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Long Walk Home

Bewegendes Abenteuer dreier Mischlingskinder im Australien der 30er Jahre, von Philipp Noyce nach einer wahren Begebenheit erzählt.


Long Walk Home

Leihvideo

Erhältlich seit:
06.04.2004

Originaltitel: Rabbit-Proof Fence

Drama

Australien 2002
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 6

Kenneth Branagh
Everlyn Sampi
Laura Monaghan

Regie: Phillip Noyce
Universum Film

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Verschleppt, verfolgt, geknechtet - Bildgewaltiges Drama über Eingeborenen-Schicksale in Australien.

Molly durchquert mit ihrer Schwester das Outback Großansicht

Molly durchquert mit ihrer Schwester das Outback

1931 in einer australischen Aborigine-Siedlung. Die 14-jährige Molly wird mit ihren Schwestern aufgegriffen, brutal von der Mutter getrennt und in ein Reservat verschleppt. Dort sollen ihnen englisches Benehmen und Sprache vermittelt werden. Als die Kinder fliehen, nimmt ein Eingeborenen-Beauftragter ihre Verfolgung in der Wildnis auf.

Nach 15 Jahren Hollywood-Kino kehrt der versierte Geschichtenerzähler Phillip Noyce ("Todesstille") in seine Heimat zurück und widmet sich einem Thema, mit dem man sich Down Under bis heute schwer tut. Nach dem Buch "Follow the Rabbit-Proof Fence", geschrieben von der Tochter der Protagonistin Molly Craig nach einer wahren Begebenheit, trifft der Film mit seinen wunderbaren Darstellern mitten ins Herz.

Long Walk Home

Nach 15 Jahren Hollywood-Mainstream Kino kehrt Regisseur Phillip Noyce ("Todesstille") in seine Heimat Australien zurück - und widmet sich einem Thema, mit dem man sich down under bis heute schwer tut. Anfang des 20. Jahrhunderts und bis in die siebziger Jahre hinein wurden dort Mischlingskinder von ihren Aborigine-Müttern getrennt und in Internierungslager gesteckt. Die weißen Kolonialisten hatten die These entwickelt, dass das "Eingeborenen-Blut" innerhalb von drei Generationen zu eliminieren sei. Darüber hinaus dienten die Lager zum Heranziehen billigen Dienstpersonals für die herrschende Klasse. Dass dabei im letzten Jahrhundert die gewachsenen Strukturen der als "steinzeitliche Rasse" verunglimpften Eingeborenen zerstört wurden, die "travelling people" am Umherwandern gehindert, in feste soziale Ordnungen gezwängt und Krankheiten und Alkoholismus ausgesetzt wurden, findet erst langsam die entsprechende Wahrnehmung auf dem fernen Kontinent.

All seine Professionalität steckte Phillip Noyce in das anspruchsvolle Projekt nach dem Buch "Follow the Rabbit-Proof Fence", das die Tochter der Protagonistin Molly Craig geschrieben hat. Mit Hilfe der exzellenten Kamera von Wong Kar-Wais Starfilmer Christopher Doyle, ebenfalls Australier, gelingt ihm eine bewegende Geschichte nach einer wahren Begebenheit, die ohne moralische Attitüde daherkommt und mitten ins Herz trifft. Das ist vor allem den souverän agierenden Kinderdarstellern zu verdanken, allen voran die junge Aborigine Everlyn Sampi als Molly Craig. Ans Ende setzt der versierte Geschichtenerzähler Noyce noch einen emotionalen Höhepunkt, wenn er die alt gewordene echte Molly und ihre Schwester Daisy zeigt, unterlegt mit einem Rolltext, der erzählt, wie ihr Leben verlief. Dass sie sich trotz aller Hindernisse ein authentisches Dasein erkämpft haben, verleiht der Geschichte Tiefe und Hoffnung.

Im Westaustralien des Jahres 1931 wird Molly zusammen mit ihrer Schwester Daisy und Cousine Gracie in der abgelegenen Aborigine-Siedlung Jigalong aufgegriffen, gewaltsam von Mutter und Großmutter getrennt und per Zug und Lastwagen ins 1200 Meilen entfernte Reservat Moore River transportiert. Unter der rigiden Herrschaft britischer Frauen soll ihnen dort englisches Benehmen und Sprache vermittelt werden. Wer flieht, wird mit Hilfe des Aborigine-Trackers Moodoo eingefangen und bestraft. Doch die 14jährige Molly ist stolz und unabhängig und nimmt mit ihren jüngeren Schützlingen die erste Gelegenheit zur Flucht war. Verfolgt von Moodoo (David Gulpilil, der schon in Nicolas Roegs "Walkabout" spielte) und weißen Polizisten orientieren sie sich an dem großen Zaun, der quer durchs Land von der Süd- zur Nordküste gebaut wurde, um Kaninchen vom Farmland fernzuhalten. Durch die traditionelle Lebensweise ihres Stammes haben die Kinder gelernt, in der Wildnis zu überleben. Doch der in Perth angesiedelte Eingeborenen-Beauftragte A. O. Neville (Kenneth Branagh) macht es zur Chefsache, die Mädchen wieder einzufangen...

Es bedarf schon der Erfahrung eines Regisseurs, der oft bewiesen hat, wieviel er vom Spannungsaufbau versteht, um die Zuschauer 94 Minuten lang fasziniert den Mädchen auf ihrem weiten Weg folgen zu lassen, dessen Ausgang man schnell ahnt. Peter Gabriel unterstreicht die Emotionalität mit einem wunderschönen Score, für den er auch Aborigine-Instrumente und -Musikstücke verwendet. Ein Film, der in Australien mit ca. 3,8 Mio. Dollar Boxoffice nicht gerade ein Hit war, dem aber ein Leben jenseits der Festivalleinwände unbedingt zu wünschen wäre. boe.

Darsteller:  Kenneth Branagh   als A.O. Neville
  Everlyn Sampi   als Molly
  Laura Monaghan   als Gracie
  Tianna Sansbury   als Daisy
  David Gulpilil   als Moodoo
  Jason Clarke   als Constable Riggs
  Ningali Lawford   als Maude, Mollys Mutter
  Myran Lawford   als Mollys Großmutter
  Deborah Mailman   als Mavis
  Natasha Wanganeen   als Nina
  Gary McDonald   als Mr. Neal
  Roy Billing   als Polizist
  Lorna Leslie   als Miss Thomas
  Celine O'Leary   als Miss Jessop
  Kate Roberts   als Leiterin des Camps
  Tracy Monaghan   als Moodoos Tochter
  Tamara Flanagan   als Ausreißerin Olive
  David Ngoombujarra   als Känguruhjäger
  Anthony Hayes   als Wanderarbeiter
  Andrew S. Gilbert   als Depotmanager
  Sheryl Carter   als Gracies Mutter
  Heath Bergersen   als Lügner von Wiluna
  Trevor Jamieson   als Moore River Polizist
  Edwina Bishop   als Erste Farmersfrau
  Kerilee Meuris   als Farmerstochter
  Andrew Martin   als Polizist im Auto
  Ken Radley   als Wanderarbeiter
  Don Barker   als Mr. Evans
  Carmel Johnson   als Mrs. Evans
  David Buchanan   als Polizist im Zug
 
Regie:  Phillip Noyce  
Buch:  Christine Olsen  
Musik:  Peter Gabriel  
Kamera:  Christopher Doyle  
  Brad Shield  
Produzent:  Phillip Noyce  
  Christine Olsen  
  John Winter  
 

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