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Man on Fire - Mann unter Feuer

Actioner um einen Ex-Soldaten, der als Bodyguard eines Mädchens versagt und ihren Tod rächen will.


Man on Fire - Mann unter Feuer (Einzel-DVD)

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Erhältlich seit:
03.03.2005

Originaltitel: Man on Fire

Action/ Drama

USA 2004
Laufzeit: 141 Min.
FSK: ab 16

Denzel Washington
Dakota Fanning
Christopher Walken

Regie: Tony Scott
Paramount Home Entertainment

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"Training Day" war gestern, Action Day ist heute: Bodyguard Denzel Washington sieht rot, als Banditen ein kleines Mädchen entführen, das seinen Panzer knackt.

Kein Mann der großen Worte: Bodyguard Creasy (Foto: UIP) Großansicht

Kein Mann der großen Worte: Bodyguard Creasy (Foto: UIP)

Vor Leon und Mathilda, vor Jean Reno und Natalie Portman, gab es Creasy und Sam. 1987, im gleichnamigen Drama des Franzosen Elie Chouraqui, spielte Scott Glenn den unnahbaren, wortkargen Aufpasser, und Jade Malle (Tochter von Regisseur Louis Malle) das Mädchen, das schließlich seinen Panzer bricht.

Die Neuauflage dieser sehenswerten Geschichte von der Wiederauferstehung eines desillusionierten Mannes durch das reine Herz eines Engels folgt in groben Zügen dem Original, verlegt aber den Schauplatz von Italien nach Mexiko und lässt, unter der Regie von Actionprofi Tony Scott ("Spy Game"), das europäische Entführungsdrama in einer fiebrigen mittelamerikanischen Emotionalität explodieren.

Agent und Journalistin bekämpfen das Entführungsgeschäft (Foto: UIP) Großansicht

Agent und Journalistin bekämpfen das Entführungsgeschäft (Foto: UIP)

Aufgewühlte Melancholie

Im Soundtrack eine Atmosphäre von perkussiver Erregung, aber auch von lyrischer Melancholie, in der Linda Ronstadts "Blue Bayou" und Claude Debussys "Claire de Lune" verschmelzen.

Im Bild eine kinetische Kamera, die mit Blitzschwenks und Positionswechseln die Aufgewühltheit des Manns unter Feuer verrät. Eine ideale Rolle für Denzel Washington, den Spezialisten für brodelnde Vulkane.

Washingtons Creasy ist Ex-Marine, ein Mann, der oft getötet hat und nun selbst kein Leben mehr in sich fühlt. Durch Vermittlung eines Freundes findet der Alkoholiker einen Job als Bodyguard.

Die Stunde der Entführung: Pita weint um den verwundeten Creasy (Foto: UIP) Großansicht

Die Stunde der Entführung: Pita weint um den verwundeten Creasy (Foto: UIP)

Brummbär als Beschützer

Im Entführungsparadies Mexiko soll er Pita (schon ein Profi: Dakota Fanning), die Tochter eines mexikanischen Geschäftsmanns, beschützen.

Behutsam entwickelt der Film, wie der kleine zwitschernde Vogel den großen störrischen Brummbär aus der Reserve lockt, in ihm den Ersatz für den nie präsenten Vater wittert, der er schließlich auch wird.

Ein Hauch von Bedrohung liegt von Beginn an über dieser fragilen Freundschaft, angedeutet durch eine glänzende Spannungssequenz an einer roten Ampel.

Kleiner Engel sucht starke Schulter (Foto: UIP) Großansicht

Kleiner Engel sucht starke Schulter (Foto: UIP)

Ruhe nach dem Sturm

Ihre Farbe gibt das Motto für die zweite Hälfte des Films vor, als Pita trotz Eingreifen ihres Bodyguards entführt wird, und Creasy schwer verwundet Vergeltungspläne signalisiert.

"Ich tue, was ich am besten kann", gibt er Pitas Mutter ein blutiges Versprechen und löst es in einer Serie von packenden Actionsequenzen ein - denn längst hat das kleine Mädchen sein Herz gewonnen.

Wenn dann nach 142 Filmminuten die dominante Ratte aus dem verzweigten Nest der Entführer aufgescheucht ist, wenn Geldgier, Korruption und Skrupellosigkeit in hässlichen Hinterhöfen, aber auch noblen Salons ihren Auftritt hatten, kommt der "Man on Fire" zur Ruhe. Doch wer ihn explodieren sah, wird sicher aufgewühlt bleiben.

Man on Fire - Mann unter Feuer (Einzel-DVD)

Der Rachethriller steht derzeit ganz oben auf Hollywoods Menüplan. So ist das brutale Kidnappingactiondrama von "Top Gun"-Regisseur Tony Scott nach "Kill Bill: Vol. 2", "The Punisher" und "Walking Tall" innerhalb eines Monats bereits der vierte Eintrag in das Subgenre, das in dieser Form zuletzt in den siebziger Jahren derart präsent war. Dazu passend sinniert Denzel Washington ("Training Day") als Protagonist: "Rache ist ein Gericht, das am besten eiskalt serviert wird" - ein "klingonisches Sprichwort", das bereits von Quentin Tarantino in "Kill Bill: Vol. 1" bemüht worden war. Brandheiss hingegen wirkte sich das rohe Rächerepos auf die Karriere des Oscar-Preisträgers aus: In den USA landete er mit dem Vigilantenfeldzug sein bislang bestes Startwochenendeinspiel überhaupt.

Ebenfalls mit einem Oscar ausgezeichnet ist Drehbuchautor Brian Helgeland ("L.A. Confidential", zuletzt "Mystic River"), der für das Skript den Roman von A.J. Quinell adaptierte. Glaubwürdig wird zunächst die tiefgehende Beziehung zwischen dem suizid veranlagten Bodyguard John Creasy (klingt teils wie "crazy") und der kleinen altklugen Pita (Dakota Fanning aus "Ich bin Sam" erweist sich erneut als erstaunliches Naturtalent) aufgebaut. Creasy hat den Job durch die Beziehungen seines alten Freundes Rayburn (Christopher Walken zur Abwechslung als 'Good Guy', der selbst schmalzige Dialogzeilen mit gewohnt souveränem Flair intoniert) in Mexico City erhalten. Ihre gemeinsame Vergangenheit als Auftragskiller der US-Regierung wird angedeutet und als Grund für die psychisch angeknackste Verfassung des alkoholkranken und zumindest an der Hand narbenentstellten Creasy suggeriert. Sein Schützling Pita, deren Eltern (Radha Mitchell und Sänger Marc Anthony) oft geschäftlich unterwegs sind, erkennt ihn als "traurigen Teddybär" und schwärmt ihn trotz seiner anfänglich ablehnend-sachlichen Haltung ihr gegenüber treuherzig an. Nach gescheitertem Selbstmordversuch schmilzt Creasy schnell dahhin, und Pita zeigt ihm, dass es "okay ist wieder zu leben". Nach etwa 50 Minuten Laufzeit geschieht das Unfassbare: Pita wird am helllichten Tag entführt, Creasy dabei schwer verletzt. Der verantwortliche professionelle Kidnappingring umfasst korrupte Cops, und als die Geldübergabe scheitert, scheint dies das sichere Todesurteil für das kleine Mädchen. Als Creasy wenige Tage später davon erfährt, schleppt er sich schwer verletzt aus dem Krankenhaus und beginnt als Einmann-Todeskommando seinen gnadenlosen Rachefeldzug gegen alle Beteiligten.

Ebenfalls keine Gnade kennt Regisseur Scott in seinem ersten Film seit "Der Staatsfeind Nr. 1", der den Zuschauer geradezu mit visuellem Overkill erschlägt. Verwackelte Bilder, desorientierender Stakkato-Schnitt, Zooming, Kamera-Umkreisungen, und all das mit Farbfiltern in ästhetisch tiefsatten-dunklen Tönen gefilmt, verleihen den Eindruck von fast konstanter hektischer Bewegung. Selbst die teilweise eingesetzten Untertitlel bleiben nicht statisch, sondern springen regelrecht von der Leinwand und reflektieren beispielsweise mit ihrem Format die Lautstärke des Gesprochenen. All diese fast pausenlos einhämmernden visuellen Effekte unterstützen den hartgesotten-gewalttätigen Ton des Films. Finger werden abgeschnitten und mit Zigarettenanzünder zugebrannt, explizit gefilmte Kopf- und Gesichtsschüsse à la Michael Bay gehören zum festen Handwerkszeug des Regisseurs, der schon in früheren Filmen wie "Revenge" oder "Last Boy Scout" nicht gerade zimperlich zu Werke ging, sodass er auch nicht davor zurückscheut, selbst eine Minibombe im Rektum einer der Verbrecher zum Einsatz zu bringen. Dazu stimmig düster-deprimierend ist der hypnotisch klingende Score, der ein wenig die Ambientklänge von "Traffic - Die Macht des Kartells" ins Ohr ruft. Diesen grob-ungeschminkten Realismus sowie den fiebrigen Stil der South-of-the-Border-Thriller "Amores Perros" und "City of God" scheint Scott einfangen zu wollen. Ganz gelingt ihm dies nicht, da sich vereinzelt ein unterschwellig gekünstelter Eindruck einschleicht, doch die Szenen zwischen Washington und Fanning berühren, und keine der 145 Minuten der mit religiöser Symbolik und Bibelzitaten angereicherten Racheorgie ist auch nur annähernd langweilig. ara.

Darsteller:  Denzel Washington   als John Creasy
  Dakota Fanning   als Pita Ramos
  Christopher Walken   als Rayburn
  Giancarlo Giannini   als Manzano
  Radha Mitchell   als Lisa Ramos
  Marc Anthony   als Samuel Ramos
  Rachel Ticotin   als Mariana
  Mickey Rourke   als Jordan Kalfus
  Angelina Pelaez   als Schwester Anna
  Gustavo Sanchez Parra   als Daniel Sanchez
  Gero Camilo   als Aurelio Sanchez
  Rosa Maria Hernandez   als Maria
  Heriberto Del Castillo   als Bruno
  Mario Zaragoza   als Jorge Ramirez
  Jesús Ochoa   als Fuentes
 
Regie:  Tony Scott  
Buch:  Brian Helgeland  
Musik:  Harry Gregson-Williams  
Kamera:  Paul Cameron  
Produzent:  Arnon Milchan  
  Lucas Foster  
  Tony Scott  
 

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