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Man on Wire

Packendes und vielschichtiges Doku-Drama über den Hochseilartisten Philippe Petit.


Man on Wire (OmU)

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Erhältlich seit:
21.08.2009

Doku-Drama

Großbritannien 2008
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 6

Philippe Petit
Paul McGill
David Roland Frank

Regie: James Marsh
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Dokudrama über das waghalsige Vorhaben des Drahtseilartisten Philippe Petit.

In schwindelerregenden Höhen fühlt sich Philippe Petit wohl (Foto: Arsenal) Großansicht

In schwindelerregenden Höhen fühlt sich Philippe Petit wohl (Foto: Arsenal)

Eine Handvoll Männer und eine Frau stecken in Frankreich verschwörerisch die Köpfe zusammen, packen Seile, Werkzeug, Messer, Pfeil und Bogen zusammen. Dann geht's nach New York. Dort wird nicht etwa ein Überfall ausgeführt, sondern Philippe Petit vollführt einen Drahtseilakt zwischen den Twin Towers auf 417 Meter Höhe. Den hat er sechs Jahre lang akribisch vorbereitet.

Auf Grundlage von Philippe Petits Buch "To Reach the Clouds" hat der renommierte Regisseur James Marsh ("Wisconsin Death Trip") ein bereits vielfach ausgezeichnetes, ebenso packendes wie vielschichtiges Doku-Drama gedreht.

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Nur nicht nach unten schauen... (Foto: Arsenal)

Traumtänzer auf dem Seil

Von der Dokumentation eines illegalen Unternehmens mutiert es zum menschlichen Drama, zur Komödie der Irrungen, zur Satire über Autorität und zur Geschichte über Freundschaft und ihre Grenzen. Aus Interviews, Spielszenen und Fotografien setzt sich diese virtuose Hommage an einen Traumtänzer zusammen, die Michael Nymans Musik perfekt untermalt.

Man on Wire (OmU)

Ebenso packendes wie vielschichtiges Doku-Drama über den Hochseilartisten Philippe Petit, der 1974 auf einem Drahtseil zwischen den New Yorker Twin Towers balancierte.

Der Anfang verspricht ein Heist-Movie: Eine Handvoll Männer und eine Frau stecken in Frankreich verschwörerisch die Köpfe zusammen, packen Seile, Werkzeug, Messer, Pfeil und Bogen zusammen. Dann geht's nach New York - was in bewährter B-Picture-Manier mittels Spielzeugflugzeug und Landkarte dargestellt wird. Am US-Zoll vorbei und hinein in die Tiefgarage der Twin Towers, gefälschte Ausweise machen's möglich. Dann sind sie drinnen, Philippe Petit und seine Crew. "Arrivé", Angekommen, hat er am 4. August 1974 in seinem Kalender vermerkt, am 6. "montage" und am 7. "Le coup". Beim Coup geht es aber nicht um Geld oder Juwelen, sondern um einen verwegenen Drahtseilakt zwischen den Türmen des World Trade Center. Auf einem circa einen Zoll starken Seil wird sich Petit, der "Man on Wire", ungesichert in 417 Meter Höhe eine Stunde lang aufhalten, ehe die Polizei ihn schließlich festnimmt.

Auf Grundlage von Petits Buch "To Reach the Clouds" hat der renommierte Regisseur James Marsh ("Wisconsin Death Trip") sein vielfach ausgezeichnetes Doku-Drama realisiert. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der von sich selbst behauptet, den Verstand eines Kriminellen zu besitzen. Beim ersten Treffen mit Marsh zeigte er diesem, wie er jemanden mit einer Zeitschrift umbringen könnte und klaute ihm dann zum Abschied die Brieftasche. Keine Frage, der Seiltänzer ist ein Abenteurer, ein radikaler Freigeist, der sich von nichts und niemandem domestizieren lässt. Im Wartezimmer seines Zahnarztes hat er erstmals über die Zwillingstürme gelesen, sie befanden sich da noch in einer frühen Bauphase. Die Idee vom Hochseiltanz war geboren. Sechs Jahre lang sammelte Petit alle Informationen, die er über die Türme bekommen konnte - er interviewte sogar, als Reporter getarnt, den WTC-Bauleiter Guy F. Tozzoli.

Was als Dokumentation eines illegalen Unternehmens beginnt, mutiert leise zum menschlichen Drama, zur Komödie der Irrungen, zur Satire über Autorität und zur Geschichte über Freundschaft und ihre Grenzen. Mosaiksteinartig entsteht das Bild eines Mannes, der sich auf der Suche nach der letzten großen Herausforderung befindet. Darüber wird Petit sich mit seinem treuen Wegbegleiter Jean-Louis Blondeau - von ihm stammen die diversen Seiltanzbilder sowie die Idee mit Pfeil und Bogen die notwendigen Utensilien von Turm zu Turm zu befördern - verkrachen, daran wird seine Beziehung mit seiner Jugendliebe und Seelengefährtin Annie Allix zerbrechen. Aus Interviews, Spielszenen und Fotografien setzt sich diese virtuose Hommage an einen Traumtänzer zusammen, die Michael Nymans Score perfekt untermalt - kein Wunder, probt Petit seine Drahtseilakte ausschließlich zur Musik dieses britischen Komponisten. geh.

Man on Wire (OmU)

Im Jahr 1974 schafft der Franzose Philippe Petit das scheinbar Unmögliche: Er balanciert auf einem Drahtseil in fast 500 Metern Höhe, ohne Netz oder Sicherungsleine, zwischen den beiden Türmen des New Yorker World Trade Centers fast eine Stunde lang hin und her. Nach diesem unvorstellbaren und überwältigenden Höhentanz wird er festgenommen. Was bis dahin keiner weiß: Petit und seine Komplizen haben diesen illegalen Coup seit über sechs Jahren geplant und vorbereitet.

Quelle: Studiocanal

Booklet mit Hintergrundinformationen zum Film, Alle Filme der Arthaus Collection im Überblick

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Philippe Petit  
  Paul McGill   als Philippe Petit
  David Roland Frank   als Alan
  Ardis Campbell   als Annie
  David Demato   als Jean-Louis
  Aaron Haskell   als Jean-François
 
Regie:  James Marsh  
Musik:  Michael Nyman  
  Joshua Ralph  
Kamera:  Igor Martinovic  
Produzent:  Simon Chinn  

Oscars für Ledger, Winslet und Penn

Die Nacht der Nächte hat endlich mal wieder gehalten, was man sich von ihr verspricht: ganz große Emotionen!

Die großen Sieger bei den Schauspielern: Heath Ledger, Kate Winslet und Sean Penn (Foto: Warner, © A.M.P.A.S.) Großansicht

Die großen Sieger bei den Schauspielern: Heath Ledger, Kate Winslet und Sean Penn (Foto: Warner, © A.M.P.A.S.)

Was für eine Gala! Moderator Hugh Jackman wirbelte singend, tanzend und feine Pointen abfeuernd durch den Abend, auf der Bühne herrschte ein nie dagewesener Auflauf von Hollywood-Größen und dazu gab's einen der anrührendsten Momente der Oscar-Geschichte überhaupt - die Worte von Heath Ledgers Schwester Kate, nachdem dieser den Preis als bester Nebendarsteller in "The Dark Knight" zugesprochen bekam:

"Wir hatten so viel über das gesprochen, was der Joker bedeuten könnte, wir hatten sogar zusammen davon geträumt, vielleicht hier zu stehen - und ich wünschte so sehr, das würdest Du!" Dafür erntete Kate Ledger feuchte Augen überall im Publikum, von Anne Hathaway bis Robert Downey jr. Vater Kim Ledger bedankte sich beim gesamten Saal für die Standing Ovations: "Dieser Preis bedeutet das, was Heaths größter Wunsch war, nach dem er in aller Bescheidenheit strebte: Von Ihnen allen angenommen und geschätzt zu werden!" Es war erst der zweite postume Oscar nach Peter Finch 1976.

Heimsten die meisten Goldjungs ein: Danny Boyle, Madhur Mittal, Freida Pinto und Dev Patel für "Slumdog Millionär" (Foto: © A.M.P.A.S.) Großansicht

Heimsten die meisten Goldjungs ein: Danny Boyle, Madhur Mittal, Freida Pinto und Dev Patel für "Slumdog Millionär" (Foto: © A.M.P.A.S.)

Ich glaub, mein Daddy pfeift!

Der erfolgreichste Film des Abends war "Slumdog Millionär" über einen armen indischen Quizteilnehmer, der bei zehn Nominierungen acht Oscars gewann, darunter in den Königskategorien Bester Film und Beste Regie. Danny Boyle grüßte seinen beiden kleinen Kids und sprach allen aus der Seele, als er sagte: "Ich weiß nicht, wie's am Fernseher rüberkommt, aber die Show heute Abend ist verdammt wundervoll!"

Kate Winslet konnte wie erwartet im sechsten Anlauf endlich den heiß ersehnten Goldjungen an die Brust drücken: für ihren schauspielerischen Kraftakt als ehemalige KZ-Aufseherin in der Romanverfilmung "Der Vorleser". Während ihrer gesamten Rede kämpfte sie mit zittriger Stimme gegen die Tränen, nachdem sie erst ihren Vater gebeten hatte, er soll gefälligst mal laut pfeifen, damit sie ihn sehe - was dieser prompt lautstark tat. Winslet dankte besonders Peter Jackson, der ihr in "Heavenly Creatures" das Filmdebüt ermöglicht hatte und erklärte: "Wir vier anderen Nominierten können es eh nicht fassen, mit Meryl Streep in der selben Kategorie zu sein. Tja, Meryl, da musst Du jetzt durch..."

Sean Penn fuhr für "Milk" einen Überraschungssieg ein und forderte "Gleichberechtigung für alle Gruppierungen" (Foto: © A.M.P.A.S.) Großansicht

Sean Penn fuhr für "Milk" einen Überraschungssieg ein und forderte "Gleichberechtigung für alle Gruppierungen" (Foto: © A.M.P.A.S.)

Landei vor der Ohnmacht

Etwas überraschend stach bei den Hauptdarstellern Sean Penn als Schwulenrechtler in "Milk" den Favoriten Mickey Rourke ("The Wrestler") aus. Zuvor hatte Penn die schönste Lobrede des Abends von seinem Laudator Robert De Niro zu hören bekommen: "Heute geht es um den besten Schauspieler, aber im Leben geht es darum, der beste Mensch zu sein. Und das ist mein Freund, Sean Penn, der behutsam Regierungen eine bessere Politik vorschlägt und milde und gütig den Paparazzi seine Überzeugungen näher bringt." Darauf meinte Penn: "Ich weiß, ich mache es niemandem leicht, mich zu mögen." Auch er spürte wohl, dass man eher mit Rourke als Sieger gerechnet hatte und verabschiedete sich mit den Worten: "Mickey kommt wieder ganz nach oben und er ist mein Bruder!"

Große Worte fand auch Penélope Cruz, die erwartungsgemäß den Preis als beste Nebendarstellerin für ihre energiegeladene, sexy Künstlerin in Woody Allens Liebesgroteske "Vicky Cristina Barcelona" gewann. "Ich falle hier gleich als erste in Ohnmacht", scherzte sie erst und erklärte: "Ich habe als Kind immer davon geträumt hier zu stehen, was kein besonders realistischer Traum ist, wenn man in einem Kaff wie Alcobendas lebt. Ich bin als Kind immer aufgeblieben um diese Show anzusehen, weil ich fand, dass dieser Abend die Welt vereint. Kunst ist die Sprache, die die ganze Welt versteht, wir müssen alles tun, was wir können, um sie zu schützen."

Jochen Freydank bejubelte seinen Überraschungs-Oscar für "Spielzeugland" (Foto: © A.M.P.A.S.) Großansicht

Jochen Freydank bejubelte seinen Überraschungs-Oscar für "Spielzeugland" (Foto: © A.M.P.A.S.)

Oscar nach Deutschland

Auch für Deutschland gibt es Grund zur Freude: Jochen Alexander Freydank gewann den Oscar für seinen Kurzfilm "Spielzeugland", in dem eine Mutter 1942 ihrem Sohn erzählt, die jüdischen Nachbarn müssten bald verreisen - ins titelgebende "Spielzeugland". Der Produzent der TV-Serie "In aller Freundschaft" erklärte dem US-Publikum: "Ich bin in Ostdeutschland aufgewachsen, also jenseits der Mauer. Da schien Westdeutschland schon unerreichbar - erst Recht, der Ort, an dem ich jetzt hier stehe."

In der Kategorie nicht-englischsprachiger Film zog dagegen das deutsche RAF-Drama "Der Baader Meinhof Komplex" überraschend gegen den japanischen Konkurrenten "Departures" den Kürzeren, in dem ein arbeitsloser Cellist eine Stelle in einem Bestattungsunternehmen annimmt. Hier hatten alle mit einem Sieg des israelischen Beitrags "Waltz with Bashir" gerechnet. Auch Werner Herzogs Antarktis-Doku "Encounters at the End of the World" musste "Man on Wire" über den Drahtseilkünstler Philippe Petit den Vortritt lassen.

Hugh Jackman mit den angesagten Musical-Profis aus "Mamma Mia!", "High School Musical" und "Dreamgirls" zusammen. (Foto: © A.M.P.A.S.) Großansicht

Hugh Jackman mit den angesagten Musical-Profis aus "Mamma Mia!", "High School Musical" und "Dreamgirls" zusammen. (Foto: © A.M.P.A.S.)

13 Chancen, drei Trostpreise

Der größte Verlierer des Abends war aber "Der seltsame Fall des Benjamin Button", der bei 13 Nominierungen nur drei Oscars gewann, und diese nur in den Nebenkategorien Ausstattung, Make-up und Visual Effects. Das Polit-Drama "Frost/Nixon" ging bei fünf Chancen sogar komplett leer aus. Zum besten Animationsfilm wurde erwartungsgemäß "WALL·E - Der Letzte räumt die Erde auf" gekürt.

Gewinner des Abends war aber vor allem auch der Moderator Hugh Jackman, der seine Qualitäten als Musical-Star voll ausspielte - ob in seiner gesungenen Eröffnungspersiflage auf die fünf als bester Film nominierten Werke oder in einem Potpourri aus Musical-Klassikern gemeinsam mit den Jungstars Zac Efron und Vanessa Anne Hudgens aus "High School Musical", Amanda Seyfried und Dominic Cooper aus "Dominic Cooper" sowie Beyoncé Knowles. Der gesamten Show war deutlich die Handschrift des neuen Produzenten Bill Condon anzumerken, dem Regisseur von "Dreamgirls". So spritzig-witzig waren die Oscars seit Jahren nicht mehr.

Was für ein Gruppenbild: Robert De Niro, Michael Douglas, Anthony Hopkins und Ben Kingsley (Foto: © A.M.P.A.S.) Großansicht

Was für ein Gruppenbild: Robert De Niro, Michael Douglas, Anthony Hopkins und Ben Kingsley (Foto: © A.M.P.A.S.)

Geballte Oscar-Power

Auch das große Geheimnis um die Laudatoren, mit dem die Academy das zuletzt erlahmende Interesse an der Verleihungszeremonie neu schüren wollte, wurde mit einem Knalleffekt gelüftet. Statt nur eines einzigen Vorjahresgewinners als Preisüberbringer tummelten sich bei den Darstellern gleich jeweils fünf Oscarpreisträger aus den letzten Jahrzehnten auf der Bühne, die jeweils einen Nominierten vorstellen. Wann sieht man schon mal Robert De Niro, Michael Douglas, Sir Ben Kingsley, Sir Anthony Hopkins und Adrien Brody auf der selben Bühne - oder Sophia Loren mit Shirley MacLaine, Halle Berry, Marion Cotillard und Nicole Kidman.

Daneben glänzten als Überbringer der Goldjungs Natalie Portman, Ben Stiller, Will Smith, Reese Witherspoon, Daniel Craig und Sarah Jessica Parker - sowie Eddie Murphy, der seinem Vorbild, dem Kultkomiker Jerry Lewis, einen Ehrenoscar überreichen durfte.

Den Spruch des Abends brachte aber kein Komiker, sondern der Komponist A. R. Rahman, der für die Musik in "Slumdog Millionär" geehrt wurde. Er begann seine Dankesrede mit den Worten: "So viel Angst hatte ich das letzte Mal vor meiner Hochzeit!"

 

Man on Wire (OmU) in der Fotoshow

 

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