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Leihvideo
Erhältlich seit:
06.04.2004
Originaltitel: Rabbit-Proof Fence
Australien 2002
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 6
Kenneth Branagh
Everlyn Sampi
Laura Monaghan
Regie: Phillip Noyce
Universum Film

Nach 15 Jahren Hollywood-Mainstream Kino kehrt Regisseur Phillip Noyce ("Todesstille") in seine Heimat Australien zurück - und widmet sich einem Thema, mit dem man sich down under bis heute schwer tut. Anfang des 20. Jahrhunderts und bis in die siebziger Jahre hinein wurden dort Mischlingskinder von ihren Aborigine-Müttern getrennt und in Internierungslager gesteckt. Die weißen Kolonialisten hatten die These entwickelt, dass das "Eingeborenen-Blut" innerhalb von drei Generationen zu eliminieren sei. Darüber hinaus dienten die Lager zum Heranziehen billigen Dienstpersonals für die herrschende Klasse. Dass dabei im letzten Jahrhundert die gewachsenen Strukturen der als "steinzeitliche Rasse" verunglimpften Eingeborenen zerstört wurden, die "travelling people" am Umherwandern gehindert, in feste soziale Ordnungen gezwängt und Krankheiten und Alkoholismus ausgesetzt wurden, findet erst langsam die entsprechende Wahrnehmung auf dem fernen Kontinent.
All seine Professionalität steckte Phillip Noyce in das anspruchsvolle Projekt nach dem Buch "Follow the Rabbit-Proof Fence", das die Tochter der Protagonistin Molly Craig geschrieben hat. Mit Hilfe der exzellenten Kamera von Wong Kar-Wais Starfilmer Christopher Doyle, ebenfalls Australier, gelingt ihm eine bewegende Geschichte nach einer wahren Begebenheit, die ohne moralische Attitüde daherkommt und mitten ins Herz trifft. Das ist vor allem den souverän agierenden Kinderdarstellern zu verdanken, allen voran die junge Aborigine Everlyn Sampi als Molly Craig. Ans Ende setzt der versierte Geschichtenerzähler Noyce noch einen emotionalen Höhepunkt, wenn er die alt gewordene echte Molly und ihre Schwester Daisy zeigt, unterlegt mit einem Rolltext, der erzählt, wie ihr Leben verlief. Dass sie sich trotz aller Hindernisse ein authentisches Dasein erkämpft haben, verleiht der Geschichte Tiefe und Hoffnung.
Im Westaustralien des Jahres 1931 wird Molly zusammen mit ihrer Schwester Daisy und Cousine Gracie in der abgelegenen Aborigine-Siedlung Jigalong aufgegriffen, gewaltsam von Mutter und Großmutter getrennt und per Zug und Lastwagen ins 1200 Meilen entfernte Reservat Moore River transportiert. Unter der rigiden Herrschaft britischer Frauen soll ihnen dort englisches Benehmen und Sprache vermittelt werden. Wer flieht, wird mit Hilfe des Aborigine-Trackers Moodoo eingefangen und bestraft. Doch die 14jährige Molly ist stolz und unabhängig und nimmt mit ihren jüngeren Schützlingen die erste Gelegenheit zur Flucht war. Verfolgt von Moodoo (David Gulpilil, der schon in Nicolas Roegs "Walkabout" spielte) und weißen Polizisten orientieren sie sich an dem großen Zaun, der quer durchs Land von der Süd- zur Nordküste gebaut wurde, um Kaninchen vom Farmland fernzuhalten. Durch die traditionelle Lebensweise ihres Stammes haben die Kinder gelernt, in der Wildnis zu überleben. Doch der in Perth angesiedelte Eingeborenen-Beauftragte A. O. Neville (Kenneth Branagh) macht es zur Chefsache, die Mädchen wieder einzufangen...
Es bedarf schon der Erfahrung eines Regisseurs, der oft bewiesen hat, wieviel er vom Spannungsaufbau versteht, um die Zuschauer 94 Minuten lang fasziniert den Mädchen auf ihrem weiten Weg folgen zu lassen, dessen Ausgang man schnell ahnt. Peter Gabriel unterstreicht die Emotionalität mit einem wunderschönen Score, für den er auch Aborigine-Instrumente und -Musikstücke verwendet. Ein Film, der in Australien mit ca. 3,8 Mio. Dollar Boxoffice nicht gerade ein Hit war, dem aber ein Leben jenseits der Festivalleinwände unbedingt zu wünschen wäre. boe.
| Darsteller: | Kenneth Branagh | als A.O. Neville | |
|---|---|---|---|
| Everlyn Sampi | als Molly | ||
| Laura Monaghan | als Gracie | ||
| Tianna Sansbury | als Daisy | ||
| David Gulpilil | als Moodoo | ||
| Jason Clarke | als Constable Riggs | ||
| Ningali Lawford | als Maude, Mollys Mutter | ||
| Myran Lawford | als Mollys Großmutter | ||
| Deborah Mailman | als Mavis | ||
| Natasha Wanganeen | als Nina | ||
| Gary McDonald | als Mr. Neal | ||
| Roy Billing | als Polizist | ||
| Lorna Leslie | als Miss Thomas | ||
| Celine O'Leary | als Miss Jessop | ||
| Kate Roberts | als Leiterin des Camps | ||
| Tracy Monaghan | als Moodoos Tochter | ||
| Tamara Flanagan | als Ausreißerin Olive | ||
| David Ngoombujarra | als Känguruhjäger | ||
| Anthony Hayes | als Wanderarbeiter | ||
| Andrew S. Gilbert | als Depotmanager | ||
| Sheryl Carter | als Gracies Mutter | ||
| Heath Bergersen | als Lügner von Wiluna | ||
| Trevor Jamieson | als Moore River Polizist | ||
| Edwina Bishop | als Erste Farmersfrau | ||
| Kerilee Meuris | als Farmerstochter | ||
| Andrew Martin | als Polizist im Auto | ||
| Ken Radley | als Wanderarbeiter | ||
| Don Barker | als Mr. Evans | ||
| Carmel Johnson | als Mrs. Evans | ||
| David Buchanan | als Polizist im Zug | ||
| Regie: | Phillip Noyce | ||
| Buch: | Christine Olsen | ||
| Musik: | Peter Gabriel | ||
| Kamera: | Christopher Doyle | ||
| Brad Shield | |||
| Produzent: | Phillip Noyce | ||
| Christine Olsen | |||
| John Winter | |||
Long Walk Home in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch
Tonformat: Dolby Surround
Bildformat: Vollbild (4:3)
Star
Kenneth Branagh
Kraftvoller, dynamischer und energiegeladener wurden seit Orson Welles' "Falstaff" (1965) keine Shakespeare-Stücke mehr verfilmt. Mit...
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