Oldtimer James Caan und Newcomer Kirsten Dunst liefern als Vater und Tochter eine reife Leistung in der Mischung aus Roadmovie, Spielerfilm und Las Vegas Krimi, die Paul Nicholas mit Anklängen an "Leaving Las Vegas" und andere Zockerballaden aus der Glitzerstadt inszeniert hat. Wie der alte Profi Caan als gealterter Pokerspieler zwischen Resignation und Ruhebedürfnis sich für seine lebenstüchtige Tochter noch einmal ins Zeug legt und wie Dunst als junges Reh zwischen Tabledancern stolpert, ist als Initiationsgeschichte leicht naiv, als Vater-Tochter-Drama sensibel und als Zockerfilm lakonisch wie eine Bluffkarte.
Weil Ma (Theresa Russell im Gastauftritt) mal wieder ihren Geburtstag vergessen hat, düst die 18-jährige Lidda (Dunst) spontan nach Vegas, um ihren Vater Charly (Caan) zu suchen. Unterwegs gabelt sie den jungen Drifter Colonel(Vincent Kartheiser) auf, der sie nach der Ankunft so belügt, wie sich Dad nie um sie gekümmert hat. Charly hat es wegen der süßen Tänzerin Sugar (Jennifer Gareis als Monroe mit Widerhaken) aus dem Striplokal "Tony's Dollhouse" bald mit dem Besitzer zu tun, der gegen ihn verliert, Charly zwei komische Tarantino-Killer auf den Hals jagt und ohne sein Wissen Lidda als Tänzerin engagiert.
Bis zum Showdown im Stripschuppen, bei dem fast alle ihr Leben lassen, haben alle Personen, einschließlich der Killer, einige Illusionen verloren, sind die jungen Leute von der Stadt des schnellen Geldes fasziniert und angewidert, und muss ein einsamer Wolf für die Fehler der Vergangenheit büßen. Nicholas' szenenweise packende Inszenierung hat mit Caan und Dunst ("Girls United") ihre Asse, die Leben in die vorhersehbare Story bringen, die sich wegen der Vegas-Atmosphäre und der Anklänge an "Chicago Blues" (mit Matt Dillon und Diane Lane) in mittleren Häusern achtbar schlagen dürfte. ger.