DVD Kaufvideo

Lammbock

Hinreißend lakonische und angenehm entspannte Kifferkomödie im Stil der Kevin Smith Filme .


Lammbock

Kaufvideo

Erhältlich seit:
07.01.2011

Komödie

Deutschland 2001
Laufzeit: 89 Min.
FSK: ab 16

Lucas Gregorowicz
Moritz Bleibtreu
Marie Zielcke

Regie: Christian Zübert
Universum Film

Bild 1 von 23

Filmbewertung


(3 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Lammbock

Stefan und Kai sind beste Freunde und vertreiben sich die Zeit mit Kiffen. Daraus resultieren ausschweifende Gespräche über "Baywatch", Oralverkehr mit Mehmet Scholl und andere Stilfragen. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie mit "Lammbock", einem nur spärlich als Pizzaservice getarnten Marihuana-Handel. Als ihre Dope-Plantage von Blattläusen befallen wird, heuern die Jungunternehmer einen Ungeziefer-Spezialisten an. Sie ahnen nichts von dessen Job als Undercover-Ermittler und treten so eine Lawine bizarrer Ereignisse los.

Der Erstling des Würzburgers Christian Zübert lässt autobiografische Züge erkennen. Trotz offensichtlicher Neigung zur Sportzigarette ist dem Filmemacher ein höchst amüsanter Film über die Bedeutung von wahrer Freundschaft gelungen, der den Vergleich mit dem ähnlich gelagerten "Kleine Haie" nicht scheuen muss. Dabei schafft es der schreiend komische Moritz Bleibtreu mit einer extrem lässigen Darbietung, den talentierten Newcomer Lucas Gregorowitz nicht an die Wand zu spielen. Eine charmante Komödie auf dem besten Weg zum Kultfilm.

Lammbock

Der beste Sönke-Wortmann-Film, den der Erfolgsregisseur nie gedreht hat: Christian Züberts Regiedebüt über zwei unverbesserliche Kleinstadt-Kiffer, die, anstatt erwachsen zu werden, lieber unter dem Deckmantel eines florierenden Pizza-Service Dope unters Volk bringen, gefällt als gut gelaunter und manchmal auch ein bisschen verkauzter Spaß um nicht allzu viel, der an Cheech und Chong, den ähnlich episodischen "Dazed and Confused" und - deutlichstes Vorbild - die Filme von Kevin Smith erinnert. Als bestes Verkaufsargument hat die erste Spielfilmproduktion von Wortmanns Little Shark Entertainment einen ebenso entspannten wie urkomischen Moritz Bleibtreu zu bieten, der die Entdeckung Lucas Gregorowicz als Newcomer an seiner Seite immer gut aussehen lässt.

Natürlich bietet sich die Analogie zu Sönke Wortmann an: Wie dessen "Kleine Haie" vor nunmehr zehn Jahren ist auch der Erstling des Würzburgers Zübert (der mit Wortmann in Kontakt gekommen war, weil er ein Drehbuch für den später wieder verworfenen "Kleine Haie 2" schreiben sollte) erfüllt von einem deutlich erkennbaren autobiographischen Geist. Der verleiht dem geschwätzigen Reigen über wichtige Dinge des Lebens wie Stilfragen, Haltung, "Baywatch" und Oralverkehr mit Mehmet Scholl trotz aller Marihuanaschwaden-Gemütlichkeit eine Dringlichkeit und Spannung, wie sie nur Filme haben, in denen sich die Macher eigene Erfahrungen von der Seele schreiben (müssen). Fiktiv ist sicherlich die eigentliche Story über die Freunde Stefan und Kai, die ihre Zeit mit endlosen Diskussionen über Sinn und Unsinn abwegigster Dinge verbringen und nebenher noch eine kleine Hasch-Plantage in einem Wäldchen vor den Toren der Stadt unterhalten. Als die wertvollen Pflänzchen von Blattläusen befallen werden, lassen sich die Jungs ahnungslos mit einem verdeckten Ermittler ein und lösen damit eine Kette bizarrer Ereignisse aus, an dessen Ende die Erkenntnis steht, dass nichts über alte Freundschaften geht.

Natürlich dient der Plot hier nur als Überbau, als Skelett. Denn mehr als von seiner narrativen Entwicklung lebt "Lammbock" (so heißt übrigens der Pizzaservice der Filmhelden) von seinen Figuren, ihrem Umgang miteinander und einzelnen Szenen - wie dem wunderbaren Intro, in dem Kai und Stefan so endlos lange über TV-Nixe Erika Eleniak reden, bis klar wird, dass Zübert sich nicht an Tarantinoesken Pop-Referenzen versucht, sondern seine Figuren mit der Art und Weise, wie sie sich unterhalten, definiert. Nicht das Was steht im Mittelpunkt, sondern stets das Wie: So dienen pfiffige Szenen (Kai geht mit Stefans Schwester zum Aids-Test, will cool sein, macht sich aber zum Affen), komische Einfälle (nach besonders starkem Dope erlebt sich Stefan nur noch Schwarzweiß), grell-überzogene Übertreibungen (Stefan hat versehentlich Sex mit seiner Schwester), Verweise (die von Wotan Wilke Möhring und Antoine Monot Jr. gespielten Typen sind unmittelbar von Kevin Smiths Regulars Jay und Silent Bob inspiriert) und natürlich die herrlich unverkrampften Gespräche immer nur dazu, Kai und Stefan dem Zuschauer näher zu bringen und ihr ganz persönlichen Dilemmas herauszuarbeiten. Auf der einen Seite der immer lockere Kai, dem Coolness über alles geht und sofort kalte Füße bekommt, wenn er Verantwortung übernehmen muss - auf der anderen der grüblerische Stefan, der erkennt, dass das Verharren in der Pose zum Stillstand führen muss, aber trotzdem den Absprung nicht schafft.

Dass man das dauerbenebelte Pat-und-Patachon-Duo (erst einmal einen bauen!) im Verlauf seiner Coming-of-Age-Abenteuer lieb gewinnt, liegt nicht zuletzt an seinen beiden Darstellern: Moritz Bleibtreu, der sich diszipliniert im Hintergrund hält und trotzdem wieder beweist, was für ein wunderbarer Komödiant er ist, und der charmant unsichere Lucas Gregorowicz, ein fleischgewordener Kruder-und-Dorfmeister-Song. Dass Kamerafrau Sonja Rom der ersten deutschen Triphop-Komödie einen ähnlich schönen und modernen Look beschert hat wie im letzten Jahr "Crazy", schadet sicherlich nicht, wenn "Lammbock" - beim Filmfest München frenetisch beklatscht - seinen Weg zur Kult-Comedy antritt. ts.

Darsteller:  Lucas Gregorowicz   als Stefan
  Moritz Bleibtreu   als Kai
  Marie Zielcke   als Laura
  Julian Weigend   als Achim
  Alexandra Schalaudek   als Gina
  Wotan Wilke Möhring   als Frank
  Elmar Wepper   als Vater Becker
  Christof Wackernagel   als Ausbilder
  Antoine Monot, Jr.   als Schöngeist
  Alexandra Neldel   als Jenny
  Thomas Schendel   als Dr. Kollmann
 
Regie:  Christian Zübert  
Buch:  Christian Zübert  
Musik:  Chris Jones  
Kamera:  Sonja Rom  
Produzent:  Sönke Wortmann  
 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Lucas Gregorowicz

Als Entdeckung des Jahres hinterließ der 1976 in London geborene Lucas Gregorowicz 2001 mit der charmanten Slackerkomödie "Lammbock"...

 

Star

Moritz Bleibtreu

Sein komischer cooler Killer Abdul aus "Knockin' on Heaven's Door" ging mit dem Satz "Soll isch dir dein Hirn pusten?" ebenso in die...