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Lulu & Jimi

Oskar Roehlers wilde und exzentrische Geschichte einer großen Rock'n'Roll-Liebe am Ausgang der Fünfzigerjahre.


Lulu & Jimi

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Erhältlich seit:
07.08.2009

Originaltitel: Lulu und Jimi

Drama

Deutschland 2008
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 16

Jennifer Decker
Ray Fearon
Katrin Sass

Regie: Oskar Roehler
Warner Home Video Germany

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Oskar Roehlers schillernde Love-Story knallt so richtig, wenn zwei Liebende auf der Überholspur zur Endstation Sehnsucht rasen.

Lulu und Jimi lernen sich am Autoscooter kennen (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Lulu und Jimi lernen sich am Autoscooter kennen (Foto: X Verleih (Warner))

Rock'n'Roll und Rebellion liegen in der Luft, es knistert nur so vor Lebenslust und Lebenshunger. Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre ging in der sonst so öden Republik die Post ab. Auch Lulu (Jennifer Decker), Töchterchen einer bankrotten Fabrikantenfamilie, will mitmischen und nicht mit einem konservativen Langweiler ausgehen und reich heiraten, sondern richtig was erleben. Sie verknallt sich in den Schwarm aller Mädels, einen schwarzen Beau vom Autoscooter auf dem Rummelplatz. Auch wenn die Mutter mit Hang zu Schnapsflasche und Pudel ihren Chauffeur und einen dämonischen Arzt auf sie ansetzt, Lulu lässt sich nicht bremsen.

Statt sich von der kleinstädtischen Spießer-Mischpoke unterkriegen zu lassen, brennt sie mit Jimi (Ray Fearon) durch, natürlich im Chrom-Schlitten. Sie glauben, alles ist möglich, leben von Luft und Liebe, stürzen sich kopfüber in das Abenteuer Freiheit bis sie in eine böse Falle geraten. Aber die Liebe verleiht ihnen Flügel, denn nur wer bedingungslos liebt, ist stark.

Lulus Mutter steht auf Schnaps und Pudel (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Lulus Mutter steht auf Schnaps und Pudel (Foto: X Verleih (Warner))

Wie Romeo und Julia

Der neue schräge Film von Oskar Roehler rast wie eine Rakete auf der Überholspur. Fast wie Shakespeares "Romeo und Julia" kommt "Lulu und Jimi" daher, nur eine Portion poppiger mit wippenden Petticoats, Pferdeschwanz und dem Ursound des Rock'n'Roll. Die Funken sprühen zwischen Jennifer Decker und Ray Fearon, wenn sie als Lulu und Jimi ihren Traum leben.

Lovestory, Gangsterstory und Märchen, Erotik und das ganz große Gefühl. Hauptsache wild! Ein buntes, knalliges und herzergreifend kitschig-schönes Melodram für alle, die ihre Sehnsucht nach mehr nicht mehr zügeln wollen und sich schwören, genug ist nicht genug.

Lulu & Jimi

Mit einer ästhetisch originellen Liebesgeschichte aus den Fünzigerjahren wagt Oskar Roehler den Spagat zwischen Melodram, Farce und Märchen.

"Was ist mit deiner Mutter?", fragt Jimi. "Sie ist tot. Hast Du Hunger?", sagt Lulu. Intakte Schlüsselbeziehungen zur Familie sehen anders aus - Lovestorys im Allgemeinen auch. Genau darum geht es Roehler - um den spielerischen Regelbruch, das Pingpong zwischen vertrauten Gefühlen, die ein Leben prägen, und überzeichneten Figuren und Situationen, die emotionale Wirklichkeiten in einen cartoonhaften Kontext setzen. "Lulu und Jimi" thematisiert die große Liebe, sexuelle Repression, Spießertum, Rassismus und die idealisierte Erlebnisqualität der Fifties - mit coolen Autos, Rock'n'Roll und Petticoatgehopse. Kleinstadtblume Lulu (Jennifer Decker, zuletzt die französische Ablenkung der amerikanischen "Flyboys") hat eine schrille, manipulative Mutter und einen gutmütigen, aber gebrochenen Vater. Sie ist jung, impulsiv, naiv, aber unwillig, den reichen, langweiligen Erben zu heiraten, den ihre Mutter zur Sanierung von Finanzen und Status ausgesucht hat. Als Lulu Jimi (Ray Fearon) kennen lernt, den attraktiven schwarzen Ami-Charmeur vom Autoskooter, fühlen beide das "Fieber im Blut". Tanzend leben sie dieses auf einer Party reicher Provinzschnösel aus, auf der Lulus Bruder den "Neger" mit dem Messer attackiert. Der Angreifer landet gelähmt im Rollstuhl und Jimi in Haft. Als er freigelassen und Lulu schwanger wird, setzt ihre Mutter einen skrupellosen Arzt und ihren Lover darauf an, das ungeliebte Glück zu zerstören. Irgendwo zwischen den Gebrüder Grimm, Francois Ozon ("Sitcom") und David Lynch stemmt Autor-Regisseur Roehler einen Mix aus Kitsch-Melodram und Verschwörungskrimi. Lynchs Figurenexzentrik findet hier eine neue Heimat, in Hans-Michael Rehbergs Arzt, der wie in "Das zauberhafte Land" seinem Opfer in der Kristallkugel folgt oder auch Ulrich Thomsens Killer, der Dennis Hoppers "Blue Velvet"-Psychopathen Konkurrenz macht. Leidenschaft in den Gefühlen glaubhaft zu vermitteln, bleibt eine Behauptung des Films, aber im Gestaltungswillen von Regisseur, Designer und Kameramann ist sie klar zu erkennen. Hier glühen die Haare der Liebenden rot im Gegenlicht, erscheinen riesige Herzen am Sternenhimmel, taucht Bambi am Seerosenteich auf, wirkt der erleuchtete, isoliert auf dem Land liegende Rummelplatz wie Camelot. Immer ist neben Roehlers Kernthema der disfunktionalen Familie und der extremen Stilisierung auch eine parodistische Ader prominent, immer ist "Lulu und Jimi" in der Groteske ganz Kino, sehenswert filmisch. Keine Selbstverständlichkeit hierzulande. kob.

Lulu & Jimi

Es ist die Zeit des Rock'n'Roll in Deutschland - Lebenslust und Rebellion liegen in der Luft. Lulu (Jennifer Decker), die Tochter einer bankrotten Fabrikantenfamilie, verliebt sich in den gut aussehenden, aber mittellosen Schwarzen Jimi (Ray Fearon). Die konservative kleinstädtische Umgebung ist entsetzt, vor allem Lulus Mutter (Katrin Sass) versucht, die reaktionären Kräfte ihrer Freunde gegen die unerwünschte Liebe zu mobilisieren: Sie setzt den Chauffeur Schultz (Udo Kier) und den Arzt von Oppeln (Hans-Michael Rehberg) auf die beiden an, um das Glück mit allen Mitteln zu verhindern. Aber Lulu und Jimi lassen sich durch Nichts und Niemanden aufhalten! Sie leben ihre Liebe auf der Flucht, den Verfolgern immer einen Schritt voraus. Bis sie in eine Falle geraten...

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Jennifer Decker   als Lulu
  Ray Fearon   als Jimi
  Katrin Sass   als Gertrud
  Udo Kier   als Chauffeur Schultz
  Rolf Zacher   als Lulus Vater/ Daddy Cool
  Bastian Pastewka   als Ernst
  Ulrich Thomsen   als Harry Hass
  Hans-Michael Rehberg   als von Oppeln
  Simon Böer   als Richard
  Anna Brüggemann   als Lisa
  Lavinia Wilson   als Anne
  Alexander Beyer   als Peter
  Aaron Hildebrand   als Rockabilly
  Catherine Flemming   als Josephine
 
Regie:  Oskar Roehler  
Buch:  Oskar Roehler  
Musik:  Martin Todsharow  
Kamera:  Wedigo von Schultzendorff  
Produzent:  Dr. Gabriela Sperl  
  Uwe Schott  
  Stefan Arndt  
 

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