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Majestät brauchen Sonne

Unterhaltsame und lehrreiche Dokumentation über Kaiser Wilhelm II., den zu seiner Zeit meistfotografierten Mann der Erde.


Majestät brauchen Sonne

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Erhältlich seit:
07.02.2006

Dokumentarfilm

Deutschland/Niederlande 1999
Laufzeit: 101 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Regie: Peter Schamoni
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Majestät brauchen Sonne

Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser, ist von der verrückten Idee beseelt, sich selbst, den Staat und das Reich als Gesamtkunstwerk zu inszenieren. Dabei gelingt es dem eitlen Regenten durch unglaubliche Hartnäckigkeit, sich bei seinen zahlreichen Reisen und Unternehmungen stets ins beste Licht zu rücken. Nach 30-jähriger Regentschaft wird er 1881 zur Abdankung gezwungen. Schließlich lebt Wilhelm II. bis 1941 mit Requisiten, Bildern und Filmen aus seiner Glanzzeit im Exil, und zwar im luxuriösen Kasteel Huis Doorn in Holland.

Wie man sich in den Medien gut verkauft, das hatte Kaiser Wilhelm II. schon vor knapp einem Jahrhundert verinnerlicht. Der meist gefilmten und fotografierten Persönlichkeit ihrer Epoche widmet Peter Schamoni seine mit dem Bayerischen Filmpreis dekorierte Dokumentation. Dabei kommt man in den Genuss von seltenem Archivmaterial und erhält eine Erklärung für den Begriff "Kaiserwetter". Sowohl Psychogramm eines ungewöhnlichen Indivuums als auch Hommage an die Anfänge des Kinos, die sich an Kenner deutscher Geschichte richtet.

Majestät brauchen Sonne

Die inszenierte Selbstdarstellung in den Medien hatte einer schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begriffen: Deutschlands letzter Kaiser Wilhelm II. Er war die meist fotografierte und meist gefilmte Persönlichkeit seiner Zeit.

Der Monarch galt als eitel, Kunst war für ihn zuallererst Verherrlichung und Stabilisierung der Hohenzollerndynastie.

Für die Abkürzung I.R (Imperator Rex) erfanden die Berliner schnell einen anderen Begriff, "immer reisefertig". Denn der Herrscher trieb sich besonders gerne auf seiner Yacht im Mittelmeer oder in den nordischen Fjorden herum, oder zog mit dem Hof-Sonderzug durchs Land - zum "Repräsentieren". Und das mussten Kameramänner festhalten - erst auf Fotos, dann auf Film. "Majestät brauchen Sonne" hieß es, denn bei gutem Wetter machte auch der Kaiser eine gute Figur, nicht umsonst kennt man heute noch den Ausdruck "Kaiserwetter". Peter Schamoni nähert sich dem "brillantesten Versager der Weltgeschichte", wie ihn King George V. mal nannte, aus kunst- und filmhistorischem Interesse, beschreibt ihn als zerrissenen Menschen, nicht nur als preußisches Militär-Monster. Als der leicht behinderte Wilhelm 1888 im Drei-Kaiser-Jahr sein Amt antrat, glaubte er wirklich, die Krone von Gott geerbt zu haben. Er ähnelte wenig seinem liberal orientierten Vater Friedrich III., blieb dem autoritären Denken bis zu seinem Tode 1941 im holländischen Exil verhaftet.

Zu bewundern die Akribie, mit der das Archivmaterial recherchiert und zusammengesetzt wurde, sogar aus der privaten Filmsammlung des Kaisers durfte sich Schamoni bedienen, oft standen ihm Bilder von mehreren Kameraleuten aus verschiedenen Ländern zur Verfügung, die ein- und dieselbe Situation aufgenommen hatten. Das Material wurde von 16 auf 24 Bilder pro Sekunde gebracht und digital nachbearbeitet, nicht verfälscht, sondern rekonstruiert, wie der Regisseur betont. Filmhistorisch

ist dieses Werk interessant, es gibt sogar ein Farbfilmexperiment aus dem Jahre 1913: die Hochzeitsfeier der Kaisertochter Viktoria wurde von drei Kameras aufgenommen, durch verschiedene Filter wird der Eindruck eines farbgetreuen Filmbildes erweckt. Mario Adorf spricht sensibel den Kommentar, Otto Sander "würdig" den Originaltext des Kaisers. In den Hintergrund bei diesem Porträt gerät jedoch die politische Dimension. Wilhelm II war nicht nur eine skurrile Persönlichkeit, sondern unter seiner Ägide brach der Zweite Weltkrieg aus. Und dass er Hitler 1940 telegrafisch zur Einnahme von Paris gratulierte, zeugt nicht gerade von Distanz zum Nationalsozialismus. Etwas mehr Kritik und weniger "Kaisertreue" hätten dieser formal beeindruckenden Dokumentation nicht geschadet. mk.

Majestät brauchen Sonne

Wilhelm II, letzter deutscher Kaiser, gilt als die meist fotografierte und meist gefilmte Persönlichkeit ihrer Zeit. Der imagebewusste Regent wusste sich trotz seiner leichten Behinderung auf seinen unzähligen Reisen stets bestens ins Bild zu setzen, nicht umsonst ist der Begriff "Kaiserwetter" untrennbar mit ihm verbunden. Peter Schamoni hat in aufwändiger, akribischer Recherche ein Porträt des Mannes geschaffen, der durch seine inszenierte Selbstdarstellung als erster Medienstar des 20. Jahrhunderts in die Geschichte einging. Imposantes Porträt mit digital aufbereitetem historischem Material, das teilweise aus der privaten Filmsammlung des Kaisers entnommen wurde.

Quelle: Studiocanal

Gespräch zwischen Alexander Kluge und Peter Schamoni, Presseheft, zusätzliche Szenen, Trailer

Quelle: Studiocanal

Sprecher:  Mario Adorf  
  Donald Arthur  
  Arthur Brauss  
  Salome Kammer  
  Otto Sander  
 
Regie:  Peter Schamoni  
Buch:  Peter Schamoni  
Kamera:  Mike Bartlett  
  Ernst Hirsch  
  Konrad Kotowski  
  Peter Rosenwanger  
  Morten Skallerud  
Produzent:  Peter Schamoni  
  Rob Houwer  
 

Majestät brauchen Sonne in der Fotoshow

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