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Leihvideo
Erhältlich seit:
15.03.2005
Originaltitel: La mala educación
Spanien 2004
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 12
Gael García Bernal
Fele Martinez
Daniel Giménez Cacho
Regie: Pedro Almodóvar
Universum Film

Lang erwartet und als Eröffnungsfilm von Cannes ein Treffer ins Schwarze: Pedro Almodóvars verstörender Blick in Kindheit und Erwachsensein zweier Freunde wird zur Abrechnung mit einer repressiven, religiösen Erziehung, der "mala educación". Einer, dessen Seele zerstört und Hoffnung auf ein zukünftiges Glück zunichte gemacht wurde, hat seine Geschichte aufgeschrieben - Erpressung, sexueller Missbrauch und Lüge kommen ans Tageslicht. Auslöser für das Aufeinanderprallen von Emotionen in der Grauzone düsterer Fatalität, der Konfrontation mit der eigenen Biographie. Wohl das reifste Werk des spanischen "enfant terrible".
Pedro Almodóvars neuer Geniestreich berührt einen wunden Punkt mit aktuellem Bezug - den Missbrauch von Jugendlichen durch katholische Priester, ein lange von der Kirche verschwiegener und erst in letzter Zeit aufgedeckter Skandal. Doch Almodóvar begnügt sich nicht mit einem simplen Handlungsstrang, sondern variiert verschiedene Zeit- und Erzählebenen, verschachtelt sie kunstvoll nach dem Vorbild einer russischen Puppe.
Im aufgeklärten Spanien Anfang der 80er Jahre, der "Movida", der Demokratisierungsphase und Aufbruch in die Freiheit, leidet Regisseur Enrique Goded unter Kreativ-Blockade, sucht verzweifelt nach Inspiration für einen neuen Film. Vergeblich. Plötzlich steht ein bärtiger Typ im Büro und behauptet, Ignacio zu sein, ein früherer Schulfreund, mit dem ihn vor 16 Jahren mehr verband als nur das Lernen in einer Klosterschule. Gemeinsam entdeckten sie die Liebe, das Leben und das Kino. Der äußerlich völlig veränderte Ignacio mit Künstlernamen Angel drückt ihm die selbst verfasste Short-Story "Der Besuch" in die Hand. Aber Enrique zeigt wenig Interesse, denn "nichts ist unerotischer als ein Schauspieler, der Arbeit sucht". Beim nächtlichen Lesen erliegt er der Faszination dieser Betrachtung des kindlichen Martyriums und der späteren Transformation zur Transe. Da verliebt sich Pater Manolo in den Chorknaben Ignacio und missbraucht ihn, beäugt misstrauisch die innige Freundschaft zwischen Ignacio und Enrique. Im Zuge seiner Recherchen macht der Filmemacher eine schockierende Entdeckung. Die schreckliche Wahrheit hindert ihn nicht, sich auf ein grausames Spiel ohne Netz und doppelten Boden einzulassen. Almodóvar verwebt souverän Gegenwart und Vergangenheit, Film im Film und Wirklichkeit zu einem fragilen Geflecht im moralischen Morast aus sexueller Begierde, Rache und Intrigen. Je mehr man glaubt zu verstehen, um so weniger versteht man. Die verwirrende Scharade um Identität, Leidenschaft und Liebe, Verlangen und Verachtung führt zu einer düsteren Reise in seelische Untiefen, ein Purgatorium für die innerlich verhärteten Protagonisten.
Schwarz sind für Almodóvar die Soutanen der Priester, die Nächte der Schüler in den Schlafsälen, schwarz das Schicksal aller. Verdoppelungen und Spiegel strukturieren diesen "film noir" und die drei verschiedenen Geschichten, der "wahren", der in der Kurzgeschichte beschriebenen und Enriques Filmversion. Zu Beginn findet Enrique unter der Rubrik "Vermischtes" den Hinweis auf eine Frau, die in ein Krokodil-Bassin springt und während die Bestien sie zerfleischen, eine von ihnen umarmt und ohne den geringsten Laut stirbt. Eine Metapher für das bewusste sich Opfern und Hingeben, roter Faden dieses sehr persönlichen, aber nicht eigentlich autobiografischen Films, wie Almodovar betont, auch wenn eigene Erfahrungen und Erinnerungen das Buch prägen. "La Mala educación" ist ein Meisterwerk mit Widerhaken - erotisch, sinnlich, erbarmungslos. Und von schmerzhafter Schönheit. mk.
| Darsteller: | Gael García Bernal | als Ángel/Juan/Zahara | |
|---|---|---|---|
| Fele Martinez | als Enrique Goded | ||
| Daniel Giménez Cacho | als Padre Manolo | ||
| Javier Cámara | als Paquito | ||
| Lluís Homar | als Señor Berenguer | ||
| Francisco Boira | als Ignacio | ||
| Francisco Maestre | als Padre José | ||
| Juan Fernández | als Martín | ||
| Nacho Perez | als Ignacio als Kind | ||
| Raul Garcia Forneiro | als Enrique als Kind | ||
| Alberto Ferreiro | als Enrique Serrano | ||
| Petra Martínez | als Ignacios Mutter | ||
| Sandra | als Sandra | ||
| Regie: | Pedro Almodóvar | ||
| Buch: | Pedro Almodóvar | ||
| Musik: | Alberto Iglesias | ||
| Kamera: | José Luis Alcaine | ||
| Produzent: | Agustin Almodóvar | ||
La mala educación - Schlechte Erziehung in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Spanisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Spanisch, Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Behind the Scenes, Interviews, Trailer
Star
Gael García Bernal
Der Mexikaner mit den glühenden Augen eines Latin Lover und der verspielten Körpersprache junger Verliebter vereint sanfte...
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