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Leihvideo
Erhältlich seit:
10.05.2006
Deutschland/Dänemark/Schweden/Frankreich/Großbritannien/Niederlande 2005
Laufzeit: 132 Min.
FSK: ab 12
Bryce Dallas Howard
Isaach De Bankolé
Willem Dafoe
Regie: Lars von Trier
Legend Home Entertainment

In "Manderlay", dem zweiten Teil seiner Amerika-Trilogie, erzählt Lars von Trier in acht Kapiteln am Beispiel der Sklaverei, wie der gut gemeinte Wille zum Helfen ins Gegenteil umschlagen kann. Nach Nicole Kidman in "Dogville" überzeugt Bryce Dallas Howard als Heldin Grace.
Die Handlung spielt im Alabama der 30er Jahre auf einer Baumwollplantage mit Sklaven. Nach der Zerstörung von "Dogville" ist Grace mit ihrem Vater auf der Flucht und landet rein zufällig in diesem Hort der Unterdrückung, wie sie meint. Als sie sieht, wie ein junger Schwarzer ausgepeitscht wird, fühlt sie sich berufen, die Rolle der Freiheitsgöttin zu übernehmen, zumal durch den Tod der alten Besitzerin (Lauren Bacall) ein Machtvakuum entstanden ist - glaubt sie jedenfalls. Die unbedarfte Heldin setzt es sich zum Ziel, die Sklaven zu befreien und an die Demokratie heranzuführen. Nach anfänglichen Erfolgen stößt sie auf Widerstand. Die Farbigen verstehen nicht, was ihnen die Freiheit in einem Land der Rassentrennung bringen soll und wenden sich am Ende gegen ihre selbst ernannte Befreierin. Lars von Trier macht sich über blinden Idealismus lustig, zeigt, wie sich Farbige untereinander betrügen und wenig mit dem Begriff Gemeinsinn anfangen können. Dem gegenüber steht die naive Grace, die aus dem Schuldgefühl einer Weißen heraus ein übertriebenes Helfersyndrom entwickelt und dabei alles falsch macht. Ihr sexuelles Faible für den "stolzen Schwarzen" und Wortführer der Gemeinschaft (Isaach de Bankole) unterminiert zusätzlich ihre schwache Position. Der Dogma-Erfinder greift vor allem die Geisteshaltung an, für andere zu handeln und alles besser zu wissen. Eine Verbindung zum Irak-Krieg und dem Projekt des "Nation-Building" der Supermacht USA ist offensichtlich. Von Trier ließ sich vom dänischen Fotografen Jacob Holt inspirieren und Jean Paulhams Vorwort zur "Die Geschichte der O" über eine Rebellion im Barbados des 19. Jahrhunderts, nach der die durch ein Gesetz befreiten Sklaven willentlich schnell in ihr altes und unfreies Leben zurückkehrten. Mag sich der intellektuelle Zugang geändert haben, die ästhetische Herangehensweise ist geblieben. Wie im ersten Teil "Dogville" sind Form und Struktur dem epischen Theater ähnlich, agieren die Figuren auch hier auf einer großen Bühne mit Kulissenfragmenten. Auf dem Boden sind die Namen der Straßen mit weisser Kreide gezeichnet, die verschiedenen Orte der Plantage, die Räumlichkeiten der handelnden Personen. Es gibt nur wenig reale Gegenstände wie eine Mauer, ein zersplittertes Fenster, einige Holztische, einige Betten - die Vorstellung der Landschaft bleibt der Fantasie überlassen. Die Stimme des Erzählers (John Hurt) wirkt in ihrem unüberhörbaren Sarkasmus sehr britisch. Der Film endet mit David Bowies "Young Americans" und einer Fotomontage über das böse und rassistische Amerika - vom Ku-Klux-Klan über Rodney King, Martin Luther King als Freiheits-Ikone und George Bush als bigotten Beter bis hin zu GIs im Vietnam- und Golfkrieg. Da wird die anfänglich feine Parabel zum platten Pamphlet. mk.
Manderlay in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildformat: 1:2,35
Extras: Audiokommentar, Outtakes
Star
Bryce Dallas Howard
Amerikanische Schauspielerin. Die rothaarige Bryce Dallas Howard wurde auf dem Broadway für den Film entdeckt, wo Regisseur M....
Star
Willem Dafoe
Er ist Hollywoods schwarzer Engel mit dem sardonischen Lächeln des Teufels auf den Verführerlippen und dem Versprechen sexueller Lust jenseits...
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