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Magnolia

Exzellent inszenierte Odyssee durch das Gestrüpp menschlicher Emotionen in "Short Cuts"-ähnlicher Struktur.


Magnolia

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Erhältlich seit:
01.04.2010

Drama

USA 1999
Laufzeit: 181 Min.
FSK: ab 12

Jason Robards
Julianne Moore
Tom Cruise

Regie: Paul Thomas Anderson
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Magnolia

Während der Fernsehmagnat Big Earl Partridge im Sterben liegt und Ehefrau Linda am bevorstehenden Verlust zu zerbrechen droht, versucht Partridges Pfleger Phil, den letzten Wunsch des alten Mannes zu erfüllen: dessen entfremdeten Sohn, den Sex-Guru Frank T.J. Mackey, ausfindig zu machen. Gleichzeitig sucht Gameshow-Moderator Jimmy Gator die Aussöhnung mit seiner Drogen-süchtigen Tochter Claudia, die sich ihrerseits in den unsicheren L.A.-Cop Jim Kurring verliebt...

Auf der diesjährigen Berlinale mit dem Hauptpreis ausgezeichnet, gelang Paul T. Anderson ("Boogie Nights") hier sein bislang ambitioniertestes Werk. Mit Schnitzlers "Reigen" ebenso verwandt wie mit James Joyces "Ulysses" oder Altmans "Short Cuts", verwebt der Filmemacher höchst geschickt die (tragischen) Schicksale von neun Menschen, die alle auf Reinigung und Vergebung hoffen. Vorzüglich inszeniert, vom gesamten Ensemble auf den Punkt gespielt und mit brillanten Songs (Aimee Mann) unterlegt, ist dieses nicht immer einfache Meisterwerk für das Kunst-interessierte Publikum ein Muss.

Magnolia

Nur zwei Jahre nach seinem fabelhaft wilden "Boogie Nights" lädt der 30-jährige Paul Thomas Anderson erneut zu einer wild wuchernden Odyssee durch das Gestrüpp menschlicher Emotionen und lässt neun Protagonisten bei der Suche nach Liebe und Vergebung Schmerz und Hass, Einsamkeit und Verzweiflung durchleben, bis ein biblisches Naturereignis sie vereint. Ein mutiges Unterfangen, einer der ambitioniertesten amerikanischen Filme der letzten Jahre, der sich allen Konventionen verweigert und ganz auf das Talent seines Regisseurs und des furios aufspielenden Ensembles verlässt. Aus letzterem ragt Tom Cruise mit einer Galavorstellung heraus, die ihm bereits einen Golden Globe einbrachte.

Nach einer fulminanten Ouvertüre, in der ein Erzähler drei weder zeitlich, noch inhaltlich miteinander verbundene (aber allesamt wahre) Episoden über unglaubliche Zufälle darbringt, gibt Paul Thomas Anderson die Bühne frei für einen sinfonischen Blick auf das Leben von neun Menschen in einer einzigen Moody Night in Südkalifornien. Die Zeit ist das Hier und Jetzt. Die Figuren scheinen wie bei einer zufälligen Versuchsanordnung willkürlich gewählt. Zwei Leitmotive kristallisieren sich alsbald heraus, die den unabhängigen Schicksalen der verlorenen Seelen rund um den Magnolia Blvd. im San Fernando Valley eine symmetrische Ordnung verleihen: das langsame Sterben des Familienpatriarchen und TV-Mogul Big Earl Partridge (Jason Robards), der sich vor seinem Tod den letzten Wunsch erfüllen will, seinen einst verstoßenen Sohn wiederzusehen, und die TV-Gameshow "What Do Kids Know?", die seit Jahrzehnten von Saubermann Jimmy Gator (Philip Baker Hall) moderiert wird.

Während Earls junge Frau Linda (Julianne Moore) zusammenbricht, als sie erkennt, dass sie den Mann, den sie einst wegen seines Geldes geheiratet hatte, wirklich liebt, fahndet dessen Pfleger Phil (Philip Seymour Hoffman als Engel im kosmischen Chaos, die einzige Figur ohne Schuld oder emotionale Last) nach dem Sohn und wird fündig bei dem Selfmade-Sexguru Frank T.J. Mackey (Tom Cruise ist eine Offenbarung als unantastbarer Parademacho), der seinen unbändigen Hass auf den Vater auf Frauen umgeleitet hat ("Respektier den Schwanz!"), weil sie eine leichte Zielscheibe für seine wuterfüllten Attacken darstellen. Gleichzeitig sucht Moderator Gator, der erfahren hat, dass er nur noch zwei Monate zu leben hat, die Aussöhnung mit seiner kokssüchtigen Tochter (Melora Walters), die ihn hysterisch herauswirft, nur um kurz darauf vom schüchternen Polizisten Jim (John C. Reilly) aufgesucht zu werden, der sich nicht abwimmeln lässt. In Jimmys Sendung bereitet sich das Kindergenie Little Stanley (Jeremy Blackman) unter Drängen seines Vaters auf das Knacken des Jackpots vor, während die Show in einer Gay Bar vom einstigen Champ Donny (William H. Macy) verfolgt wird, von dessen Ruhm nichts mehr geblieben ist.

Nur scheinbar ist der Aufbau kompliziert. Tatsächlich geht Anderson so souverän mit dem Material um, dass nichts in "Magnolia" erzwungen oder konstruiert wirkt. Im Verlauf dieser Reise ans Ende der Nacht, die ihre Spannung nicht daraus bezieht, wie sondern ob die Figuren ihre Dilemmas lösen können, werden sich manche Wege kreuzen, werden manche Figuren aufeinander treffen, manche Fragen beantwortet, andere müssen ihr Päckchen weiter tragen. Das Zufallsprinzip entscheidet. In zwei sensationellen Sequenzen werden sie jedoch alle Brüder im Geiste: wenn Anderson sie im versöhnlichsten Moment des Films jeweils einzeln und einsam zu einem Lied von Aimee Mann singen lässt und wenn sie beim Showdown von einem alttestamentarischen Naturereignis überwältigt werden, das offenbart, dass alle - wie in einer kosmischen Fernsehshow - doch nur Spielball einer höheren Macht sind.

Die Struktur von "Magnolia" legt Vergleiche mit "Short Cuts" nahe, doch Altmans L.A.-Mosaik ist weniger stringent, weniger konzentriert und weniger emotional. Tatsächlich ist Andersons dritter Film ein südkalifornischer "Ulysses", in dem sich aus dem anfänglichen Chaos immer deutlicher als Essenz die Suche nach dem Vater schält. Nachdem Anderson in seinen vorangegangenen Filmen "Last Exit Reno" und "Boogie Nights" Ersatzväter, bzw. -familien in den Mittelpunkt stellte, kommt es hier gleich drei Mal zur Konfrontation mit fleischlichen Vätern, die ihren Kindern Gewalt angetan haben. Wieder andere Figuren sind in diesem amerikanischen "Sie küßten und sie schlugen ihn" vom Weg abgekommen, weil sie sich sichtlich ohne väterlichen Beistand durchs Leben schlagen. Der Reichtum des Materials, seine Detailgenauigkeit, die wunderbare Zeichnung der Figuren und eine starke Szene nach der anderen (Cruises Auftritt zu "Also sprach Zarathustra", Moores emotionaler Ausbruch in einer Apotheke) nutzen die Schauspieler in diesem Leben und Sterben in L.A. zu starken Leistungen. Alle sind überragend, aber die Offenbarung ist Tom Cruise mit einer Darstellung, die für einen Star seiner Statur unglaublich mutig ist. Nach seinem schmerzhaft introvertierten Spiel in "Eyes Wide Shut" explodiert er hier. Wie seine ölig-selbstgefällige Fassade bei einem Interview Brüche bekommt und er schließlich im Herz der aufgeblätterten Magnolien-Blüte den Mann konfrontiert, den er Zeit seines Lebens verachtet hat ("Don't go, you asshole!"), lässt den Atem stocken. Kaum vorstellbar, dass Film mehr bieten kann als diese American Beauty. ts.

Magnolia

Neun Menschen. Neun Schicksale. Wie ein Spinnennetz sind alle miteinander verwoben. Fernsehmagnat Big Earl Partridge und Moderator Jimmy Gator haben beide nicht mehr lang zu leben und wollen sich mit ihren Kindern versöhnen. Währenddessen hadert Gameshow-Wunderkind Stanley Spector mit seinem ehrgeizigen Vater. Und Donnie Smith, einst wie Stanley als Kindergenie gefeiert, steht vor den Trümmern eines verkorksten Lebens.

Quelle: Studiocanal

alle Arthaus-Collections im Überblick; Booklet mit exklusiven Texten zum Film

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Jason Robards   als Earl Partridge
  Julianne Moore   als Linda Partridge
  Tom Cruise   als Frank Mackey
  Philip Seymour Hoffman   als Phil Parma
  John C. Reilly   als Officer Jim Kurring
  Melora Walters   als Claudia Wilson Gator
  Jeremy Blackman   als Stanley Spector
  Michael Bowen   als Rick Spector
  William H. Macy   als Donnie Smith
  Philip Baker Hall   als Jimmy Gator
  Melinda Dillon   als Rose Gator
  Emmanuel Johnson   als Dixon
  Luis Guzmán   als Luis
  Henry Gibson   als Thurston Howell
  April Grace   als Gwenovier
  Ricky Jay   als Burt Ramsay
  Alfred Molina   als Solomon Solomon
  Ezra Buzzington  
 
Regie:  Paul Thomas Anderson  
Buch:  Paul Thomas Anderson  
Musik:  Jon Brion  
Kamera:  Robert Elswit  
Produzent:  Paul Thomas Anderson  
  JoAnne Sellar  

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