Nach nur zwei Erfolgsalben nahm Mariah Carey 1992 eine "Unplugged"-Session für MTV auf, bei der sie unverkrampft auftrumpfte.
In den 90er-Jahren bedeutete jedes Jahr für Mariah Carey einen neuen Rekord. Die Verkaufszahlen erreichten astronomische Höhen und am Ende des Jahrzehnts hatte sie mehr Wochen auf der Spitzenposition der amerikanischen Billboard-Charts verbracht als die Beatles zu ihrer Zeit. Ein weiterer Rekord und ein Novum war auch ihre Leistung, in jedem Jahr der 90er einen Nummer-eins-Hits in den USA erzielt zu haben. Erst ihr 80-Millionen-Deal mit Virgin und der Flop des Albums und Films "Glitter" brachten ihr einen Karriereknick, von dem sie sich erst mit ihrer CD "The Emancipation Of Mimi" im Jahr 2005 wieder erholen sollte. Im neuen Jahrtausend war sie nicht nur nicht mehr so erfolgreich wie zuvor, sie galt auch als schwierig, dumm und weltfremd - kurz: eine klassische Zicke. Davon war 1992 noch nichts zu spüren. Alles was sie anpackte, wurde zu Gold. Es war erst zwei Jahre her, dass die ehemalige Backing-Sängerin einen Plattenvertrag unterschrieben hatte, und nun stand sie davor, ihren Plattenboss, Sony-Chef Tommy Mottola, zu heiraten. Der konnte sich 1992 zunächst freuen, dass seine künftige Angetraute eine weitere Mitgift in die Ehe einbringen würde. Denn damals erschien eine "Unplugged-EP" von ihrem Auftritt bei der gleichnamigen MTV-Sendung. Die Show wie auch die EP wurden ein weiterer Erfolg und warfen mit einer Coverversion des alten Jackson-5-Hits "I'll Be There" gar eine weitere Nummer-eins-Single ab. Auf der DVD, die zudem drei zusätzliche Videos, ein Interview und Backstage-Impressionen bietet, kann man den Auftritt noch einmal verfolgen. Dabei glänzt sie mit ihrer Fünf-Oktaven-Stimme, ohne diese jedoch überzustrapazieren. Und wer mit den Mainstream-Arrangements der Studioversionen Probleme hatte, kann die reduzierten Akustikbearbeitungen etwa von "Emotions" oder "Make It Happen" genießen.
Quelle: musikwoche.de