
Freundschaft, Ehe und Liebe stehen auf dem Prüfstand von Indie-Filmer Ira Sachs' ironisch-melodramatischem Ausflug in die 40 Jahre, wo Affären und Betrug eine haarsträubende Mordidee initiieren.
Mit fortschreitendem Alter gewinnt Ex-Bond Pierce Brosnan zunehmend an Qualität und gibt hier eine selbstironische Galavorstellung als unverbesserlicher Frauenheld Richard, der es einfach nicht lassen kann und seinem besten Freund die Geliebte ausspannt. Dieser ist der gut situierte Geschäftsmann Harry (Chris Cooper in Gewissensnöten) und hat sich vertrauensvoll an ihn gewandt: Seine Gattin Pat (Patricia Clarkson) liebt er nicht mehr, wahre Gefühle hat er erst für die wasserstoffblonde Kriegswitwe Kay (Rachel McAdams auf den Spuren der Monroe) entwickelt. Weder will er sie aber als Geliebte halten, noch seine fürsorgliche Frau schockieren, indem er sie verlässt. Den Ausweg aus diesem Dilemma verheißt eine groteske Schnapsidee: Harry müsste Pat töten, um ihr den Trennungsschmerz zu ersparen. Der Mordplan des kleinbürgerlichen Biedermanns sieht eine Überdosis Schlafmittel für sie vor, doch erstens stellt er sich reichlich dilettantisch an und zweitens sind weder Richard noch Kay und schon gar nicht Pat so harmlos-unschuldig, wie er glaubt.
Niemand ist, was er vorzugeben scheint in einem fabelhaft gespielten Stück über (A)Moral, das sein historisches Setting in den amerikanischen 40er Jahren für eine form- und stilvollendete Ausstattungsshow und eine Menge offener und versteckter Filmzitate aus Hollywoods goldener Ära nutzt. Und dennoch lässt die elaboriert und gemächlich vorgetragene Geschichte über Begierden und Partnerverhalten des homo sapiens keinen Zweifel an der Aktualität der aufgeführten, zeitlosen Problemzonen. Sachs gewichtet alle vier Personen in etwa gleich und jeder betrügt die anderen hinter deren Rücken - was aber gar nicht so schlimm ist, wie der Film augenzwinkernd mitteilt. Er ist stets darauf bedacht, nichts zu überspitzen, sondern durch realitätsnahe Umgebung und Handlungsweisen glaubhafte Konflikte zu bilden. Dadurch ergeben sich ständig neue Konstellationen und auch deshalb legt sich die Fabel nie so genau auf ein Genre fest. Sie schlägt mal ernste bis melodramatische, mal komische bis satirische Töne an, schwankt zwischen makaber und melancholisch, wird jedoch nie so deprimierend wie Sachs bisheriges Werk ("Forty Shades of Blue"), sondern erweist sich trotz aller sittlichen Fehltritte als versöhnliches, unaufdringliches Vergnügen über nur Allzumenschliches. tk.