
Vier Jahre nach dem Erfolg der Komödie "Michael" versuchen John Travolta und Regisseurin Nora Ephron ihren Glückstreffer zu wiederholen. Die schwarzhumorige Krimi-Farce erzählt die Story eines in finanzielle Bedrängnis geratenen Wetteransagers, der mit seiner opportunistischen Komplizin die Staatslotterie manipuliert und sich statt der erhofften Millionen einen Sack voller Probleme einhandelt. In den USA mit 4.6 Mio. Dollar gestartet, wird dies Travolta kaum sein letztes Debakel mit "Battlefield Earth" vergessen lassen, doch bleibt zu hoffen, dass der Comeback-King demnächst wieder auf die Füsse fällt.
Russ Richards (Travolta) ist ein großer Fisch im kleinen Teich. Als Meterologe des lokalen Fernsehsenders erfreut er sich in Harrisburg, Pennsylvania allgemeiner Beliebtheit und träumt von einer Karriere als Gameshow-Moderator. Nebenher betreibt er einen Schneemobilvertrieb, doch aufgrund des warmen Winters steht er kurz vor dem Bankrott. Da bringt ihn sein alter Freund Gig (Tim Roth) - Besitzer eines florierenden Strippschuppens (was Gelegenheit für mehrere Einblendungen von leichtgeschürzten Damen bietet) - auf die Idee seinem Glück ein wenig nachzuhelfen. Mit Lottogirl Crystal (Lisa Kudrow aus "Friends") manipuliert er die im TV-Studio abgehaltene Lottoziehung. Crystals astmathischer Cousin kauft für sie das Ticket, doch bevor er es einlösen kann, unterzieht ihn die amoralische Crystal einer fatalen "Befragung". Es folgt zudem die unangenehme Bekanntschaft mit dem Killer Dale (Michael Rapaport), der eine weitere Leiche hinterlässt. Das ruft wiederum den stockfaulen Cop Lakewood (Bill Pullman) auf den Plan. Russ steht kurz vor der absoluten Verzweiflung, da immer mehr offengehaltene Hände ihren Anteil vom Jackpot von ihm verlangen. Bald scheint es nur noch einen Ausweg zu geben.
Das von Adam Resnick ("Cabin Boy") verfasste Drehbuch skizziert eine lange Parade von fast ausschließlich krummen Charakteren, wobei der Protagonist noch die sympathischste Figur abgibt. Travolta, kurzgeschoren und pausbackig, versieht seine Rolle mit dem unschuldigen Charme einer gutmütig-naiven, ein wenig eitlen Lokalberühmtheit, der ohne viel nachzudenken in ein Netz von Betrug, Erpressung und Mord hineinstolpert. Kudrows Figur hingegen ist hemmungslos verdorben und kann mit der nebensächlichen Gleichgültigkeit, mit der sie ihre Amoralität zur Schau trägt, einige Lacher einheimsen. Regisseurin Ephron, die ihren größten Hit mit der romantischen Komödie "Schlaflos in Seattle" verbuchen konnte, versucht über gewisse Limitierungen des Drehbuchs hinauszuwachsen und liefert eine routiniert inszenierte schwarze Komödie. Das 63 Mio.-Dollar-Projekt wurde vom französischen StudioCanal gemeinsam mit Paramount produziert, letztere übernahmen ein Drittel der Kosten. Die europäischen Marktchancen könnten besser aussehen und so wird sich unter Umständen das Glück doch noch wenden. ara.