
Publikumswirksame französische Actionkomödie mit Comedy-Star Rick Kavanian als Synchronsprecher in einer witzigen Doppelrolle.
Wenn Ace sich breitbeinig über die Straße schiebt, ist klar, der Typ mimt nur den wilden Tiger und steht auf hartem Schein. Als Zuhälter und Gangster gibt er den großen Macker (daher auch der französische Titel "Le Mac"), wenn sein Boss ruft, wird er schnell eine Nummer kleiner. Nicht nur, weil mit dem nicht gut Kirschen essen ist, sondern auch wegen des schlechten Gewissens, soll er doch als Polizeispitzel den nächsten Drogen-Deal verraten. Die Sache wächst ihm über den Kopf und er verschwindet, nicht ohne Hinweise auf seinen (getürkten) Tod zu hinterlassen. Durch Zufall gerät dem Polizisten-Duo ein äußerlich genaues Duplikat in die Hände, der nach der Geburt getrennte Zwillingsbruder. Es handelt sich um Gilbert Chapelle, einem braven Bankangestellten, der versehentlich einen Mann erschossen hat. Entweder er schlüpft in die Haut seines ihm bis dato unbekannten Bruders oder er verschimmelt im Knast, drohen die Cops. In einem 36stündigen Crash-Kurs lernt das Weichei, wie man auf dicke Hose macht und wird als großmäuliger Ganove ins Milieu entlassen.
Das Thema doppelte Persönlichkeit mal nicht als psychologische Spurensuche, sondern als lautes und selbstironisches Knallbonbon. José Garcia triumphiert in der Doppelrolle als Banker und Bad Boy mit Wuschelkopf, wenn er trotz Macho-Gestus den Spießer in der Seele herumschleppt, die Dame vom horizontalen Gewerbe treu anhimmelt und das Objekt der Begierde sogar zum Essen einlädt, im Restaurant fast den falschen Typen umlegt und - als sein Chef (ganz coole Gangsterparodie: Gilbert Melki) Lunte riecht - eine total verrückte Tanznummer im Puff hinlegt. Tarantinos "Pulp Fiction" lässt grüßen und auch "Rocky" wird Referenz erwiesen, wenn am Ende einer der Brüder einen Bademantel mit dessen Schriftzug trägt. Manchmal nähert sich Regisseur Pascal Bordiaux gefährlich nah der Geschmacklosigkeit und der Region unterhalb der Gürtellinie, aber ohne wirklich abzustürzen, dazu treffen die kruden Dialoge zu genau ins Schwarze. Und gekonnte Slapstick-Szenen brechen jegliche Vulgarität. Auch wenn einige Wendungen vorhersehbar sind - andere überraschen - und einige Gewaltexzesse nicht in die humorvolle Verwechslungskomödie passen, allein Carmen Maura als durchtriebene und an Absurdität kaum zu übertreffende Mutter versöhnt mit sämtlichen Filmschwächen. In Frankreich amüsierten sich 1,5 Mio. Zuschauer, nicht nur Rick Kavanian als Synchronsprecher sollte auch hierzulande das Publikum anlocken. Dieser Blödsinn macht einen Riesenspaß. mk.