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La mala educación - Schlechte Erziehung

Sinnlich, erbarmungsloses Meisterwerk um zwei ehemalige Klosterschüler.


La mala educación - Schlechte Erziehung

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Erhältlich seit:
21.08.2009

Originaltitel: La mala educación

Drama/ Thriller

Spanien 2004
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 12

Gael García Bernal
Fele Martinez
Daniel Giménez Cacho

Regie: Pedro Almodóvar
Universum Film

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Star-Regisseur Pedro Almodóvar blickt in eine Kindheit voller Abgründe.

Kindheitserinnerungen an Nächte voller Schrecken (Foto: Tobis) Großansicht

Kindheitserinnerungen an Nächte voller Schrecken (Foto: Tobis)

Der junge Regisseur Enrique Godet (Fele Martinez) sucht verzweifelt nach einem geeigneten Stoff für seinen nächsten Film. Da bekommt er Besuch von einem Mann (Gael García Bernal), der behauptet, sein Jugendfreund Ignacio zu sein, mit dem er aufs Internat ging.

Ignacio wurde damals der Schule verwiesen, als Pater Manolo (Daniel Gimenez Cacho), der sich leidenschaftlich zu dem Jungen hingezogen fühlte, die zarte Liebe der beiden Knaben entdeckte.

Ignacio überlässt Enrique ein selbst verfasstes Stück über jene Kindheitserinnerungen, das zur Grundlage seines neuen Films wird. Doch bei der Umsetzung des Stoffes wird klar, dass Ignacio nicht der ist, der er zu sein vorgibt.

Das Treffen der zwei erwachsenen Männer verläuft zwiespältig (Foto: Tobis) Großansicht

Das Treffen der zwei erwachsenen Männer verläuft zwiespältig (Foto: Tobis)

Verstörender Rückblick

Lang erwartet und als Eröffnungsfilm von Cannes ein Treffer ins Schwarze: Pedro Almodóvars verstörender Blick in Kindheit und Erwachsensein zweier Freunde wird zur Abrechnung mit einer repressiven, religiösen Erziehung, der "mala educación". Das Drama, das drei Erzählebenen miteinander verbindet, ist das wohl reifste Werk des spanischen "Enfant terrible".

La mala educación - Schlechte Erziehung

Lang erwartet und als Eröffnungsfilm von Cannes ein Treffer ins Schwarze: Pedro Almodóvars verstörender Blick in Kindheit und Erwachsensein zweier Freunde wird zur Abrechnung mit einer repressiven, religiösen Erziehung, der "mala educación". Einer, dessen Seele zerstört und Hoffnung auf ein zukünftiges Glück zunichte gemacht wurde, hat seine Geschichte aufgeschrieben - Erpressung, sexueller Missbrauch und Lüge kommen ans Tageslicht. Auslöser für das Aufeinanderprallen von Emotionen in der Grauzone düsterer Fatalität, der Konfrontation mit der eigenen Biographie. Wohl das reifste Werk des spanischen "enfant terrible".

Pedro Almodóvars neuer Geniestreich berührt einen wunden Punkt mit aktuellem Bezug - den Missbrauch von Jugendlichen durch katholische Priester, ein lange von der Kirche verschwiegener und erst in letzter Zeit aufgedeckter Skandal. Doch Almodóvar begnügt sich nicht mit einem simplen Handlungsstrang, sondern variiert verschiedene Zeit- und Erzählebenen, verschachtelt sie kunstvoll nach dem Vorbild einer russischen Puppe.

Im aufgeklärten Spanien Anfang der 80er Jahre, der "Movida", der Demokratisierungsphase und Aufbruch in die Freiheit, leidet Regisseur Enrique Goded unter Kreativ-Blockade, sucht verzweifelt nach Inspiration für einen neuen Film. Vergeblich. Plötzlich steht ein bärtiger Typ im Büro und behauptet, Ignacio zu sein, ein früherer Schulfreund, mit dem ihn vor 16 Jahren mehr verband als nur das Lernen in einer Klosterschule. Gemeinsam entdeckten sie die Liebe, das Leben und das Kino. Der äußerlich völlig veränderte Ignacio mit Künstlernamen Angel drückt ihm die selbst verfasste Short-Story "Der Besuch" in die Hand. Aber Enrique zeigt wenig Interesse, denn "nichts ist unerotischer als ein Schauspieler, der Arbeit sucht". Beim nächtlichen Lesen erliegt er der Faszination dieser Betrachtung des kindlichen Martyriums und der späteren Transformation zur Transe. Da verliebt sich Pater Manolo in den Chorknaben Ignacio und missbraucht ihn, beäugt misstrauisch die innige Freundschaft zwischen Ignacio und Enrique. Im Zuge seiner Recherchen macht der Filmemacher eine schockierende Entdeckung. Die schreckliche Wahrheit hindert ihn nicht, sich auf ein grausames Spiel ohne Netz und doppelten Boden einzulassen. Almodóvar verwebt souverän Gegenwart und Vergangenheit, Film im Film und Wirklichkeit zu einem fragilen Geflecht im moralischen Morast aus sexueller Begierde, Rache und Intrigen. Je mehr man glaubt zu verstehen, um so weniger versteht man. Die verwirrende Scharade um Identität, Leidenschaft und Liebe, Verlangen und Verachtung führt zu einer düsteren Reise in seelische Untiefen, ein Purgatorium für die innerlich verhärteten Protagonisten.

Schwarz sind für Almodóvar die Soutanen der Priester, die Nächte der Schüler in den Schlafsälen, schwarz das Schicksal aller. Verdoppelungen und Spiegel strukturieren diesen "film noir" und die drei verschiedenen Geschichten, der "wahren", der in der Kurzgeschichte beschriebenen und Enriques Filmversion. Zu Beginn findet Enrique unter der Rubrik "Vermischtes" den Hinweis auf eine Frau, die in ein Krokodil-Bassin springt und während die Bestien sie zerfleischen, eine von ihnen umarmt und ohne den geringsten Laut stirbt. Eine Metapher für das bewusste sich Opfern und Hingeben, roter Faden dieses sehr persönlichen, aber nicht eigentlich autobiografischen Films, wie Almodovar betont, auch wenn eigene Erfahrungen und Erinnerungen das Buch prägen. "La Mala educación" ist ein Meisterwerk mit Widerhaken - erotisch, sinnlich, erbarmungslos. Und von schmerzhafter Schönheit. mk.

- Deleted Scenes
- Making Of
- Internationale Trailer und TV-Spots
- Bildergalerie
- DVD-Rom Part
- "Internationale Pressehefte"

Quelle: Universum Film

Darsteller:  Gael García Bernal   als Ángel/Juan/Zahara
  Fele Martinez   als Enrique Goded
  Daniel Giménez Cacho   als Padre Manolo
  Javier Cámara   als Paquito
  Lluís Homar   als Señor Berenguer
  Francisco Boira   als Ignacio
  Francisco Maestre   als Padre José
  Juan Fernández   als Martín
  Nacho Perez   als Ignacio als Kind
  Raul Garcia Forneiro   als Enrique als Kind
  Alberto Ferreiro   als Enrique Serrano
  Petra Martínez   als Ignacios Mutter
  Sandra   als Sandra
 
Regie:  Pedro Almodóvar  
Buch:  Pedro Almodóvar  
Musik:  Alberto Iglesias  
Kamera:  José Luis Alcaine  
Produzent:  Agustin Almodóvar  
 

La mala educación - Schlechte Erziehung in der Fotoshow

 

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