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Kaufvideo
Erhältlich seit:
13.07.2010
USA/Frankreich 1997
Laufzeit: 147 Min.
FSK: ab 18 (keine Jugendfreigabe)
Jeremy Irons
Melanie Griffith
Frank Langella
Regie: Adrian Lyne
Universum Film

Sechs Buchstaben, die einst nicht nur die literarische Welt erschütterten, bringen moralische Sorgenfalten ins Kino zurück: 35 Jahre nach Stanley Kubrick wagt sich Adrian Lyne an eine Adaption von Vladimir Nabokovs Klassiker "Lolita". Trotz vorausgehender Startverschiebungen verunsicherter Verleiher erweist sich der zweite Anlauf weder als der erwartete Skandal, noch als die befürchtete Schaumschlägerei, sondern als respektable Literaturverfilmung, die in ihren Motiven relativ eng der Vorlage folgt und im Unterschied zu Kubrick weniger humoristische, denn dramatisch-psychologische Akzente setzt.
Voreiligen Vorwürfen aus bestimmten Lagern, eine Altherrenfantasie mache sich hier im pseudokünstlerischen Mantel öffentlich, dürfen, wie schon bei Bertoluccis "Stealing Beauty", als Fehleinschätzung gewertet werden. Sowohl Nabokov als auch Stephen Schiffs Drehbuch-Adaption zeigen deutlich die durch den Verlust der ersten großen Liebe erfolgte Neurotisierung der Hauptfigur Humbert Humbert, die in eine lebenslange, verklärte Sehnsucht nach Unreife mündet. Die Beziehung des Literaturprofessors (Jeremy Irons) zur 14jährigen Lolita (viel näher am Vorbild als Kubricks Sue Lyon: Dominique Swain, derzeit als John Travoltas Tochter in "Im Körper des Feindes" zu sehen), der Tochter seiner Wirtin und späteren Frau (ideal als geistig und sexuell defizitäre Amerikanerin: Melanie Griffith), zeichnet ein vernichtendes Bild von Demütigung, Abhängigkeit, Selbstaufgabe und unerwiderter Liebe, das (für beide Parteien) wohl nur Masochisten als erstrebenswerte Option interpretieren können. In der Visualisierung von Erotik und sexueller Arrangements (nie Liebesbeweise, sondern finanziell geregelte Deals) zeigt Lynes vorliegende, unzweifelhaft aller riskanteren Szenen bereinigte Fassung, daß das moralische Klima sich in den 35 Jahren nach Kubrick nur unwesentlich verändert hat. Ein paar zwischen Leidenschaft und Unbeholfenheit balancierende Küsse, ironisch mit symbolischen Phrasen spielende Bilder (Lolitas Bananenvorliebe) - der Rest geht über Andeutungen nicht hinaus. Die sexuelle Beziehung setzt sich weitgehend im Kopf des Betrachters zusammen, dessen moralisches Urteil Lyne durch Irons Reue und seine psychologische Disposition zu steuern versucht. Humbert ist eine lächerliche wie auch tragische Figur, die Irons, nach zahlreichen, ähnlich angelegten Charakteren mittlerweile im Schlaf spielen kann. Seine Besetzung nimmt diesem Film jede Unberechenbarkeit, ist aber in den Kinos ein wichtiger Vermarktungsfaktor. Vergleichsweise ein No-Name-Akteur ist Frank Langella, der in der Rolle von Humberts Rivalen, seinem wörtlichen wie auch metaphorischen Schatten (Quilty ist skrupellos, dekadent, amoralisch), Irons gelegentlich in denselbigen stellt. Seine Figur repräsentiert das wahre Verwerfliche in dieser durchaus gelungenen, eher braven als skandalösen Literaturverfilmung, die weder Voyeuristen noch Moralisten bedient, aber an der Kinokasse auf sechs Buchstaben setzen kann, die offensichtlich noch immer die Welt erschüttern. kob.
| Darsteller: | Jeremy Irons | als Humbert Humbert | |
|---|---|---|---|
| Melanie Griffith | als Charlotte Haze | ||
| Frank Langella | als Clare Quilty | ||
| Dominique Swain | als Lolita | ||
| Suzanne Shepherd | als Miss Pratt | ||
| Keith Reddin | als Reverend Rigger | ||
| Erin J. Dean | als Mona | ||
| John Franklyn-Robbins | |||
| Kathryn Peterson | |||
| Muse Watson | |||
| Regie: | Adrian Lyne | ||
| Buch: | Stephen Schiff | ||
| Musik: | Ennio Morricone | ||
| Kamera: | Howard Atherton | ||
| Produzent: | Mario F. Kassar | ||
| Joel B. Michaels | |||
Lolita in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9
Star
Jeremy Irons
Mit einer Doppelrolle als französischer Leutnant und als der ihn im Film spielende Schauspieler wurde der Engländer Jeremy Irons (geb. 1948)...
Star
Melanie Griffith
Sie ist die sexy, naive und dumme Blondine in der Nachfolge von Judy Holliday und Marilyn Monroe und hat ein ähnliches Rollenrepertoire...
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