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Erhältlich seit:
24.09.2010
Originaltitel: Die Spätzünder
Österreich/Deutschland 2009
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 6
Jan Josef Liefers
Ursula Strauss
Joachim Fuchsberger
Regie: Wolfgang Murnberger
Universum Film

Kürzlich erst tobte Josefine Preuß als Praktikantin durchs Altenheim ("Lotta & die alten Eisen", ZDF), nun verschlägt es Jan Josef Liefers zu den Senioren. Zwei Filme sind sicher zu wenig, um von einem Trend zu sprechen, aber auch ein "Tatort" aus Stuttgart ("Altlasten") hat sich vor einigen Wochen schon mit der Frage nach dem würdevollen Altern befasst. "Die Spätzünder", eine Koproduktion von SWR und ORF, ist allerdings eine Komödie; wenn auch mit tragischen Untertönen.
Liefers spielt den verkrachten Rock-Musiker Rocco, der Sozialstunden im Wiener Seniorenheim ableisten muss. Zunächst fühlt er sich ziemlich deplaziert, zumal sich die direkte Vorgesetzte ausgerechnet als seine zickige Nachbarin Marina (Ursula Strauss) entpuppt, die sich immer über die laute Musik beschwert. Aber dann stellt Rocco fest, dass die Alten gar nicht so scheintot sind, wie die extrem unterkühlte Heimleiterin mit dem völlig unpassenden Namen Glück (Petra Morzé) gern glauben macht. Degenhard Schagowetz (Joachim Fuchsberger) zum Beispiel ist noch höchst umtriebig und versorgt die Mitbewohner der Residenz gegen Glücks ausdrückliches Verbot regelmäßig mit Alkohol und Zigaretten. Als Rocco aus seiner Band fliegt, weil er dauernd die Proben verpasst, schlägt ihm die mittlerweile sehr liebenswürdige Marina vor, er solle doch mit den Heimbewohnern Musik machen. Frau Glück sieht die ungeahnten Lebenszeichen ihrer Schutzbefohlenen hingegen gar nicht gern und wirft Rocco raus; prompt kommt's zum Aufstand auf dem Abstellgleis.
Allein wegen der wunderbar vorgetragenen, vor Sarkasmus nur so triefenden Dialoge von Bibiana Zeller ("Zuckeroma") ist die Komödie schon sehenswert. Ohnehin hat Autor Uli Brée den alten Herrschaften (unter anderem noch Hans-Michael Rehberg) diverse schöne Szenen geschrieben. Natürlich trägt die Geschichte märchenhafte Züge, aber Wolfgang Murnberger inszeniert sie mit viel Sinn für Realitätsnähe; selbst wenn das Ende zu schön ist um wahr zu sein. Zwar hat auch der Tod ein kurzes Gastspiel, aber die wirklich düsteren Seiten des Pflegenotstands bleiben ausgespart. Statt dessen setzen Brée und Murnberger auf kleine Momente, die das Schicksal der Bewohner verdeutlichen; etwa die grenzenlose Enttäuschung von Sissi Hopf (Zeller), die sich gerade noch gefreut hatte, nach ihrer Hüftverletzung wieder laufen und das Heim verlassen zu können, als ihr der Sohn ihre Möbel in die Residenz bringt. Dafür offenbart Herr Klüger (Rehberg) unverhoffte neue Energie, als Rocco mal vergisst, ihm seine Tabletten zu geben.
Sehr schön sind auch immer wieder die kleinen Anarchismen, die schließlich in den heimlichen Proben nachts im Keller gipfeln. Und das Casting der Rentnerband-Mitglieder ist die ausgelassenste Szene des Films: herrlich, wie sie da alle im Bademantel zum Vorspiel auftauchen. Für Frau Glück, die dem Treiben ein Ende bereitet, sind sie allerdings bloß "ein inkontinenter Haufen Alzheimer-Patienten". Dass sie damit so komplett daneben liegt, macht den Charme dieser liebenswerten Komödie aus. tpg.
"Live is Life - Die Spätzünder" erzählt eine berührende und komödiantische Geschichte über alte und junge Menschen, die ihre echten und seelischen Krücken wegschmeißen und dadurch ihre Lebensfreude neu entdecken.
Roccos (Jan Josef Liefers) Chance auf Ruhm und Reichtum als Rock-Musiker scheint dahin, als sein Auftritt im Finale eines Star-Wettbewerbs ausfällt. Zu allem Übel verschlägt es den ziemlich erfolglosen Rockmusiker und Lebenskünstler auch noch in ein Seniorenheim, wo er für seine kleinkriminellen Aktionen Strafersatzdienst ableisten soll. Schon bald gerät er mit der Heimleitung und dem Pflegepersonal heftig aneinander. Denn diese sind nicht bereit, sich von dem Schlitzohr Rocco auf der Nase herzumtanzen zu lassen. Doch mit der Zeit erkennt Rocco, dass es sich durchaus lohnen kann, die alten Menschen ernst zu nehmen. Ein Erkenntnisprozess, der schließlich in der Gründung einer Rockband mit den alten Leuten mündet. Das wiederum bringt bei der Heimleitung das Fass zum Überlaufen. Rocco muss gehen und ihm drohen Festnahme und Haft. Vorher jedoch will er unbedingt noch an dem wichtigen Band-Contest, einer Talentshow für "Nachwuchsbands", teilnehmen. Mit der Cover-Version des berühmten Songs "Live is Life" schlägt die Rentnerband schließlich alle Rekorde ...
Quelle: Universum Film
| Darsteller: | Jan Josef Liefers | als Rocco | |
|---|---|---|---|
| Ursula Strauss | als Marina | ||
| Joachim Fuchsberger | als Degenhard | ||
| Bibiana Zeller | als Sissi | ||
| Libgart Schwarz | als Josefine | ||
| Hans-Michael Rehberg | als Herr Klüger | ||
| Petra Morzé | als Frau Glück | ||
| Trude Ackermann | als Frau Wachter | ||
| Gisela Salcher | als Petra | ||
| Tristan Jorde | als Richter Maier | ||
| Uli Brée | als Polizist Katoch | ||
| Michael Schönborn | als Viktor Hopf | ||
| Manuel Rubey | als Kuno | ||
| Gerhard Liebmann | als Theo | ||
| Florian Köhler | als Fabian | ||
| Erwin Galli | als Briefträger | ||
| Fanny Krausz | als junge Frau | ||
| Gabriel Castaneda | als Polizist #2 | ||
| Regie: | Wolfgang Murnberger | ||
| Buch: | Uli Brée | ||
| Gabriel Castaneda | |||
| Musik: | Stefan Bernheimer | ||
| Markus Gartner | |||
| Kamera: | Michi Riebl | ||
| Produzent: | Danny Krausz | ||
| Dr. Kurt Stocker | |||
Sprachen: Deutsch
Bildformat: 1:1,78/16:9
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