
Der schwule Kellner Christian, der mit der schwarzen Kollegin Julie im Restaurant "Lila's" von Miss Lila M. arbeitet, lernt den Studenten und Mormonen-Missionar Aaron Elder Davis aus Idaho kennen und wettet, ihn verführen zu können. Als Aarons Kommilitonen ihn mit Chris erwischen, wird Aaron exkommuniziert. Während Julie mit selbst geschriebenen Songs Karriere macht, landet Aaron in der Anstalt. Er flieht und schüttet im "Lila's" Miss M., die er während einer seiner Missionstouren kennen gelernt hatte, sein Herz aus. Chris, der immer noch dort arbeitet, tritt hinzu. An Miss M.'s Tafel feiern sie mit allen Freunden Thanksgiving.
Die Story zweier schwuler Königskinder ist von Regisseur C. Jay Cox mit permanenten religiösen Verweisen durchsetzt worden. Sie zielt auf eine selbst geschaffene alternative Glaubensgemeinschaft. Eine Erlösungsgeschichte aus Los Angeles.
Ohne überinterpretieren zu müssen, sind Christian und Aaron als Jesus-Figuren, Kellnerin Julie als der Heilige Geist und Miss M. als Mutter Maria von den Schmerzen angelegt; Thanksgiving wird als Abendmahl inszeniert. Der Titel leitet sich von den Mormonen, den "Heiligen der letzten Tage" ab, deren Schwulenfeindlichkeit konterkariert wird.
Alle Darsteller im handwerklich sorgfältigen Film spielen gänzlich uneitel und angenehm zurückhaltend ohne entsprechende Szene- oder Selbstfindungsklischees. Überraschungsgast als charismatische Restaurantbesitzerin Miss M., die ihren Lebenspartner verliert, auf offener Straße vor Aaron einen Nervenzusammenbruch erleidet und einen geistreichen Sprachstil pflegt, ist Jacqueline Bisset (zuletzt im Kino mit "Fascination"), die den Film verschönt und veredelt. Für Programmkinos mit Szene-Flair. ger.