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Leihvideo
Erhältlich seit:
02.06.2005
Originaltitel: Lemony Snicket's A Series of Unfortunate Events
USA 2004
Laufzeit: 104 Min.
FSK: ab 6
Regie: Brad Silberling
Universal Pictures Germany

Zumindest das Kino nimmt Kinder ernst, wenn auch nicht unbedingt aus humanitären Gründen. Welches wirtschaftliche Potenzial in Filmen steckt, die Kinder magnetisch ins Kino ziehen, zeigte weltweit das Potter-Phänomen, das nun einen Erben finden soll. In den schrecklich-schönen Geschichten von Lemony Snicket, der nicht nur als Erzähler, sondern auch als schützende Hand drei Waisenkinder auf ihrem Weg durch das Abenteuer Leben begleitet. Die erste Verfilmung der Bestsellerreihe von Lemony Snicket, alias Daniel Handler, ist ein vielverprechender Start in ein neues Franchise: attraktiv und fantasievoll visualisiert, mit guten Kinderdarstellern und Superstar Jim Carrrey besetzt, kompatibel für Kinder und Erwachsene. Hithoffnungen für diesen Neuling, der in den USA bereits zum 100-Millionen-Dollar-Club gehört, sind somit mehr als berechtigt.
Elf Bücher hat das gewitzte PR-Schlitzohr Snicket mittlerweile produziert. Die ersten drei, "Der schreckliche Anfang", "Das Haus der Schlangen" und "Der Seufzersee", bilden die Basis für Snickets Kinodebüt, das in "Casper"-Regisseur Brad Silberling einen adäquaten Nachfolger für den ursprünglich vorgesehenen Barry Sonnenfeld gefunden hat. Bereits zur Ouvertüre wird die heile Kinderwelt rotzfrech als Illusion enttarnt, bricht Erzähler Snicket, im englischen Original wunderbar von Jude Law gesprochen, ein kitschiges Animationsmärchen abrupt ab, um zu einer neuen Geschichte anzusetzen, die kindgerecht magisch, aber in ihren Themen auch in der Realität verwurzelt ist. Das Leben ist hier bedrohlich, doch nie ohne Ausweg und Hoffnung. Die Erwachsenen variieren zwischen gutherzig und dämonisch, zeigen aber einen gemeinsamen Zug, weil sie Kindern nie zuhören. Die Kids brauchen Geborgenheit, erweisen sich aber im Handeln reifer als die älteren Generationen und als gewitzte Problemlöser. Hauptfiguren sind die drei Baudelaire-Geschwister: die 14-jährige Violet, eine vernunftbegabte Erfinderin, der zwölfjährige Klaus, ein allwissender Bücherwurm und Schnullerfloh Sunny, deren altkluges Kleinkindgebrabbel nur von ihren Geschwistern verstanden wird. Der Zuschauer bekommt Verständnishilfen durch Untertitel, die zu den komischen Highlights des Films gehören. Der freche Witz zeigt sich im Dialog, im Ton des Erzählers, aber auch in visuellen Randnotizen, wie etwa zu Beginn in einem Scrabblespiel, in dem sich beinhart erwachsene Obsessionen verstecken.
Wie in vielen berühmten Märchen sind die Baudelaires Waisen, nachdem ein Brand ihre Eltern getötet hat. Von einem sympathischen, aber naiven Vormund werden sie auf eine Odyssee durch ihre Verwandtschaft geschickt, die sie in Pflege nimmt. Den Anfang macht der selbstverliebte, durchtriebene und skrupellose Graf Olaf, der es nur auf das Erbe abgesehen hat und die Kinder schnell und sprichwörtlich aufs (tödliche) Abstellgleis schiebt. Dank der Koalition ihrer kreativen Kräfte bleiben sie am Leben. Weniger Glück ist ihren nächsten Pflegeeltern beschieden, einem liebenswerten Onkel (Billy Connolly) und einer überängstlichen Tante (Meryl Streep), die beide Opfer des in verschiedenen Verkleidungen auftauchenden, nur von den Kindern durchschauten Grafen werden. Mit Hakennase, Schütterhaar und der gebotenen Theatralik eines Mannes, der sich (eine hübsche Ironie) für einen verkannten großen Schauspieler hält, zieht Jim Carrey hier ungebremst vom Leder, kann sogar seine auf Preisverleihungen bereits präsentierte "Raptoren"-Nummer zum Besten geben. Wer nicht ausgesprochen Carrey-phob in diesen Film geht, amüsiert sich über seinen penetranten Grafen, der wie das Gesamtambiente kontrolliert bedrohlich wirkt. Obwohl der komplett im Studio gedrehte Film, der in Kamera, Design, Musik und Kostümen Spitzenkräfte beschäftigt, in Bildern und Handlung von einem düsteren Ton geprägt ist, ist dieser nie übermächtig, finden die Kinder selbst Antworten auf die Probleme, die das Leben ihnen in den Weg stellt. Damit ist dieser Silberling, der im Transfer zu einem visuellen Medium erwartungsgemäß Charaktervertiefungen zugunsten von Schauwerten opfert, zwar pädagogisch, vor allem aber auch unterhaltsam. Für Kinder und Erwachsene. kob.
| Darsteller: | Jim Carrey | als Graf Olaf | |
|---|---|---|---|
| Jude Law | als Lemony Snicket/Erzähler | ||
| Liam Aiken | als Klaus Baudelaire | ||
| Emily Browning | als Violet Baudelaire | ||
| Timothy Spall | als Mr. Poe | ||
| Catherine O'Hara | als Justice Strauss | ||
| Billy Connolly | als Onkel Monty | ||
| Cedric the Entertainer | als Constable | ||
| Luis Guzmán | als Glatzkopf | ||
| Jennifer Coolidge | als Frau mit dem weißen Gesicht 1 | ||
| Meryl Streep | als Tante Josephine | ||
| Kara Hoffman | als Sunny Baudelaire | ||
| Shelby Hoffman | als Sunny Baudelaire | ||
| Jane Adams | als Frau mit dem weißen Gesicht 2 | ||
| Craig Ferguson | |||
| Jamie Harris | |||
| Regie: | Brad Silberling | ||
| Buch: | Robert Gordon | ||
| Musik: | Thomas Newman | ||
| Kamera: | Emmanuel Lubezki | ||
| Produzent: | Walter F. Parkes | ||
| Laurie MacDonald | |||
| Jim van Wyck | |||
Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1, Türkisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Audiokommentare, Featurettes, Entfallene Szenen, Outtakes
Star
Jim Carrey
Mit der Gesichtsgymnastik eines gurgelnden Gummischlauchs und als anarchischer Körperverrenker mit garantierter Turbokomik übertrifft Jim Carrey...
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