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Mad City

Drama, das harsche Kritik an Medienmanipulation übt. Nach Billy Wilders "Reporter des Satans".


Mad City

Kaufvideo

Erhältlich seit:
01.08.2002

Drama/ Thriller

USA 1997
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12

John Travolta
Dustin Hoffman
Mia Kirshner

Regie: Costa-Gavras
Cine Plus Entertainment

Bild 1 von 19

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Mad City

Als der Star-Reporter Max Brackett vor laufender Kamera seinen Chef bloßstellt, wird er in die Kleinstadt Madeline strafversetzt. Während der Reportage über ein lokales Museum stürmt der entlassene Wächter Sam Bailey mit einer Waffe in den Saal, fordert seinen Job zurück und nimmt eine Schulklasse als Geisel. Max sieht in dieser Situation die große Chance für sein Comeback und berichtet live über die Geschehnisse. Da greift plötzlich sein publicitysüchtiger Ex-Chef Kevin Hollander in die Reportage ein und stellt Max als Sams Komplizen dar....

Nach seinem medienkritischen Film "Die kleine Apokalypse" rechnet der griechische Regisseur Costa-Gavras erneut mit dem Sensations-Journalismus ab. Dabei verzichtet er völlig auf spekulative Schauelemente und konzentriert sich ganz auf direkte, schnelle Wortgefechte. Dustin Hoffman ("Wag the Dog") glänzt als aalglatter TV-Reporter und "Mr. Cool" John Travolta meistert seine ungewohnte Rolle als dumm-dreister Verlierer mit Bravour. Trotz des aktuellen Bezugs mangelt es Costa-Gavras' Gesellschaftsstudie etwas an Dramatik; dank der beiden Superstars sollte "Mad City" dennoch auf großes Interesse stoßen.

Mad City

Die Diskussion nach Prinzessin Dianas Tod über die mangelnde Integrität der Paparazzi und die Verantwortung und Aufgabe der Medien trägt entschieden dazu bei, daß Constantin Costa-Gravas ("Z") Drama um unverfrorene Medienmanipulation als Zeitgeist-Kommentar durchgehen könnte. Tatsächlich mutet die Story um eine Geiselnahmesituation in einem Museum, die von einem überambitionierten Reporter bis zu ihrem bitteren Ende gelenkt wird, in ihrer Vorhersehbarkeit wie der Schnee von gestern an. Trotz des überzeugenden Spiels von Dustin Hoffman und John Travolta will der Funke nicht so recht überspringen.

Der gefeuerte Museumwächter Sam Bailey (John Travolta trägt die selben Kotletten und leicht minderbemittelte Miene wie in "White Man's Burden" zur Schau) begibt sich mit Gewehr und Dynamit an seine ehemalige Arbeitsstätte, um von der Direktorin seinen Job zurückzufordern. Dabei erschießt er versehentlich seinen schwarzen Kollegen (was in einer fragmenthaften Rassismus-Satire aufgegriffen wird) und nimmt die Anwesenden, Kinder einer Schulklasse und der ausgebrannte Reporter Max Brackett (Dustin Hoffman), als Geiseln. Der an sich völlig harmlose Bailey, süchtig nach Koffeintabletten und geistig nicht besonders rege, gerät schnell unter den Einfluß des aalglatten Brackett, der die Chance für sein Comeback wittert. Die Situation eskaliert bis zum explosiven Ende.

Selbst die Präsenz zweier charismatischer Weltstars wie Hoffman und Travolta kann den Eindruck nicht vertuschen, alle Elemente des ultraliberalen Films in der einen oder anderen Form bereits anderswo gesehen zu haben. Die Drehbuchautoren geben zwar an, in erster Linie vom dramatischen Vorfall mit David Koreshs Sekte in Waco, Texas, inspiriert worden zu sein, die Thematik von "Mad City" erinnert jedoch vor allem an Billy Wilders packendes Drama "Reporter des Satans" von 1951, in dem Kirk Douglas einen gewissenlosen Reporter mimt, der zu seinem Vorteil bewußt eine Rettungsaktion hinauszögert. Die Grundsituation der Geiselnahme mitsamt des hysterischen Medienzirkuses und der Auflauf des kurzfristig seiner Langeweile enthobenen Volkes erinnert an "Hundstage": ähnlich wie Al Pacinos Figur in Sidney Lumets Meisterwerk von 1975 ist Travolta ein einfacher Mann in bitteren Existenznöten, der amateurhaft einen kriminellen Akt begeht und sich immer tiefer in die Misere hineinreitet. Wie in "Hero - Ein ganz normaler Held" werden die skrupellosen Manipulationsstrategien der Medien kritisiert, wobei sich Hoffman diesmal auf der anderen Seite des Spektrums wiederfindet. In weiteren Rollen treten Alan Alda als eitler Anchorman mit gravierender Abneigung gegen Brackett und Mia Kirshner aus "Exotica" als idealistische-übereifrige Volontärin auf. Um den angestrebten Cinema-Verité-Stil noch zu verstärken, spielt CNN-Host Larry King wieder einmal sich selbst, und auch Talkshow-Gastgeber Jay Leno ließ sich einen seiner obligatorischen Auftritte nicht nehmen. Die Produktionswerte sind allesamt grundsolide ausgefallen, das US-Startwochenendeinspiel von 4,9 Mio. Dollar weniger. ara.

Darsteller:  John Travolta   als Sam Baily
  Dustin Hoffman   als Max Brackett
  Mia Kirshner   als Laurie
  Alan Alda   als Kevin Hollander
  Robert Prosky   als Lou Potts
  Blythe Danner   als Mrs. Banks
  William Atherton   als Dohlen
  Ted Levine   als Lemke
 
Regie:  Costa-Gavras  
Buch:  Tom Matthews  
Musik:  Thomas Newman  
Kamera:  Patrick Blossier  
Produzent:  Arnold Kopelson  
  Anne Kopelson  
 

Fassungen

 

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Features

 

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John Travolta

Als Sohn sizilianischer und irischer Immigranten errang Travolta ersten Ruhm als großspuriger Vinnie Barbarino in der TV-Serie "Welcome Back...

 

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Dustin Hoffman

Der schmächtige, 1,68 m große Dustin Hoffman wurde mit der Rolle des von Anne Bancroft verführten College-Boys Benjamin Braddock in "Die...