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Lieber Frankie

Berührendes Drama um eine junge Mutter, die ihrem Sohn die Wahrheit über seinen Vater verheimlicht hat und ihn nun mit der Realität konfrontieren muss.


Lieber Frankie

Leihvideo

Erhältlich seit:
18.08.2005

Originaltitel: Dear Frankie

Drama

Großbritannien 2004
Laufzeit: 101 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Emily Mortimer
Jack McElhone
Mary Riggans

Regie: Shona Auerbach
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Ein Feel-Good-Movie fürs Herz: Was tun, wenn der "Leihvater" unerwartet Gefühle von Mutter und Sohn durcheinanderbringt?

Lizzie macht Frankie was vor (Foto: Buena Vista) Großansicht

Lizzie macht Frankie was vor (Foto: Buena Vista)

Nach vielen Umzügen mit seiner Mutter Lizzie (Emily Mortimer) ist der kleine Frankie (Jack McElhone) ganz oben in Schottland am rauen Meer gelandet. "Direkt am Rand der Welt", schreibt der Neunjährige seinem Seefahrer-Vater, erwarte er ihn und sein großes Schiff.

Aber der Vater ist nur eine Illusion, denn all die Briefe, die der gehörlose Junge im Laufe der Jahre an den fernen Papa geschrieben hat, wurden von der Mutter beantwortet. Um die Sache glaubwürdig zu machen und das Kind vor Enttäuschung zu schützen, erfand sie für Frankie abenteuerliche Geschichten rund um den Globus.

Doch dann kommt der Tag der Wahrheit: Plötzlich liegt das Schiff, die HMS Accra, im Hafen vor Anker, und ein Vater muss her. Kurzentschlossen heuert Frankies Mutter einen mysteriösen Fremden als Ersatzvater an. Und der gewinnt nicht nur Frankies Herz im Sturm.

Ach würde dieser Tag mit dem Vater doch nie zu Ende gehen! (Foto: Buena Vista) Großansicht

Ach würde dieser Tag mit dem Vater doch nie zu Ende gehen! (Foto: Buena Vista)

Scherben des Glücks

Was Shona Auerbach hier mit großer Zärtlichkeit erzählt, ist ein wunderbares und unsentimentales Märchen über kindliche Sehnsucht und Liebe, über eine zerbrochene Familie, die die Scherben des Glücks wieder zusammenkittet.

Die Flucht in die Lüge endet in der hoffnungsvollen Wirklichkeit. Bis dahin dürfen wir uns an einer fantastischen Besetzung erfreuen (vor allem am jungen Jack McElhone aus "Young Adam") und mit Lust ein leises Tränchen verdrücken. Gefühlvolles Kino eben.

Lieber Frankie

Kommt bei uns ein Film pädagogisch schwer daher und droht mit dem Zeigefinger, machen die Engländer aus einem ähnlich "sozialkritischen" Stoff den charmantesten Unterhaltungsfilm, bringen eine ungewohnte Leichfüßigkeit ins Spiel, ohne die Ernsthaftigkeit des Themas zu verwässern. Auf der Schiene von Brit Pics wie "Ganz oder gar nicht" oder "Billy Elliot" fährt auch Shona Auerbach mit ihrem heiter-melancholischem Spielfilmdebüt und erobert die Herzen der Zuschauer im Flug.

Der aufgeweckte Frankie ist gehörlos, leidet aber nicht unter der Behinderung. Vielmehr leidet er darunter, dass er mit Mutter und Großmutter seit Jahren von Ort zu Ort zieht, bis sie in einem kleinen schottischen Küstenstädtchen landen und er endlich Freunde findet. "Direkt am Rand der Welt" sei er angekommen, schreibt er dem fernen Vater, der auf der HMS Accra die Meere der Welt durchpflügt und dem der Filius von daheim berichtet. Der Neunjährige kennt ihn nicht, liest aber mit Begeisterung die mit bunten Briefmarken verzierten Briefe, in denen der Papa von wilden Abenteuern rund um den Globus erzählt. Was der Junge nicht weiß: Es gibt diesen Vater nicht, die Mutter bekommt und beantwortet seine Briefe. Sie will ihrem Kind das Gefühl von intakter Familie geben und lässt sich immer neue Erlebnisse einfallen. Doch als eines Tages die HMS Accra im Hafen liegt, steht sie vor der Frage, die bittere Wahrheit zu sagen oder kurzfristig einen Ersatz-Vater anzuheuern. Ein fremder Matrose übernimmt den Job und gewinnt nicht nur Frankies Herz im Sturm, für den ein lang gehegter Traum in Erfüllung geht.

Fein gesponnen ist diese Geschichte über kindliche Sehnsucht und Liebe. Shona Auerbach beweist ein Auge für alles Kleine und Feine, die Details stimmen von der mickrigen Fish'n Ships-Bude bis hin zum mächtigen Dampfer. Während die Erwachsenen mit ihren beschädigten Seelen unfähig sind, sich zu öffnen und unsicher zwischen Lüge und Wahrheit lavieren, gelingt es Frankie mit Urvertrauen und Unbekümmertheit emotionale Barrieren zu durchbrechen. Einen Tag lang beobachten wir, wie der Fremde, der so abgebrüht tut, als ginge es ihm nur um die Bezahlung, immer mehr aus sich herausgeht. Und als er vorschlägt, noch einen Tag dranzuhängen, hat das nichts mehr mit der finanziellen Abmachung zu tun, sondern ist Zeichen von Zuneigung. Es ist einfach schön, zuzuschauen, wie der junge Schauspieler Jack McElhone diesen verhärteten Mann dazubringt, sein besseres und verstecktes Ich zu offenbaren. Dass er das Spiel mit dem falschen Daddy durchschaut, setzt eine gelungene Pointe.

Dieses poetische und anrührende Filmmärchen kommt ohne Sentimental-Kitsch aus. Gefühle werden nicht rausposaunt und zerredet, sondern Auerbach schätzt den Wert der Stille und des Schweigens. So taxieren sich in einer Szene am Ende Emily Mortimer und Gerard Butler lange - scheu, zweifelnd und doch hoffnungsvoll. Ein Blick, der mehr sagt als komplizierte Dialoge und uns in seiner Ehrlichkeit den Atem nimmt. Nach diesem Film-Wunder ist man mit sich und der Welt rundum zufrieden. mk.

Darsteller:  Emily Mortimer   als Lizzie
  Jack McElhone   als Frankie
  Mary Riggans   als Nell
  Sharon Small   als Marie
  Sophie Main   als ernstes Mädchen
  Katy Murphy   als Miss Mackenzie
  Sean Brown   als Ricky Monroe
  Jayd Johnson   als Catriona
  Anna Hepburn   als Rektorin
  John Kazek   als Ally
  Gerard Butler   als der Fremde
  Anne Marie Timoney   als Janet
  Cal Macaninch   als Davey
 
Regie:  Shona Auerbach  
Buch:  Andrea Gibb  
Musik:  Alex Heffes  
Kamera:  Shona Auerbach  
Produzent:  Caroline Wood  
 

Lieber Frankie in der Fotoshow

 

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Features

 

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Emily Mortimer

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"300" machte ihn zum testosteronstarken Superstar. Schillernde Schurken, elegante Bösewichte und historische Abenteurer gehören zu den...