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Manderlay

Zweiter Teil von Lars Von Triers Amerika-Trilogie, in der Grace aus "Dogville" Demokratie in eine Plantage bringen will.


ohne Abbildung

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Erhältlich seit:
14.07.2011

Drama

Deutschland/Dänemark/Schweden/Frankreich/Großbritannien/Niederlande 2005
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 12

Bryce Dallas Howard
Isaach De Bankolé
Willem Dafoe

Regie: Lars von Trier
Legend Home Entertainment

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Zweiter Teil der Amerika-Trilogie Lars von Triers, in der Grace aus "Dogville" Demokratie in eine Plantage bringen will.

Grace will etwas verändern (Foto: Legend Films (Neue Visionen)) Großansicht

Grace will etwas verändern (Foto: Legend Films (Neue Visionen))

Gerade eben dem Martyrium in Dogville entkommen, stößt Grace (Bryce Dallas Howard) im amerikanischen Süden der 30er Jahre auf die Plantage Manderlay, in der die Schwarzen immer noch wie Sklaven gehalten werden. Gerade ist ihre Herrin gestorben.

Also beschließt Grace, die Demokratie nach Manderlay zu bringen - notfalls mit Waffengewalt und der von ihrem Vater zu ihrer Hilfe abgestellten Gangster. Der Prozess erweist sich als schwierig, zumal Grace einem der Schwarzen verfällt. Und schließlich wartet eine faustdicke Überraschung auf die Retterin.

Die Sklaverei muss ein Ende haben (Foto: Legend Films (Neue Visionen)) Großansicht

Die Sklaverei muss ein Ende haben (Foto: Legend Films (Neue Visionen))

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Reines Bühnenstück

Im zweiten Teil von Lars von Triers radikaler Trilogie über Amerika, der wie der Vorgänger "Dogville" nur auf einer gewaltigen Bühne mit wenigen Kulissenfragmenten gedreht und in acht Kapitel strukturiert wurde, befasst sich der Filmemacher anhand des Themas Sklaverei mit den Problemen einer aufgezwungenen Demokratie. Verweise auf den Irak und Afghanistan sind unverkennbar.

Der im Vorgänger von Nicole Kidman gespielte Part wurde von Bryce Dallas Howard ("The Village") übernommen, die die Grace weicher, aber auch mit mehr Enthusiasmus spielt.

Manderlay

In "Manderlay", dem zweiten Teil seiner Amerika-Trilogie, erzählt Lars von Trier in acht Kapiteln am Beispiel der Sklaverei, wie der gut gemeinte Wille zum Helfen ins Gegenteil umschlagen kann. Nach Nicole Kidman in "Dogville" überzeugt Bryce Dallas Howard als Heldin Grace.

Die Handlung spielt im Alabama der 30er Jahre auf einer Baumwollplantage mit Sklaven. Nach der Zerstörung von "Dogville" ist Grace mit ihrem Vater auf der Flucht und landet rein zufällig in diesem Hort der Unterdrückung, wie sie meint. Als sie sieht, wie ein junger Schwarzer ausgepeitscht wird, fühlt sie sich berufen, die Rolle der Freiheitsgöttin zu übernehmen, zumal durch den Tod der alten Besitzerin (Lauren Bacall) ein Machtvakuum entstanden ist - glaubt sie jedenfalls. Die unbedarfte Heldin setzt es sich zum Ziel, die Sklaven zu befreien und an die Demokratie heranzuführen. Nach anfänglichen Erfolgen stößt sie auf Widerstand. Die Farbigen verstehen nicht, was ihnen die Freiheit in einem Land der Rassentrennung bringen soll und wenden sich am Ende gegen ihre selbst ernannte Befreierin. Lars von Trier macht sich über blinden Idealismus lustig, zeigt, wie sich Farbige untereinander betrügen und wenig mit dem Begriff Gemeinsinn anfangen können. Dem gegenüber steht die naive Grace, die aus dem Schuldgefühl einer Weißen heraus ein übertriebenes Helfersyndrom entwickelt und dabei alles falsch macht. Ihr sexuelles Faible für den "stolzen Schwarzen" und Wortführer der Gemeinschaft (Isaach de Bankole) unterminiert zusätzlich ihre schwache Position. Der Dogma-Erfinder greift vor allem die Geisteshaltung an, für andere zu handeln und alles besser zu wissen. Eine Verbindung zum Irak-Krieg und dem Projekt des "Nation-Building" der Supermacht USA ist offensichtlich. Von Trier ließ sich vom dänischen Fotografen Jacob Holt inspirieren und Jean Paulhams Vorwort zur "Die Geschichte der O" über eine Rebellion im Barbados des 19. Jahrhunderts, nach der die durch ein Gesetz befreiten Sklaven willentlich schnell in ihr altes und unfreies Leben zurückkehrten. Mag sich der intellektuelle Zugang geändert haben, die ästhetische Herangehensweise ist geblieben. Wie im ersten Teil "Dogville" sind Form und Struktur dem epischen Theater ähnlich, agieren die Figuren auch hier auf einer großen Bühne mit Kulissenfragmenten. Auf dem Boden sind die Namen der Straßen mit weisser Kreide gezeichnet, die verschiedenen Orte der Plantage, die Räumlichkeiten der handelnden Personen. Es gibt nur wenig reale Gegenstände wie eine Mauer, ein zersplittertes Fenster, einige Holztische, einige Betten - die Vorstellung der Landschaft bleibt der Fantasie überlassen. Die Stimme des Erzählers (John Hurt) wirkt in ihrem unüberhörbaren Sarkasmus sehr britisch. Der Film endet mit David Bowies "Young Americans" und einer Fotomontage über das böse und rassistische Amerika - vom Ku-Klux-Klan über Rodney King, Martin Luther King als Freiheits-Ikone und George Bush als bigotten Beter bis hin zu GIs im Vietnam- und Golfkrieg. Da wird die anfänglich feine Parabel zum platten Pamphlet. mk.

Manderlay

Nachdem Grace (Bryce Dallas Howard) gerade erst dem Martyrium im niedergebrannten Dogville entkommen ist, kommt sie auf ihrer Flucht im Alabama der 30er Jahre zum Halt. Dort wird die junge Frau Zeugin der Auspeitschung eines jungen Farbigen. Empört schreitet sie ein. Sie will Demokratie nach Manderlay bringen, notfalls auch mit Waffengewalt. Doch der Prozess erweist sich als schwierig, da Grace dem Wortführer der Sklaven verfällt und darüber ihr Urteilsvermögen verliert. Und dann wartet da noch eine faustdicke Überraschung auf die Retterin. Lars von Trier schuf hier nach "Dogville" den zweiten Teil seiner USATrilogie - ein wütendes, wuchtiges Meisterwerk inmitten der kargen Strenge einer gigantischen Bühne. "Manderlay" ist ein Aufschrei gegen Stolz und Unterdrückung und nebenbei ein Epos, in dem Schauspiel mehr zählt als alle äußerlichen Werte.

Quelle: Legend Films

Vier Featurettes,
nicht verwendete Szenen
mit Audiokommentar,
Trailer, Eastereggs

Quelle: Legend Films

Darsteller:  Bryce Dallas Howard   als Grace Margaret Mulligan
  Isaach De Bankolé   als Timothy
  Willem Dafoe   als Graces Vater
  Lauren Bacall   als Mam
  Danny Glover   als Wilhelm
  John C. Reilly  
  Jeremy Davies   als Niels
  Chloë Sevigny   als Philomena
  Jean-Marc Barr   als Mr. Robinsson
  Udo Kier   als Mr. Kirspe
  Michaël Abiteboul   als Thomas
  Virgile Bramly   als Edward
  Ruben Brinkmann   als Bingo
  Doña Croll   als Venus
  Llewella Gideon   als Victoria
  Fredric Gildea  
  Mona Hammond   als Old Wilma
  Andrew Hardiman  
  Aki Hirvonen  
  Ginny Holder   als Elisabeth
  Emmanuel Idowu   als Jim
  Zeljko Ivanek   als Dr. Hector
  Michael Johansson  
  Wendy Juel   als Claire
  Hasse Karlsson  
  Rik Launspach   als Stanley Mays
  Suzette Llewellyn   als Flora
  Charles Maquignon   als Bruno
  Ian Matthews  
  Seth Mpundu   als Ed
  Sherrell Murphy-Ramos  
  Joseph Mydell   als Mark
  Derrick Odhiambo-Widell   als Willie
  Javone Prince   als Jack
  Clive Rowe   als Sammy
  Maudo Sey  
  Erich Silva   als Viggo
  Nina Sosanya   als Rose
  Ross Tamlor  
  Eric Voge  
  Alemayehu Wajikira  
  Nick Wolf  
  Geoffrey Batemann   als Bertie
  Teddy Kempner   als Joseph
 
Regie:  Lars von Trier  
Buch:  Lars von Trier  
Kamera:  Anthony Dodd Mantle  
Produzent:  Vibeke Windeløv  

Von Trier auf der Schlachtbank

Lars von Triers Filme strotzen vor seelischer Grausamkeit. Beim nächsten Mal hätte auch Blut spritzen sollen.

Der irre Flick mit dem sanften Blick: Lars von Trier (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Der irre Flick mit dem sanften Blick: Lars von Trier (Foto: Kurt Krieger)

Der Däne mag unberechenbar sein. Aber dumm ist er nicht. Weil es mittlerweile massive Proteste von Tierschützern hagelt, hat sich Lars von Trier dazu entschieden, eine Schlachtszene aus seinem neuen Projekt "Manderlay" zu streichen. Dem betroffenen Esel hilft das auch nichts mehr: Sein blutiges Ende ist schon lange abgedreht und wandert nun zu den tierischen Überresten auf den Müll.

Den Dogma-Regisseur, der für seine Unfähigkeit zum Mitleid berüchtigt ist, kümmert das wenig. Er hat die Szene nicht wegen ihrer Grausamkeit, sondern aufgrund ihrer kontroversen Strahlkraft entfernt. Schließlich sollen derartige Nichtigkeiten nicht vom politischen und gesellschaftlichen Inhalt des Films ablenken: "Manderlay" ist der zweite Teil der Amerika-Trilogie, welche 2003 mit "Dogville" begonnen hatte und die Bösartigkeit von Kleinstädtern während der Depressionszeit thematisiert.

Dänen lügen nicht

Für von Trier ist dabei die künstlerische Aussage entscheidend: Statt dem Publikum eine beschönigte oder stilisierte Welt zu zeigen, setzt er auf die Brutalität der Wirklichkeit.

Das hat ihn allerdings schon viele Sympathien gekostet. Björk, Hauptdarstellerin in "Dancer in the Dark", war nach den Dreharbeiten ein nervliches Wrack. Nicole Kidman, gefallene Heldin in "Dogville", flüchtete entsetzt aus dem eigenen Film. Und John C. Reilly, anfangs Teil der "Manderlay"-Besetzung, stieg während der Produktion aus. Medienberichten zufolge soll die Schlachtszene der Auslöser für seinen wutschnaubenden Ausstieg gewesen sein.

Dass der Esel überhaupt zu Filmzwecken geschlachtet werden konnte, liegt an den schwedischen Gesetzen. Sie erlauben die Tötung eines Tieres, wenn der Ausführende Tierarzt ist.

 

Manderlay in der Fotoshow

 

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Bryce Dallas Howard

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