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Kaufvideo
Erhältlich seit:
04.10.2005
USA/Deutschland 2004
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 12
Michelle Williams
John Diehl
Shaun Toub
Regie: Wim Wenders
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

Der Himmel über Amerika hat sich verfinstert: Im Gegensatz zu Michael Moores polemischen Rundumschlag wirft Wim Wenders einen differenzierten Blick auf Menschen und ihre Zerrissenheit, in einem Land, das sich nach 9/11 neu sortiert: In Los Angeles treffen die junge Idealistin Lana und der patriotische Vietnam-Veteran Paul aufeinander, zwei Welten und Weltanschauungen, wie sie gegensätzlicher nicht sein können. Als sie Zeuge des Mordes an einem Obdachlosen werden, machen sie sich aus ganz unterschiedlichen Gründen auf die Suche nach dem Mörder und der Wahrheit.
Eigentlich sollte man sich freuen, dass die Realisierung von Wim Wenders "Don't Come Knocking" länger als geplant dauerte. Denn dadurch schrieb er vor lauter Ungeduld zwischendurch eine andere Geschichte: "Land of Plenty", Wettbewerbsbeitrag in Venedig und filmischer Schnellschuss. In drei Tagen stand das 20-seitige Treatment, drei Wochen dauerte es mit Autor Michael Meredith bis zum fertigen Drehbuch, gedreht wurde komplett aus der Hand mit der DV-Kamera (DOP Franz Lustig), durchschnittlich 42 Einstellungen pro Tag, einmal sogar 70. Los Angeles ist hier nicht glitzernde Metropole der Entertainment-Industrie, sondern graue Hauptstadt des Hungers. Ein Schock für die junge Lana, die nach zehn Jahren Afrika und Palästina nun den sozialen Schattenseiten ihrer Heimat begegnet. Bei ihrer Arbeit in einer Obdachlosen-Mission Downtown L.A. steht sie dem Elend hilflos gegenüber, versucht durch Freundlichkeit den Menschen ein Stückchen Würde zu geben, sie aufzumuntern. Ihr einziger Verwandter in USA ist Onkel Paul, ein traumatisierter Vietnam-Veteran, der nicht nur an den Folgen des hochgiftigen "Agent Pink" (Vorläufer des berüchtigten "Agent Orange") leidet sondern auch unter einer Paranoia, gar an einen Sieg Amerikas in Vietnam glaubt, weil die Soldaten 10 000 Tage den Kommunismus aufgehalten hätten. Seit 9/11 hält der selbsternannte Vaterlandsverteidiger jeden Fremden für einen potenziellen Attentäter, dem er das Handwerk legen muss. So verfolgt er fast wahnhaft einen indischstämmigen Mann, der sich seine tägliche Essensration in der Mission abholt. Als der aus einem vorüberfahrenden Wagen erschossen wird, befürchtet er eine dunkle Konspiration. Onkel und Nichte (eine gute Kombination John Diehl und Michelle Williams) machen sich auf, den Leichnam dem hinterbliebenen Bruder zu übergeben. Die Suche nach Wahrheit führt sie zueinander und quer durch ein Land mit Bruchstellen zwischen individueller Angst und politischer Großspurigkeit. Die Abrechnung mit dem Bush-System wird zur Beschreibung des politischen Klimas in den USA, in dem fehlgeleiteter Patriotismus, ein diffuses Gefühl von Verwundbarkeit und gleichzeitiger militärischer Überlegenheit sich zu einem gefährlichen Gemenge vermischen, das hochgehen kann, sobald die Lunte zündet. Wenders lässt in diesem "Road-Movie" leise Trauer über den Verlust von Werten spüren, die Verlorenheit von Menschen in einem komplexen System, das sie zu verschlingen droht und eine tiefe Religiosität - Symbol der Hoffnung, auch wenn der amerikanische Traum zerplatzt ist. Die melancholische Grundstimmung unterstreicht der Score von Thom & Nackt, atmosphärisch dicht auch der Titelsong von Leonard Cohen. Wenders, der seit Jahren in den USA lebt, wendet sich gegen eine Vereinfachung bei der Beurteilung der US-Politik. "Der Vorschlaghammer nutzt da wenig" äußerte er einem Magazin gegenüber und streut bei diesem schmerzende Streifzug durch "God's own Country" doch Salz in die Wunde, die seit dem feigen Terroranschlag schwärt, zeichnet auf, wie aus Gerechtigkeit Selbstgerechtigkeit erwächst. Mit dem kritischen und gleichzeitig zärtlichen Blick auf das "Land of Plenty" macht er sich dort sicherlich nicht nur Freunde. Wer nicht gerade Bush heißt, sollte sich auf diese wunderbar verstörende Reise einlassen. mk .
Die junge Amerikanerin Lana kehrt aus dem Nahen Osten in ihr Heimatland zurück, um ihren einzigen lebenden Verwandten, Onkel Paul, zu finden. Der Vietnam-Veteran hat nach dem 11. September eine ausgeprägte Paranoia entwickelt. Selbst alltägliche Belanglosig-keiten interpretiert er als terroristische Verschwörungen. In seinem zum Überwachungs-fahrzeug umgebauten Van fährt er in selbst auferlegter Mission durch die schäbigen Viertel von Los Angeles, um sein Land vor Bedrohungen zu schützen. Als sich die Wege der warmherzigen Idealistin und ihres misstrauischen Onkels kreuzen, offenbaren sich zwei Weltanschauungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten...
Wenders' einfühlsames Porträt ist gleichzeitig eine Abrechnung mit seiner Wahlheimat Amerika, deren Entwicklung er gleichermaßen kritisch wie zärtlich beobachtet!
Quelle: Studiocanal
| Darsteller: | Michelle Williams | als Lana | |
|---|---|---|---|
| John Diehl | als Paul | ||
| Shaun Toub | als Hassan | ||
| Wendell Pierce | als Henry | ||
| Richard Edson | als Jimmy | ||
| Burt Young | als Sherman | ||
| Yuri Z. Elvin | als Polizist Elvin | ||
| Jeris Poindexter | als Charles | ||
| Rhonda Stubbins White | als Dee Dee | ||
| Bernard White | als Youssef | ||
| Victoria Thomas | als Reporter | ||
| Regie: | Wim Wenders | ||
| Buch: | Wim Wenders | ||
| Michael Meredith | |||
| Musik: | Thom & Nackt | ||
| Kamera: | Franz Lustig | ||
| Produzent: | In-Ah Lee | ||
| Samson Mucke | |||
| Gary Winick | |||
| Jake Abraham | |||
Land of Plenty in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:1,78/16:9
Extras: Audiokommentar, Interviews, B-Roll, Entfallene Szenen, Musicvideo, Trailer
Star
Michelle Williams
Amerikanische Schauspielerin. Mit Gespür für intelligente Rollen wurde Michelle Williams, nachdem sie sich in der Teenieserie "Dawson...
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