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Lilo & Stitch

Ungewöhnliches Zeichentrickabenteuer, in dem ein garstiges Pokémon durch die Liebe eines Mädchens und die Lieder von Elvis zur Menschlichkeit bekehrt wird.


Lilo & Stitch

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Erhältlich seit:
11.11.2004

Zeichentrick

USA 2002
Laufzeit: 81 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Regie: Dean Deblois, ...
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Ein blauer Außerirdischer im Hundepelz und ein mutiges kleines Mädchen treffen sich auf Hawaii: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Lilo zeigt dem "Hündchen" Stitch seinen neuen Schlafplatz

Lilo zeigt dem "Hündchen" Stitch seinen neuen Schlafplatz

Er ist klein, blau, frech, hat große Augen und macht die Galaxis unsicher: "626", ein Außerirdischer im Hundepelz, der mit seinen sechs Beinen in jedes Fettnäpfchen tappt und die Außerirdischen auf Trab hält. Das Ergebnis eines illegalen Experiments landet nach seiner Flucht schließlich auf Hawaii, allerdings nicht am Strand, sondern im Tierheim. Ausgerechnet diesen seltsamen Außerirdischen mit einziehbaren Stacheln auf dem Rücken will Lilo adoptieren. Ihre ältere Schwester ahnt Böses, kann sich aber nicht durchsetzen.

Also zieht Lilo mit ihrem neuen Haustier nach Hause, wo Stitch, wie sie den Außerirdischen nennt, erst einmal "aufräumt" und alle ins Chaos stürzt. Aber das Mädchen hat einen Narren gefressen an dem seltsamen Wesen und bei Elvis Presley-Songs sind die beiden ein Herz und eine Seele.

Es könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein: Lilo müsste sich nicht mehr über die sie hänselnden Schulkameraden ärgern und Stitch hätte endlich eine richtige Familie, wüsste, wo er hingehört - "Ohana" nennt man dieses Lebensgefühl auf Hawaii. Wenn, ja wenn da nicht die Verfolger von seinem Heimatplaneten wären.

Nix aloha: Stitch rockt los wie sein großes Vorbild Elvis

Nix aloha: Stitch rockt los wie sein großes Vorbild Elvis

Mit diesem Animationsfilm voller skurriler Gestalten treffen die Regisseure Chris Sanders und Dean DeBlois mitten ins Herz. Nicht nur Kinder, die ihren ganz besonderen Spaß haben werden, kommen hier auf ihre Kosten, der Soundtrack wird auch den Fans des King of Rock'N'Roll wie ein Teufel in die Beine fahren.

"Lilo & Stitch" ist ein Film über Zuneigung und Zusammenhalt, Freundschaft und Familie. Der aus Deutschland stammende Chefzeichner Andreas Deja, der seit über 20 Jahren bei Disney Figuren wie Skar, Dschafar oder Hercules animierte, war für Lilo verantwortlich und steckte all seine Energien in den liebenswerten und fantasiereichen Dickkopf mit der süßen Knollennase.

Lilo und Stitch beim traditonellen Hawaiianischen Volkstanz

Lilo und Stitch beim traditonellen Hawaiianischen Volkstanz

Auch Vanessa Petruo von den "No Angels", die in der deutschen Fassung die große Schwester Nani spricht, erlag bei der Synchronisationsarbeit ihrem Charme: "Ich hab bei jeder Szene gedacht: oh Mann, ist die Lilo süß, die will ich haben. Sie war so schnuckelig. Ich glaube, dass sich alle Zuschauer in Lilo verlieben werden."

Damit alles authentisch wirkt, düsten Regisseure und Art-Direktoren mit Kamera, Pinsel und Zeichenblock auf die Insel, um die Landschaft zu studieren, lernten die Sprache und guckten grazilen Tänzerinnen zu (damit Lilo auch richtig tanzt). "Lilo & Stitch" sind schräg und wild, mutig und sensibel, clever und quirlig. Ein tolles Gespann.

Lilo & Stitch

Der etwas andere Disney-Zeichentrickfilm. Nach dem ungewöhnlich ernsten "Atlantis" entfernt sich das Maus-Haus mit seinem 41. abendfüllenden Animationswerk noch weiter von der Erfolgsformel, mit der das Studio in den neunziger Jahren den Markt dominierte. Anstatt putziger Sidekicks und schmissiger Songs setzt "Lilo und Stitch" auf einen garstigen Pokemon, eine einsame hawaiianische Göre, intergalaktische Zusammenstöße und die heilende Kraft der Weisen des Kings, Elvis Presley, höchstpersönlich. Die disparaten Zutaten mögen sich nicht immer homogen ineinander fügen, aber der Charme, den die Geschichte der zarten Freundschaft zweier missverstandener Außenseiter entwickelt, ist beträchtlich.

Ein Großteil des Reizes dieser einmal verblüffend lebensnahen, dann wieder völlig entrückten Mär liegt im Aufeinanderprall von Welten, deren Unterschiede - und ihrer langsamen Zusammenführung. So wird man als Zuschauer noch vor den Credits mit dem kleinen Stitch in die Weiten des Weltalls geschleudert: Das bösartige kleine Hunde-Wesen ist die Erfindung eines verrückten Wissenschaftlers und ist auf Zerstörung programmiert. Auf Befehl des obersten intergalaktischen Gerichts soll Stitch beseitigt werden, doch ihm gelingt die spektakuläre Flucht, deren Bedrohlichkeit kombiniert mit der hohen Lautstärke und Geschwindigkeit womöglich eine Belastungsprobe für die kleinsten Zeichentrickfans darstellt. Erst als der wasserscheue Stitch auf der Erde ausgerechnet auf Oahu, Hawaii, einschlägt, um dort eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen, beginnt der eigentliche Film, in dessen Mittelpunkt nun die fünfjährige Lilo rückt, eine Außenseiterin, die von ihrer älteren Schwester Nani großgezogen wird und Zuflucht in den Liedern von Elvis Presley sucht. Zufällig kreuzen sich die Wege von Lilo und Stitch, als sie sich im Tierheim einen Hund aussuchen darf und selbstverständlich den wählt, der am meisten aus der Rolle fällt. Der weitere Weg ist vorgezeichnet: Langsam nähern sich die beiden verlorenen Seelen an - Lilo findet Trost in Stitchs Gegenwart; Stitch lernt die Begriffe Liebe und Familie, erkennt aber, dass beides für ihn unerreichbar ist. Alldieweil spitzt sich die Handlung zu: Zwei intergalaktische Söldner sollen Stitch beseitigen, ein Sozialhilfearbeiter droht damit, Lilo aus Nanis Obhut zu reißen. Und schließlich entfesseln die beiden Regiedebütanten Dean Deblois und Chris Sanders einen irrwitzigen Showdown in zwei Raumschiffen über Hawaii, in dem sich alle Sorgen zum Teil buchstäblich in Luft auflösen.

Hawaiianische Motive stehen ästhetisch im Mittelpunkt des zeichnerisch ungewöhnlichsten Disney-Film seit Gerald Scarfe seine schroffen Konturen in "Hercules" einbrachte: Oft wirken die Hintergründe der hawaiianischen Insellandschaft wie Aquarelle, was dem ungemein ernsten Film eine sehr malerische Note verleiht. Natürlich verliert man sofort sein Herz an die knubbelige Lilo und den widerborstigen Stitch, der offensichtlich auf japanischen Animé-Vorbildern beruht. Seine besten Momente hat der auffallend hektische Film, wenn Songs von Elvis das Erzählen der Handlung übernehmen: "Heartbreak Hotel" beschreibt den Seelenzustand der Heldin, "Devil in Disguise" skizziert Stitchs Situation als Streicheltier Lilos, "Hound Dog" untermalt eine besonders herzhafte Szene der Zerstörung, und "Burning Love" bildet den versöhnlichen Abschluss. Schade nur, dass dieser wunderbare Einfall nicht noch stärker ausgereizt wurde: Verglichen mit diesem künstlerischen Clou wirken die aufgeblasenen Actionszenen deplatziert. Aber dem Zauber dieses unkonventionellen Films, an dem so richtig nur die stereotype Zeichnung der Inselbewohner stört, nimmt auch dieses Manko nichts. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass das Marketing hier besser abgestimmt wird als beim letzten reizenden Zeichentrickbesuch aus anderen Welten (Warners "Der Gigant aus dem All") - aber da darf man beruhigt auf Disney vertrauen. ts.

Sprecher:  Christopher Sanders   als Genetic Experiment 626 /Stitch
  Daveigh Chase   als Lilo
  Tia Carrere   als Nani
  Ving Rhames   als Cobra Bubbles
  David Ogden Stiers   als Dr. Jumba Jookiba
  Kevin McDonald   als Agent Pleakley
  Jason Scott Lee   als Kawena, David
  Zoe Caldwell   als Grand Councilwoman
  Kevin Michael Richardson   als Captain Gantu
  Kunewa Mook   als Hula Teacher
 
Regie:  Dean Deblois  
  Christopher Sanders  
Buch:  Christopher Sanders  
  Dean Deblois  
Musik:  Alan Silvestri  
Produzent:  Clark Spencer  
 

Lilo & Stitch in der Fotoshow

 

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