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Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis

Verfilmung der Geschichte von Marco Weiss, der acht Monate in einem türkischen Gefängnis verbrachte, weil er angeblich eine minderjährige Engländerin vergewaltigte.


Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis

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Erhältlich seit:
23.03.2011

Drama

Deutschland 2011
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 12

Vladimir Burlakov
Veronica Ferres
Herbert Knaup

Regie: Oliver Dommenget
Lighthouse Home Entertainment Vertriebs GmbH & Co. KG

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Die Ausstattung

Die Technik



 
Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis

Marco W. hat gemeinsam mit seinen Eltern einen unbeschwerten Urlaub an der türkischen Riviera genossen. Doch kurz vor der Abreise geschieht das Unfassbare. Der 17-Jährige wird am letzten Urlaubstag verhaftet. Er soll eine minderjährige Britin vergewaltigt haben. Marco W. muss ins Gefängnis. Immer wieder steht er vor Gericht, immer wieder wird ein Urteil vertagt. Erst nach 247 zermürbenden Tagen, die Marco unter menschenunwürdigen Bedingungen in einem türkischen Gefängnis verbringt, darf er wieder nach Deutschland und zu seiner Familie zurück.

Das Schicksal des 17-jährigen Marco Weiss und seiner Familie hielt 2007 ganz Deutschland in Atem. Wieder zurück in Deutschland hat Marco Weiss seine Geschichte unter dem Titel "Marco W.- Meine 247 Tage im türkischen Knast" aufgeschrieben. Regisseur Oliver Dommenget hat den spektakulären Stoff 2010 mit Veronica Ferres, Herbert Knaup und Vladimir Burlakov in den Hauptrollen verfilmt. Das Drehbuch stammt von Johannes Betz. Die Dreharbeiten, die unter anderem auf Malta stattfanden, wurden von Marco und seiner Mutter begleitet.

Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis

Die Schlagzeilen sind noch gut in Erinnerung: Acht Monate schmorte ein junger Deutscher in türkischen Gefängnissen, weil er angeblich eine minderjährige Engländerin vergewaltigt haben sollte. Sat.1 und Zeitsprung haben aus Marcos Erlebnissen einen sehenswerten Film gemacht.

Das Drehbuch von Johannes Betz ("Der Tunnel", "Hindenburg") hält sich eng an die Vorlage, in der Marco Weiss seine Haft beschrieben hat. Unter der Regie von Oliver Dommenget ist ein Film entstanden, der mit einem erstaunlich niedrigen Kolportage-Anteil auskommt, auch wenn die Inszenierung der Haftbedingungen lebhaft an den ganz ähnlichen Sat.1- Zweiteiler "Für immer verloren" (2003) erinnert. Auch Marcos Geschichte hätte den üblichen Rahmen gesprengt. Die Länge von 110 Minuten ist völlig angemessen. Obwohl nach dem Prolog im Grunde nicht mehr viel passiert, vermeiden Buch und Regie jeden Leerlauf. Der Film konzentriert sich im Wesentlichen auf drei Schauplätze: das Gefängnis, den Gerichtssaal und das Haus von Familie Weiss, wobei die Knastszenen naturgemäß am bedrückendsten sind. Bei der Bildgestaltung haben Dommenget und sein Kameramann Georgij Pestov konsequent auf alles verzichtet, was Marcos Aufenthalt in dieser Vorhölle auch nur im geringsten menschenwürdig erscheinen lassen könnte. Die Aufnahmen sind kühl und düster, Farben fehlen fast völlig, Gemäuer und Einrichtung sind völlig runtergekommen, die hygienischen Zustände katastrophal und die Mitgefangenen Schwerverbrecher, denen man nicht auf einer einsamen Straße begegnen möchte. Gefühle zeigt einzig Abdullah (Bülent Sharif), der später prompt der Homosexualität bezichtigt und furchtbar verprügelt wird; ein offenbar unverzichtbares Versatzstück des modernen Gefängnisfilms. Immerhin gibt es keine Vergewaltigung. Veronica Ferres und Herbert Knaup spielen die Eltern routiniert und verkörpern ihre Hilflosigkeit und Verzweiflung überzeugend verkörpern. Herausragend ist die Leistung des jungen Vladimir Burlakov. Gerade in den diffizilen gefühlvollen Szenen, die bei übertriebener Interpretation leicht ins Kitschige abgleiten können, wirkt Burlakov erstaunlich souverän. Er knüpft damit nahtlos an die Leistung in Dominik Grafs Serie "Im Angesicht des Verbrechens" sowie vor allem seine Verkörperung des deutschrussischen Mafioso in dem Drama "Schurkenstück" an. Enorm zur Authentizität des Films trägt auch die Fremdsprachlichkeit bei. Während in öffentlich-rechtlichen Auslandsgeschichten grundsätzlich alle Einheimischen fließend deutsch sprechen, wirkt die Rechtsprechung der türkischen Justiz erst recht willkürlich und ignorant, weil Familie Weiss kein Wort versteht. Nur so kann Betz auch auf einen Übersetzungsfehler in der ersten Anhörung hinweisen, der für den weiteren Verlauf der Anklage fatale Folgen hatte. tpg.

Darsteller:  Vladimir Burlakov   als Marco W.
  Veronica Ferres   als Martina W.
  Herbert Knaup   als Ralf W.
  Luk Pfaff   als Sascha W.
  David A. Hamade   als Nadir Canavar
  Bülent Sharif   als Abdullah
  Sophie Debattista   als Carolina
  Ulas Kilic   als Mehmet
  Dimitri Bilov  
  Radik Golovkov  
  Oktay Khan  
 
Regie:  Oliver Dommenget  
Buch:  Johannes W. Betz  
Kamera:  Georgij Pestov  
Produzent:  Ica Souvignier  
  Michael Souvignier  
 

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