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Liebe und andere Verbrechen

Drama über eine junge Frau in Belgrad, die aus ihrem trostlosen Dasein auszubrechen versucht und dabei in einen inneren Konflikt gerät.


Liebe und andere Verbrechen

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Erhältlich seit:
30.04.2010

Originaltitel: Ljubav i drugi zlocini

Drama

Serbien/Deutschland/Österreich 2008
FSK: ab 12

Anica Dobra
Vuk Kostic
Fedja Stojanovic

Regie: Stefan Arsenijevic
Indigo

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Liebe und andere Verbrechen

Sardonisches, kunstvolles Gangsterdrama um eine triste Belgrader Nachbarschaft, die zwischen bitterer Realität und erhofftem Aufbruch steht.

Allen geht's gut: Mit nüchterner Bildsprache und tragikomischem Humor katapultiert sich der Belgrader Regisseur Stefan Arsenijevíc in die höheren Gefilde der Arthaus-Liga, wenn er bittersüß und tiefgründig von einem halben Dutzend kläglicher Figuren erzählt, die vergeblich darauf gewartet haben, dass ihr Leben anfängt. Nur Anica (Anica Dobra) hält den perspektivlosen Stillstand postsozialistischer Plattenbau-Tristesse nicht mehr aus und will den Neuanfang wagen - indem sie von ihrem Geliebtem, dem lokalen Schutzgeld-Patron Milutin (Fedja Stojanovic), das im Solarium gehortete Geld klaut und türmt. Dabei kommt ihr dessen rechte Hand, der junge Stanislav (Vuk Kostic) mit einem Liebesgeständnis dazwischen und schon verkomplizieren Gefühle den heimlichen Abschied, während eine konkurrierende Bande einen Kleinkrieg gegen Milutin vom Zaun bricht.

Manchmal gemahnt Arsenijevícs Spielfilmdebüt an "Tödliche Versprechen", aber das lakonische Abbild einer dysfunktionalen Peripherie steht auf eigenen, sehr kunstvollen Füßen. Ein in hohem Maße absurder Mikrokosmos dient als Heimat von Betrogenen, Gebrochenen, Verlassenen und Ruinierten. Eigentlich nette Typen, die alle in Ermangelung von Alternativen ein kriminelles, unmenschliches System am Leben erhalten und ihre Träume dafür aufgegeben haben. Schlimmer noch: Der Selbstbetrug ist derart ausgeprägt, dass viele ihre Chance auf Change verspielt haben und sich ihren Illusionen hingeben. Ihr jämmerliches Tun hat keine Pointe - genau das ist die (fast schon Beckettsche) Pointe, mit der Arsenijevíc verblüffend stilsicher das verblühte Dasein eines wunderbar aufspielenden Ensembles, allen voran Anica Dobra, beschreibt. Doch die Zeiten ändern sich und wer kann, kehrt diesem Moloch den Rücken, bevor er von ihm gefressen wird. Die erschütternde Bestandsaufnahme gebiert eine Intensität, die nicht nur aus schmerzlichen Schicksalen wie dem der suizidalen Tochter des Paten erwächst, sondern auch aus der stillen Verzweiflung, der akuten Menschlichkeit hinter einer abgestorbenen Fassade, dem innigen Wunsch nach einem ganz normalen Leben. tk.

Darsteller:  Anica Dobra   als Anica
  Vuk Kostic   als Stanislav
  Fedja Stojanovic   als Milutin
  Milena Dravic   als Stanislav's Mutter
  Hanna Schwamborn   als Ivana
 
Regie:  Stefan Arsenijevic  
Buch:  Stefan Arsenijevic  
  Bojan Vuletic  
  Srdjan Koljevic  
Kamera:  Simon Tansek  
Produzent:  Herbert Schwering  
  Miroslav Mogorovic  
 

Fassungen

 

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Features

 

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Anica Dobra

Serbische Schauspielerin. Eine der vielseitigsten europäischen Schauspielerinnen, in deutschen und serbischen Filmen gleichermaßen gern und oft...