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La Vie en Rose

Biopic über die legendäre französische Sängerin Edith Piaf.


La Vie en Rose

Leihvideo

Erhältlich seit:
06.09.2007

Originaltitel: La Môme

Drama

Frankreich/Großbritannien/Tschechien 2007
Laufzeit: 134 Min.
FSK: ab 12

Marion Cotillard
Sylvie Testud
Pascal Greggory

Regie: Olivier Dahan
Highlight Communications (Deutschland)

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Eine einzigartige Karriere - ein bewegender Film. Regisseur Olivier Dahan und Hauptdarstellerin Marion Cotillard errichten Edith Piaf ein filmisches Denkmal.

Kleine Dame, große Stimme (Foto: Constantin) Großansicht

Kleine Dame, große Stimme (Foto: Constantin)

Bislang schienen spektakuläre Musikerbiografien eine Domäne Hollywoods zu sein. Die Oscars für "Ray" und "Walk the Line" lieferten die offizielle Bestätigung. Doch die legendäre Chansonnière Edith Piaf blieb natürlich einem französischen Filmemacher vorbehalten. Und mit "La vie en rose" bricht Olivier Dahan den amerikanischen Bann.

Seine filmische Annäherung an die ikonenhafte Sängerin und ihr wechselvolles Schicksal entfaltet einen emotionalen Sog, dem sich weder Fans noch Uneingeweihte entziehen können. Auch deshalb, weil die Piaf Höhen des Glücks und Abgründe von Selbstzerstörung und Tragik erlebte, die für sanftere Seelen kaum erträglich gewesen wären.

Wenn die Piaf feierte, gab es keine Zurückhaltung. Mit von Partie: die beste Freundin Mômone (Foto: Constantin) Großansicht

Wenn die Piaf feierte, gab es keine Zurückhaltung. Mit von Partie: die beste Freundin Mômone (Foto: Constantin)

Ich bereue nichts

Dahan konzentriert sich dabei nicht auf einzelne Aspekte, sondern entfaltet in kunstvoll verschachtelten Rückblenden das bewegende Panorama dieser Biografie - von der Kindheit im Bordell über das erbärmliche Leben als Straßenkünstlerin bis hin zu dem dramatischen Verlauf ihrer Erfolgsjahre in Frankreich und den USA.

Natürlich kommen darin die Wendepunkte vor, die jeder Piaf-Verehrer kennt, die tragische Liebesbeziehung zu Box-Weltmeister Marcel Cerdan, der Tod ihrer Tochter oder der Zusammenbruch auf offener Bühne. Der Film zelebriert die klassischen Gesangsnummern bis hin zum überwältigenden Höhepunkt, wenn die vom Krebs Gezeichnete ihr "Non, je ne regrette rien" anstimmt.

Gegensätze ziehen sich an: Nur mit Box-Champion Marcel spürte die Piaf Erfüllung (Foto: Constantin) Großansicht

Gegensätze ziehen sich an: Nur mit Box-Champion Marcel spürte die Piaf Erfüllung (Foto: Constantin)

Wie die ganz Großen

Aber wie bei jeder Musikerbiografie hängen Scheitern und Erfolg vom Hauptdarsteller ab. Und Marion Cotillard ("Ein gutes Jahr") gelingt in einem schauspielerischen Parforce-Ritt eine Anverwandlung, die das Etikett 'oscarreif' verdient. Noch sind solche Ehren in der Regel den Darstellern englischsprachiger Filme vorbehalten. Noch.

La Vie en Rose

Die tragische Lebensgeschichte der französischen Chanson-Legende Edith Piaf als Bekenntnis zur Leidenschaft und zum Leben mit einer hinreißenden Marion Cotillard.



Klein, zart und zerbrechlich steht sie in ihrem schwarzen Kleid im Scheinwerferlicht auf der Bühne. Aber kaum intoniert sie eines ihrer berühmten Chansons, ist sie die Größte, öffnet Herzen, dringt ein in die Seele und berührt das Innerste der Zuhörer. Denn ihre Lieder sind Spiegel ihres tragischen Lebens, der Abgründe und Abstürze, der Hölle, die sie durchschritten hat bis zum Olymp des Ruhms. Suche und Sucht nach Liebe bestimmen ihr Handeln. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere lernt die Französin in Amerika den Boxer Marcel Cerdan kennen, die große Liebe ihres Lebens, doch schon zwei Jahre später zerschellt sein Flugzeug auf den Azoren - auf dem Weg zu ihr. Ein Schlag, den sie nicht verwindet, sie flüchtet in Drogen und Alkohol. Aber zäh wie sie ist, schafft sie es immer wieder, sich aus dem Sumpf zu ziehen. Mit unverwüstlicher Kraft singt sie von erfüllten und unerfüllten Gefühlen, die Chansons untermalen ihren Weg nach oben, ins "Bobino" und endlich auch ins legendäre Pariser Olympia, wo sie -von Krankheit gezeichnet - "Non, je ne regrette rien" schreit und schluchzt. Ein Bekenntnis zu dem, was sie war und was sie tat, ein Bekenntnis zur Leidenschaft mit Höhen und Tiefen.

Olivier Dahan arbeitet mit sehr verschachtelten Rückblenden über die Dekaden, begleitet den Spatz von Paris von der ärmlichen Kindheit im Bordell über den Ein-Mann-Zirkus mit ihrem Vater und die Versuche als Straßensängerin in Paris ein paar Francs zu ergattern, bis hin zu ihren Erfolgen in Amerika und in der Heimat. Es sind nicht die Berühmten wie Yves Montand oder Charles Aznavour, die in diesem Kosmos kreisen, sondern treue Freunde, die ihr ergebene Entourage und wechselnde Männer. Dahan zeigt sie nicht nur als Star, sondern auch in ihrer Unberechenbarkeit und Launenhaftigkeit, hakt dabei manchmal etwas hastig Stationen ab. Unberücksichtigt bleibt die Besatzungszeit in Paris, in der die Piaf ein Konzert für Kriegsgefangene gab und auch einigen zur Flucht verholfen haben soll. Zusammenbrüche, bejubelte Auftritte und tragische Szenen sind locker verknüpft und manchmal ist sie zu fühlen die große Einsamkeit unter der die Piaf nicht nur als Kind litt, sondern bis zum Lebensende. "La vie en Rose" ist keines der üblichen Biopics, sondern der ambitionierte Versuch, eine komplexe Karriere emotional zu vermitteln. Es darf mitgesungen und mit geweint werden. Marion Cotillard zuzuschauen, ist ein Erlebenis. Sie bringt die Leinwand zum Funkeln, spielt das junge Mädchen mit kirschrotem Mund ebenso überzeugend wie die an Krebs Dahinsiechende, ein zitterndes Wrack mit 47 Jahren. Oscarreif! mk.

Darsteller:  Marion Cotillard   als Edith Piaf
  Sylvie Testud   als Mômone
  Pascal Greggory   als Louis Barrier
  Emmanuelle Seigner   als Titine
  Jean-Paul Rouve   als Louis Gassion
  Gérard Depardieu   als Louis Leplée
  Clotilde Courau   als Anetta Gassion
  Jean-Pierre Martins   als Marcel Cerdan
  Cathérine Allegret   als Louise
  Marc Barbé   als Raymond Asso
  Caroline Sihol   als Marlene Dietrich
 
Regie:  Olivier Dahan  
Buch:  Olivier Dahan  
Musik:  Christopher Gunning  
Kamera:  Tetsuo Nagata  
Produzent:  Alain Goldman  

Killer räumen Oscars ab

Mit einer Öldusche hatte man in Hollywood in der Oscar-Nacht gerechnet - stattdessen gab's reichlich blaue Bohnen!

Javier Bardem heimste einen der vier Oscars für "No Country For Old Men" ein", Stefan Ruzowitzky nahm seinen Goldjungen für "Die Fälscher" von Penélope Cruz entgegen (Foto: © A.M.P.A.S.) Großansicht

Javier Bardem heimste einen der vier Oscars für "No Country For Old Men" ein", Stefan Ruzowitzky nahm seinen Goldjungen für "Die Fälscher" von Penélope Cruz entgegen (Foto: © A.M.P.A.S.)

Vier von acht möglichen Oscars, darunter in den beiden Königsklassen Bester Film und Beste Regie, gab's von der Academy für die Killergroteske "No Country for Old Men" von den Brüdern Joel und Ethan Coen. Javier Bardem glänzt in der absurd-tragikomischen Ballade um kaputte Gangster und desillusionierte Gesetzeshüter als gewissenloser münzewerfender Mörder und heimste dafür zu Recht den Preis als bester Nebendarsteller ein.

Das Öl-Drama "There Will Be Blood" kam trotz ebenfalls acht Nominierungen nur auf zwei Goldjungen. Einen davon räumte erwartungsgemäß Daniel Day-Lewis als bester Hauptdarsteller ab. Als beste Hauptdarstellerin wurde völlig überraschend Marion Cotillard für ihre Rolle als Edith Piaf in "La Vie en Rose" ausgezeichnet. Die Französin war ebenso überrumpelt wie das ganze Kodak Theater, dass nicht die Favoritinnen Julie Christie oder Cate Blanchett geehrt wurden - Cotillard stand minutenlang unter Tränen vor dem Mikrofon und rang nach Worten für ihre Dankesrede. Am Ende fand sie die schönsten Worte des gesamten Abends: "Ich danke dem Leben und ich danke der Liebe. Es stimmt wirklich, dass es in dieser Stadt Engel gibt."

Die Gewinner der Darstellerpreise strahlten um die Wette: Daniel Day-Lewis, Tilda Swinton, Marion Cotillard und Javier Bardem (Foto: © A.M.P.A.S.) Großansicht

Die Gewinner der Darstellerpreise strahlten um die Wette: Daniel Day-Lewis, Tilda Swinton, Marion Cotillard und Javier Bardem (Foto: © A.M.P.A.S.)

Deutschland freut sich mit Österreich

Den Oscar für die beste Nebendarstellerin gewann Tilda Swinton für ihre Rolle als Gegenspielerin von George Clooney im Gerichts-Thriller "Michael Clayton". Auch hier hatte Cate Blanchett für "I'm Not There" als haushohe Favoritin gegolten. Trotzdem war "Michael Clayton" neben "Abbitte" der große Verlierer: Beide Filme waren sieben mal nominiert, mussten sich aber mit nur einem Award begnügen.

Einen "halben" deutschen Oscar gab's für das KZ-Drama "Die Fälscher" mit August Diehl, das für Österreich in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film ins Rennen ging und in Deutschland koproduziert wurde. Regisseur Stefan Ruzowitzky erinnerte an seine erfolgreichen Landsmänner in Hollywood wie Billy Wilder oder Otto Preminger und sagte: "Es ist passend, dass der erste Oscar für Österreich an einen Film geht, der von den Verbrechen der Nazis handelt - denn aus diesem Grund mussten diese großen Künstler damals in die USA flüchten."

Darsteller Tommy Lee Jones gratuliert den Coen-Brüdern zu ihrem Vierfach-Triumph (Foto: © A.M.P.A.S.) Großansicht

Darsteller Tommy Lee Jones gratuliert den Coen-Brüdern zu ihrem Vierfach-Triumph (Foto: © A.M.P.A.S.)

Gedenken an Heath Ledger

"Das Bourne Ultimatum" darf sich rühmen, technische Maßstäbe gesetzt zu haben. Drei Oscars für Schnitt, Ton und Tonschnitt machen den spektakulären Agententhriller zum Film mit den zweitmeisten Preisen nach "No Country" und zum einzigen Beitrag, der alle Goldjungs erhielt, für die er nominiert war.

Einer der emotionalsten Momente war der Abschied der Academy von den Mitgliedern, die in den letzten zwölf Monaten verstarben: Am Ende des Zusammenschnitts von Höhepunkten aus den Werken der Filmschaffenden und Porträtfotos der verstorbenen Künstler wurde Heath Ledger gezeigt - und nachdem sich der Applaus gelegt hatte, herrschte lange Zeit gebannte Stille im gesamten Kodak Theatre.

 

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