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Leo und Claire

Alltags- und Liebes-Geschichte im Dritten Reich um einen jüdischen Kaufmann, der in Nürnberg Opfer einer Denunzierung wird.


Leo und Claire

Kaufvideo

Erhältlich seit:
20.02.2003

Drama

Deutschland 2001
Laufzeit: 99 Min.
FSK: ab 12

Michael Degen
Suzanne von Borsody
Franziska Petri

Regie: Joseph Vilsmaier
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Leo und Claire

Der lebenslustige Jude Leo Katzenberger betreibt in Nürnberg einen gutgehenden Schuhhandel und ist glücklich mit Claire verheiratet. Da bezieht eines Tages die junge, attraktive Fotografin Irene eine seiner Wohnungen. Wegen der angeblichen Affäre mit seiner Mieterin von den Nachbarn und der NS-Hetzpresse der Rassenschande bezichtigt, muss Leo bald um sein Wohlergehen bangen. Doch lange will er einfach die Gefahr nicht wahrhaben, in der er sich als Jude befindet. Als er sich schließlich zur Flucht entscheidet, ist es zu spät...

Joseph Vilsmaier, seit "Comedian Harmonists" und "Marlene" Spezialist für historische Stoffe, hat sich erneut der Ära des Nationalsozialismus zugewandt. Sein trefflich besetztes Drama lebt vom Spiel des sympathisch-tiefgründigen Titelhelden Michael Degen und dessen Partnerin Nina Petri. Sie balanciert als Irene gekonnt zwischen unschuldiger Naivität und verführerischer Divenhaftigkeit. Vilsmaier, auch hier wieder als Kameramann tätig, findet packende Bilder für Leos unweigerlichen Untergang, der dennoch wohl nur Genreliebhaber interessieren dürfte.

Leo und Claire

Historische Stoffe sind seine Leidenschaft: Nach "Stalingrad", "Comedian Harmonists" und zuletzt "Marlene" nimmt sich Joseph Vilsmaier mit "Leo und Claire" der authentischen Geschichte des jüdischen Kaufmanns Leo Katzenberger an, dessen Fall bereits in Stanley Kramers oscarprämierten "Das Urteil von Nürnberg" für stargespickte Aufmerksamkeit sorgte.

Auch die deutsche Produktion ist stargespickt, die Besetzungsliste liest sich wie das Einmaleins des deutschen Films. Allen voran Michael Degen in der Rolle des Leo Katzenberger, der der Figur des lebensfrohen, erfolgreichen Geschäftsmanns, überzeugten Staatsbürgers und liebevollen Familienvaters Tragik und Tiefe zu verleihen vermag. Franziska Petri ("Vergiss Amerika") gewinnt ihrer Irene Scheffler zwischen Femme Fatale und naivem Mädchen Profil ab, obwohl sie gerne zum leichtbekleideten Posieren in Fensternähe genötigt wird. Auch Suzanne von Borsody als Gattin Claire gibt ihr Bestes, wenngleich ihrer Figur, gerade als "Titelheldin", durchaus mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu wünschen wären.

Die Drehbuchautoren Reinhard Klooss und Klaus Richter rücken bei der Adaption der auf Tatsachen beruhenden Geschichte nach Motiven von Christiane Kohls Dokumentation "Der Jude und das Mädchen" nämlich nicht den Flirt des Kaufmanns mit der schönen Fotografin in den Vordergrund, sondern die dramatische Entwicklung der Ehe von Leo und Claire Katzenberger, die alle Herausforderungen und Zerwürfnisse übersteht. Die Geschichte spielt zwischen 1933 und '42 vor allem in jenen Nürnberger Hinterhöfen, in denen der angesehene Inhaber der Schuhgeschäfte Katzenberger der jungen, blonden und für die Meinung ihrer Mitbewohner viel zu exzentrischen Fotografin Irene ein Studio vermietet. Bald dichten die Hinterhof-Saubermänner und -Frauen dem Vermieter und der Mieterin ein Verhältnis an, wobei der Film offen lässt, ob die Freundschaft der beiden übers rein Platonische hinausgeht. Die Denunziation der Nachbarn führt zu ihrer Verhaftung. In einem skandalösen Prozess voll tiefster Demütigungen wird Leo Katzenberger zum Tode verurteilt. In seinen letzten Stunden spendet ihm allein der Briefwechsel mit seiner Frau Trost und Kraft. Wie aus dem aus Sozialneid und Frustrationen geborenen Denunziantentum ganz normaler kleiner Leute, die sich über die Konsequenzen ihres Tuns wohl durchaus im klaren waren, eine große persönliche Tragödie entsteht - diesen Aspekt hebt Vilsmaier immer wieder hervor, ihm ordnet er allerdings auch differenziertere Charakterzeichnungen unter.

Er konzentriert sich vor allem auf die Schilderung der klatschsüchtigen "Hinterhofidylle", die Leo schließlich zum Verhängnis wird. Dort, in den Mietwohnungen seines Häuserblocks, wo der Sexualfrust seine schönsten Blüten treibt, bleibt das Studio-Ambiente hölzern, auch wenn Andrea Sawatzki und Jochen Nickel als Ehepaar Steinheil und Axel Milberg als schweigsamer Hausmeister Akzente zu setzen wissen.

Vilsmaier, der wie immer selbst die Kamera führte, gelingen überzeugende Bilder für den infamen Alltag im Dritten Reich, von der kleinen Demütigung des jüdischen Geschäftsmanns über massive Drohungen bis zur nackten Gewaltanwendung, und vor allem zum Ende hin gewinnt der Film emotional an Tiefe. boe.

Darsteller:  Michael Degen   als Leo Katzenberger
  Suzanne von Borsody   als Claire Katzenberger
  Franziska Petri   als Irene Scheffler
  Alexandra Maria Lara   als Käthe Katzenberger
  Rüdiger Vogler   als Max Katzenberger
  Andrea Sawatzki   als Helga Steinheil
  Nicolas Kantor   als Alex Haeberlein
  Dietmar Schönherr  
  Kai Wiesinger  
  Jochen Nickel   als Paul Steinheil
  Axel Milberg  
  Jürgen Schornagel  
  Jasmin Schwiers  
  Hanns Zischler  
  Alexander Held   als Stadtrat Haberkern
 
Regie:  Joseph Vilsmaier  
Buch:  Klaus Richter  
  Reinhard Klooss  
Musik:  Gert Wilden jr.  
Kamera:  Joseph Vilsmaier  
Produzent:  Joseph Vilsmaier  
  Reinhard Klooss  
 

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Features

 

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Michael Degen

Mit seinem prägnanten Gesicht, dem leuchtenden Blick, der sonoren Stimme und dem stets hellwachen präzisen Spiel gehört Michael Degen zu den...

 

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Suzanne von Borsody

Sie mag schwierige Rollen, erotische Freibeuterinnen und zwiespältige Frauen. Obwohl sie nie eine Schauspielschule besuchte,...