
"Alias"-Babe Jennifer Garner meldet sich in ihrer ersten Filmrolle seit der Comicadaption "Elektra" mit einer romantischen Dramedy zurück.
Zwar bringt man Garner generell zunächst mit ihrem kampftüchtigen TV-Alter-Ego Syndey Bristow in Verbindung, doch in der romantischen Body-Switch-Comedy "13 über Nacht" überraschte sie mit ihrem beträchtlichen Talent für espritvolle Komödien. Auch dem Regiedebüt von "Erin Brokovich"-Skripterin Susannah Grant verleiht Garner, als junge Frau, die kurz vor der Hochzeit ihren Verlobten verliert, mit ihrer charmant-gewinnenden Art Glanz. Unerwartete Unterstützung erhält sie von "Dogma"-Regisseur Kevin Smith in der schrulligen Sidekick-Rolle, dem damit in dieser teils sentimentalen Story über vier Freunde und einen Todesfall die meisten Lacher vorbehalten bleiben.
Beim Verstorbenen handelt es sich um Brady, dessen Verlobte Gray von dem plötzlichen Verlust schwer mitgenommen ist und daher bei den gemeinsamen Freunden Sam (Smith) und Dennis (Sam Jaeger) einzieht. Zu dieser WG der gebrochenen Herzen gesellt sich auch Fritz (Timothy Olyphant aus der TV-Serie "Deadwood"), Bradys bester Freund aus Los Angeles. Für den gut aussehenden Werbefilmer empfindet Gray anfangs nur Antipathie, die (unter den Umständen nicht unbedingt selbstverständlich) in sexuelle Anziehung und schließlich die große Liebe umschlägt. Stellt sich doch heraus, dass der langjährige Verlobte mehrere Geheimnisse vor Gray hatte, darunter einen dreijährigen Sohn, dessen Mutter von "Natural Born Killer" Juliette Lewis als flippige New-Age-Tante dargestellt wird. Darüber hinaus gesteht Dennis seine heimliche Liebe für Gray, die er seit Jahren verschwiegen hatte. Bis also alle beziehungstechnisch unter Dach und Fach gebracht worden sind, müssen etliche emotionale Klippen umschifft werden.
Regisseurin Grant versucht ihre innerhalb von bekannten Genremaßstäben definierte Beziehungsgeschichte durch unkonventionelle Figuren aufzupeppen. Als amüsantes Unikum erweist sich Smith als New-Age-Weisheiten zitierender Texter für eine Teefirma; Garner wirkt als Protagonistin, die zwischen Trauer, Wut, Sehnsucht und Schuldgefühlen hin- und hergerissen wird, gewohnt sympathisch und Olyphant fungiert souverän als Sunnyboy mit unverhofftem Tiefgang. Mehrfache Angler-Metaphern (siehe Original-Titel: Fangen und Freilassen) erklären sich durch den Umstand, dass Dennis einen Sportanglerladen betreibt, muten allerdings ebenso konstruiert wie der Rest der Story an. Hübsch wirkt hingegen die landschaftliche Szenerie, die Boulder in Colorado darstellen soll (gefilmt wurde vorrangig in British Columbia) und der dezente Poprocksoundtrack. ara.