwiller   als Alice
  Idil Üner   als Ceyda
  Ralph Herforth   als Muhamer
 
Regie:  Fatih Akin  
Buch:  Fatih Akin  
Musik:  Ulrich Kodjo Wendt  
Kamera:  Frank Barbian  
Produzent:  Stefan Schubert  
  Ralph Schwingel  
 

Kurz und schmerzlos in der Fotoshow

 

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Features

 

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Mehmet Kurtulus

Mehmet Kurtulus schaffte als Gabriel in Fatih Akins Gangsterfilm "Kurz und schmerzlos" (1998) den Durchbruch. Millionen Fernsehzuschauer...

 

Star

Ralph Herforth

Ralph Herforth zählt seit Beginn der 90er-Jahre zu den meistbeschäftigten Film- und Fernsehschauspielern in Deutschland. Gestartet hat der...